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Ayla und Ella

Ayla und Ella Eine UrlaubsgeschichteNaschmi  1.     KapitelIch hatte schon gehofft, ich hätte meine Ruhe. Drei Wochen Malle in einer schicken Luxusfinca allein mit einer Menge Büchern und meiner Mutter, die mich aber nicht stören würde, weil sie sogar in den Ferien arbeitete. Das Boarding war fast abgeschlossen, wir waren so ziemlich die letzten, die noch am Gate warteten. Aber ich hatte mich zu früh gefreut. Mit schnellen Schritten kam sie auf uns zugelaufen. Im Business-Outfit mit Hosenanzug vollkommen falsch angezogen für einen Urlaub.

Sie winkte aufgeregt und fiel meiner Mutter innig um die Arme. „Hallo Hanna! Gerade noch geschafft. Sorry. “Es störte mich, dass sie meine Mutter so vertraulich mit Hanna ansprach. Und ihre Umarmung war so herzlich, als wären die beiden seit vielen Jahren beste Freundinnen. Dabei kannte Ayla meine Mutter erst seit ein paar Monaten. „Und du bist bestimmt Ella, nicht wahr?“Sie kam auf mich zu und umarmte auch mich. Als wir uns so nah waren, fielen mir in dem kurzen Wimpernschlag einige Dinge auf: Zuerst ihre großen, dunkelbraunen Augen.

Ihr Makeup, das meines Erachtens viel zu dick aufgetragen war, ihr viel zu süßes Parfum und darunter einen Hauch von saurem Schweiß, was etwas an der Perfektion kratzte, auf die sie scheinbar so viel Wert legte. Ihre Augen hinterließen den stärksten Eindruck auf mich. Sie waren groß und braun. Überhaupt war sie verdammt attraktiv. Schlank, groß, schmal, und sie bewegte sich wie ein Model. Ganz selbstverständlich, als wüsste sie, wie schön sie war. Und das fand ich schon wieder unsympathisch.

Sie wusste, wie sie sich zu bewegen hatte. Sie strahlte diese Selbstverständlichkeit aus, die Menschen haben, die wissen, dass sie schön sind. Man konnte es auch als Überheblichkeit bezeichnen. Ich erwiderte ihre Umarmung nur lustlos. Ich war nicht ihre Freundin. Ich hatte sie gerade erst kennengelernt. „Schön dich endlich kennenzulernen!“„Finde ich auch. “„Wie sind deine Klausuren gelaufen? Hanna sagt, dass eine ein wenig tricky war. Stimmt das?“„Ganz gut. Danke. Ich denke, ich habe bestanden.

“„Das ist schön zu hören. “Ich sollte etwas erwidern, aber mir fiel beim besten Willen nichts ein, und so entstand eine unangenehme Pause. Sie erwischte mich auf dem falschen Fuß. Ich konnte keine drei Informationen über sie berichten, und sie wusste offensichtlich eine Menge über mich. Ich mochte den Gedanken nicht, dass sie sich mit meiner Mutter, mit ‚Hanna‘, über mich unterhielt. Sie wandte sich meiner Mutter zu. „Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben, noch den Flieger zu kriegen.

“„Was ist passiert?“„Ich hatte heute meine Revision. Teamperformance. “„Gab es Probleme?“„Es war ziemlich stressig. Die haben viele Unregelmäßigkeiten und Regelverstöße festgestellt. Nicht in meinem Team, da war alles bestens… natürlich. Aber in anderen. Und das bedeutet, dass alle Teams Supervision bekommen haben. Total ärgerlich. Mein Team war vorbildlich. Da gab es keine Probleme. Wir hatten die beste Performance in diesem Quartal in ganz Deutschland. Aber wenn ein Team underperformt, dann müssen alle anderen mit drunter leiden.

So ist das Geschäft halt. “ Ich hatte keine Ahnung, was Ayla machte und was sie für eine Supervision hatte und was das für ein Team war, das sie leitete, welches die beste Performance von ganz Deutschland im letzten Quartal gehabt hatte. Ich hätte es gerne gewusst, aber es war mir zu blöd zu fragen. Ich wollte ihr nicht zeigen, dass ich keine Ahnung hatte, was sie tat, und ich wollte auch kein Interesse zeigen, obwohl es irgendwie interessant klang.

Ich war unserer ersten Begegnung so lange aus dem Weg gegangen, wie es nur ging. Ich brauchte keine neue Familie und keine Schwester. Schon gar keine türkische. Auch wenn das ausländerfeindlich klang. Dass meine Mutter nach langer Zeit wieder einen Freund hatte, der Ahmed hieß, war ihre Sache. Ich hatte ihn einmal kurz kennengelernt, er schien in Ordnung zu sein. Aber das war alles ihre Angelegenheit. Ich brauchte wirklich keine Stiefschwester. Das alles klang wie diese Fernsehserie.

Türkisch für Anfänger. Und unsere Namen Ayla und Ella machten uns zu Figuren aus einem Abenteuerbuch für kleine Mädchen. Hanni und Nanni auf multikulti. Dabei war ich wirklich nicht ausländerfeindlich oder so. Aber als ich das erste Mal von Ayla hörte, dachte ich sofort an Kopftuch, Gebetsteppiche und unterdrückte Frauen. Vielleicht auch noch an Beschneidungen und Hinrichtungen. Ich konnte mir viel vorstellen. Das alles war ziemlich plump und dumm, das war mir klar. Manchmal steigere ich mich in solche Sachen rein, und dann werde ich stur, und das endet meist nicht gut.

Als wir durch das Gate gingen und ich dem Smalltalk zwischen meiner Mutter und Ayla zuhörte, wurde mir das bewusst. Ich war auf dem Weg in einen dreiwöchigen Urlaub mit Ayla. Das würde nicht gut enden, wenn ich mich nicht zusammenreißen würde. Ich versuchte mich abzuregen. Nach nur wenigen Augenblicken war klar, dass Ayla kein türkisches Kopftuchmädchen war. Sie war attraktiv und offen und erfolgreich. Sie interessierte sich für Menschen. Sie war mir nicht unbedingt sympathisch, aber vielleicht konnten wir uns aneinander gewöhnen.

Wir würden ziemlich viel Zeit miteinander verbringen. Meine Mutter hatte schon angekündigt, dass sie ihre Ferien in erster Linie mit Arbeit verbringen wollte. Wenn Ahmed zu uns stoßen würde, würden die beiden sicherlich immer aufeinanderhängen. Als wir die Gangway hochstiegen, wurde mir so richtig bewusst, dass wir auf dem Weg in den Urlaub waren. Ich wollte keine Spielverderberin sein. Im Flieger saßen Ayla und ich nebeneinander. Meine Mutter vor uns. Kaum saß sie, hatte sie den Laptop schon wieder aufgeklappt und arbeitete irgendwelche Dokumente durch.

Ich hatte mich längst angeschnallt, aber Ayla rutschte auf ihrem Sitz herum, suchte ihren Gurt und schien ziemlich nervös zu sein. Sie sah aus dem Fenster und meinte:„Hast du was dagegen, wenn wir die Plätze tauschen?“„Kein Problem. Willst du nicht am Fenster sitzen?“Anstatt zu antworten, stand sie bereits ungeduldig auf. Ich musste erst meine Gurtschnalle suchen. In der Enge der Sitzreihe war es nicht einfach. Wir zwängten uns aneinander vorbei, ihre Knie auf dem Sitz.

Sie schien jetzt nicht mehr so souverän und elegant, sondern hastig, sogar ein wenig überdreht. Diese kleine Schwäche machte sie mir etwas sympathischer. Ihre langen schwarzen Haare strichen mir durchs Gesicht. In der künstlichen Luft der Kabine rochen sie warm. Nicht nach Shampoo, sondern nach ihr. Ich roch auch wieder den Geruch ihres Körpers. Ein wenig bitter verdrängte er ihr Parfum, das sie noch nicht lange trug. Vielleicht hatte sie es im Taxi auf dem Weg zum Flughafen neu aufgelegt, vielleicht bei einem schnellen Zwischenstopp auf der Flughafentoilette, um eben den langen Arbeitstag etwas zu kaschieren.

Schließlich drückten wir uns aneinander vorbei. Ich setzte mich an meinen neuen Fensterplatz, und sie ließ sich in ihren Sitz fallen mit einem erleichterten, lauten Seufzer. Es machte sie ein wenig menschlicher. „Zufrieden?“„Ich glaube schon. “Ihre Stimme klang immer noch nervös. Ich jedenfalls war zufrieden mit meinem Platz am Fenster. In der Ferne startete ein Flugzeug. Neben uns entluden Arbeiter die Koffer eines Flugzeugs. Ayla versuchte sich immer noch einzurichten, rutschte auf ihrem Sitz hin und her und schnallte sich an.

„Ich hasse das. “„Was?“„Fliegen. “„Oh. Flugangst?“„Wie ein Schwein vor dem Metzger!“Sie lachte etwas zu laut über ihren eigenen Spruch. Ich fragte mich, ob Muslime sich über Schweine beim Metzger lustig machen durften, wo sie die doch nicht essen durften. Natürlich war dieser Gedanke schwachsinnig, und ich schämte mich ein wenig für meine Vorurteile. Die Ausländerfeindlichkeit würde ich etwas runterfahren müssen. Die Stewardess checkte, ob alle angeschnallt waren. Sie musste Ayla ermahnen, das Tablett vor sich einzuklappen und die Sitzlehne hochzustellen.

Nach einigem nervösen Gefummel hatte Ayla alle Befehle befolgt. „Die soll sich nicht so anstellen!“, zischte sie. „Die macht doch auch nur ihren Job. “„Ich weiß. Aber trotzdem!“Ayla tat mir in diesem Moment leid, aber ich genoss es auch ein bisschen, dass ich ihr zumindest in dieser Situation überlegen war. Ich hatte kein Problem mit dem Fliegen. Diese kleinen Kratzer in ihrer Perfektion taten mir gut. Aber ich wollte auch nicht blöd sein, und so drehte ich mich zu ihr, reichte ihr die Hand und meinte: „Ich glaube, wir sollten neu anfangen: Hallo, ich bin Ella.

“Aylas Augenbrauen zogen sich fragend zusammen. Ihre braunen Augen schauten mich an. „Weiß ich doch. “Trotzdem ergriff sie meine Hand und schüttelte sie. Ihr Händedruck war etwas schlaff und ihre Hand feucht. Das Flugzeug war an der Startbahn angekommen und wartete auf den Start. „Weiß ich. Aber wir sind irgendwie auf dem falschen Fuß gestartet. “„Findest du?“„Absolut. Also, ich bin Ella und studiere Soziologie im dritten Semester. Davor habe ich zwei Semester auf Lehramt studiert, aber das war nichts für mich, und daher habe ich gewechselt.

“„Was hat dir nicht gepasst am Lehramt?“„Die Kinder. “ Ich lachte, weil ich meine Antwort witzig fand, aber Ayla nickte nur, ihr war nicht nach Scherzen. „Ich glaube nicht, dass ich das wirklich dreißig Jahre ausgehalten hätte. Das Geschrei und alles. “ Sie sah an mir vorbei aus dem Fenster. „Und jetzt studiere ich Soziologie. Ist auch was mit Menschen. Aber nicht mit so nervigen. “„Ich habe auch oft mit Idioten zu tun. Da muss man sofort dazwischen gehen.

Da muss man konsequent sein. “„Was machst du denn genau?“Meine etwas zögerliche Frage, um herauszukriegen, worüber sie sich mit meiner Mutter unterhalten hatte. „Teamleiterin bin ich. Teamleiterin in einem Callcenter. Ich habe zwanzig Leute unter mir. Ist so ähnlich wie eine Lehrerin. Da darf man keine Schwächen zeigen. Sonst tanzen die einem auf der Nase herum. Man muss echt aufpassen und Disziplin einfordern. Vor allem als Frau. Sonst wird man nicht ernst genommen. Und wenn man dann auch noch so aussieht wie ich, dann ist es besonders gefährlich.

“ ‚Wenn man so aussieht wie ich. ‘ Was war das für ein Satz? Ich war mir ziemlich sicher, dass sie ihr Aussehen meinte. Wie konnte man nur so von sich überzeugt sein?Die Turbinen heulten auf, und das Flugzeug startete. Wir wurden in die Sitze gepresst, und Ayla verkrampfte und packte meinen Oberschenkel. Sie tat mir wirklich leid, und ich legte meine Hand auf ihre, um sie zu beruhigen. Als das Flugzeug abhob, griff sie noch fester zu, und ich streichelte ihre Hand, wie um sie zu trösten.

„Alles gut. Das ist ganz normal. “Sie erwiderte nichts. Wir saßen eine ganze Weile stumm da. Ich streichelte ihre Hand, die immer noch auf meinem Oberschenkel lag. Ich hätte gerne in der Zeitschrift gelesen, die meine Mutter sich gekauft hatte, aber mir gefiel meine fürsorgliche Art, und so strichen meine Finger weiter mechanisch über ihre weiche Hand. Erst nach einer Weile meinte sie: „Du kannst jetzt aufhören. “„Was?“„Meine Hand zu streicheln. Danke, war nett von dir, aber ich komme jetzt zurecht.

“„Oh, klar. “Ich nahm meine Hand von ihrer und sie ließ meinen Oberschenkel los. „Geht’s wieder?“Sie nickte. „Das ist nicht mein Ding. “„Was?“„Fliegen. “„Ist ja nicht schlimm. “„Ich habe Medizin mitgebracht. “„Gegen die Flugangst?“Sie kramte in ihrer Tasche und zog drei Piccolos heraus. „Meine Medizin gegen Flugangst!“„Ich glaube, man darf hier keinen Alkohol trinken, den man nicht im Flugzeug gekauft hat. Habe ich irgendwo gelesen. “Sie ignorierte meinen Einwand, drückte mir eine Flasche in die Hand und reichte eine nach vorne zu meiner Mutter, die aber ablehnte mit dem Hinweis, dass sie arbeiten müsse.

„Umso besser. Mehr für uns!“Wir öffneten unsere Flaschen, und ich hielt Aussicht nach der Stewardess, die mit ihrem Wagen einige Reihen vor uns Getränke verkaufte. Ayla hatte hingegen überhaupt keine Sorgen. Sie knallte ihre Flasche gegen meine, dass es durch das ganze Flugzeug klang und rief:„Auf drei geile Wochen! Prost. “Während sie einen tiefen Schluck aus ihrer Flasche nahm, nippte ich nur an meiner. Alkohol im Flugzeug setzte mir immer schnell zu. Aber ich wollte auch keine Spielverderberin sein.

„Ich habe heute den ganzen Tag noch nichts gegessen. Immerhin, dann wirkt der Alkohol besser!“„Genau!“Ich lachte, schaute aber auch nach der Stewardess, die immer näherkam. „Ich kann Urlaub echt gebrauchen. In letzter Zeit war es richtig stressig. So richtig heftig. Du kannst dir nicht vorstellen, was ich gerackert habe, um Teamleiterin zu werden. “Ich nickte, obwohl ich wirklich keine Ahnung hatte. „Und ich muss immer doppelt so gut sein. Doppelt so gut wie alle anderen.

“ „Wieso das?“„Wieso das? Sieh mich doch an!“Schon wieder ein Hinweis auf ihr makelloses Aussehen, dachte ich. „Wie sehe ich aus?“Ich wusste nicht, was ich sagen sollte und wollte ihr Ego auch nicht zu sehr streicheln: „Gut? … sehr gut sogar?“Ayla lächelte. „Das ist süß, dass du das sagst. Ich finde übrigens, du siehst auch süß aus. Aber ich meinte türkisch! Wenn du Özdemir heißt, dann musst du dreimal so gut sein wie jemand, der Müller oder Meier oder so heißt.

Ist einfach so. Dazu gibt es Untersuchungen. “„Oh. Ja, das ist echt scheiße. Finde ich auch. Dass es immer noch Leute gibt, die was gegen Ausländer haben…“Jetzt war es mir peinlich, dass ich ihr übersteigerte Eitelkeit unterstellt hatte, wo sie doch nur ihre Herkunft meinte. Diese Studien, die sie meinte, kannte ich auch, und ich wollte ihr zeigen, dass ich durchaus Verständnis hatte. „Du kannst jedenfalls froh, dass du einen deutschen Namen hast, blond bist und deutsch aussiehst! Das hilft unglaublich.

Kannst du dir nicht vorstellen. “Sie sagte das so locker, und jetzt war es an mir, mich zu fragen, inwiefern ihr Spruch gerade irgendwie rassistisch zu verstehen war. Und warum überhaupt sah ich „deutsch“ aus. Ich war blond, okay, aber wie sah eine typisch deutsche Frau aus? Ich musste unweigerlich an Kartoffeln und blumige Küchenschürzen und fünfzig Kilo Übergewicht denken. Ayla schien mit ihrem Satz kein Problem zu haben, und sie wechselte dann auch das Thema und erzählte über ihre Arbeit, ihre Aufgaben und Herausforderungen.

Ich hörte zu, kommentierte ein wenig hier und da, aber ich konnte nicht so richtig etwas zum Gespräch beitragen. Die Tatsache, dass ich noch keine wirkliche Berufserfahrung vorweisen konnte, wurde ziemlich deutlich. Und das, obwohl ich, wie sich herausstellte, zwei Jahre älter war als sie. Ich brachte eine kleine Anekdote unter, wie ich mal von einem Vorarbeiter blöd angemacht worden war in einem Ferienjob in einer Fabrik. Aber ich hatte mich da auch sehr blöd angestellt, wie ich zugeben musste, und seine Bemerkungen über meine Dummheit und Unfähigkeit hatte sich genauso gut auf meinen Charakter beziehen können wie auf mein Geschlecht.

So richtig viel konnte ich aus eigener Erfahrung also nicht beitragen zu dem Thema Sexismus am Arbeitsplatz. Aber natürlich hatte ich viel darüber gelesen. Die Stewardess kam nun immer näher mit ihrem Wagen, und ich versteckte meine Flasche in dem Netz für die Zeitungen. Ayla machte keine Anstalten, und als die Stewardess zu uns kam, sagte sie kein Wort zu Aylas Piccolo. Weil sie es entweder nicht sah, was ich mir aber nicht vorstellen konnte, oder weil es ihr im Endeffekt auch egal war.

Ich fand mich in dem Moment jedenfalls übermäßig spießig und ärgerte mich über meine Ängstlichkeit. Wir unterhielten uns, nippten an unseren Flaschen, und ich fand es mittlerweile ziemlich angenehm. Man spürte auch, wie der Alkohol Ayla zusetzte. Sie wurde ausgelassener, auch etwas lauter, verschluckte nun hier und da eine Silbe. Schließlich war ihre Flasche leer. „Eine haben wir noch. Teilen wir uns die?“Ich nickte und beeilte mich, meine Flasche auch zu leeren. Ayla nahm einen tiefen Schluck, und ich ertappte mich dabei, fasziniert zuzusehen, wie ihre Lippen sich über die Flasche stülpten.

Sie bemerkte es, sagte lächelte nur, und ich sah weg, fand mich schon wieder peinlich. Als sie mir die Flasche gab, und ich einen Schluck nahm, schaute sie mir aufmerksam zu und grinste dabei. „Was?“, fragte ich. „Nichts. Was soll sein?“„Was guckst du mich so an?“„Du guckst mich an. Ich schaue nur zurück. “„Was soll das denn heißen?“„Nur so am Rande, ganz ohne Vorwurf. Du bist echt sexy, aber zwischen uns wird nichts laufen.

Ich stehe nicht auf Chicks. “ Sie formte eine offene Faust. „Dicks all the way! Verstehst du?“Ich war sprachlos. „„Glaubst du, dass ich was von dir will?“„Wie gesagt, ich habe kein Problem damit. Aber ich stehe nicht auf Frauen. “„Ich auch nicht!“„Dann ist ja gut. “„Komme ich so rüber?“„Total! Wie du mich anstarrst, deine Hand auf meiner. “„Du hast deine Hand auf mein Knie gelegt!“„Schon klar!“„Jetzt mal ganz im Ernst! Ich will dich nicht anbaggern!“„Und wenn schon.

Wäre ja auch nicht Schlimmes dran!“Ayla führte das Spielchen noch eine ganze Weile weiter, verdrehte mir die Worte im Mund und unterstellte mir, dass ich auf sie stünde, und ich dementierte immer und immer wieder, bis sie schließlich meinte: „Dir ist schon klar, dass ich dich nur verarsche, oder nicht?“„Ist mir vollkommen klar. Natürlich. “ Ich kam mir doof vor. „Dann ist ja gut. Nicht, dass du dir falsche Hoffnungen machst oder so. Von wegen, dass du doch bei mir landen kannst.

Obwohl, wenn ich ehrlich bin, bist du schon süß. So deutsch-süß. “ ‚Deutsch-süß‘? Ich ignorierte das. „Schon klar. Dicks all the way!“ Ich machte ihre Handbewegung nach, was ich aber im gleichen Moment schon recht peinlich fand, und wusste nicht, was ich von der ganzen Sache halten sollte. Ich wurde nicht schlau aus ihr. 2.     KapitelMama meinte, dass uns der Hausverwalter am Flughafen abholen und zur Finca fahren würde. Nachdem wir unser Gepäck abgeholt und den Security-Bereich verlassen hatten, hielten wir Aussicht nach unserem Chauffeur, und in der Tat stand da jemand mit einem Schild, auf dem Mamas Name stand.

Allerdings konnte ich mir nicht vorstellen, dass das der Hausverwalter sein sollte. Es war ein großer, schlanker Junge, braungebrannt und mit schwarzen Haaren, schüchtern lächelnd und mit kleinen Grübchen, die an ihm ganz hübsch aussahen. Hanna sprach ihn an, aber es wurde ziemlich schnell klar, dass er weder Deutsch noch Englisch sprach. Und da keiner von uns Spanisch konnte, verständigten wir uns mit Händen und Füßen. Er bedeutete, uns mitzukommen. Von all dem, was er sagte, verstand ich nur „Ola“, „Bienvenida“ und seinen Namen Marco.

Wir stellten uns ihm vor, und er wiederholte unsere Namen voller Enthusiasmus, was ich sympathisch fand. Während er uns nach draußen zum Wagen führte, regte sich Ayla allerdings auf:„Wie kann der kein Englisch und kein Deutsch? Der lebt in Europa. Der lebt von Touristen. Ist mir vollkommen unverständlich, wie man so dumm sein kann, nicht ein paar Sprachen zu lernen, wenn man damit seinen Lebensunterhalt verdient!“„Vielleicht will er gar nicht im Tourismus arbeiten. “„Egal, was er arbeiten will, er braucht Sprachen.

Weißt du, wie hoch die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien ist?“Ich wusste es nicht. Hoch, hatte ich gehört. Aber Ayla musste zugeben, dass sie es auch nicht genau wusste. „Wie hoch genau ist ja auch egal. Der wird doof gucken, wenn er sich in einem anderen Land einen Job suchen will und keine Sprache kann!“„Im Moment scheint er ja einen zu haben. Als Hausverwalter sogar. “„Der ist niemals Hausverwalter. Der ist höchstens Fahrer! Aber ich bin mir sicher, dass er ganz toll Fußball spielen kann oder YouTube-Star werden will.

Träumt bestimmt von einer Karriere, aus der aber nichts wird!“„Ich find ihn jedenfalls süß. “, entfuhr mir ganz unverhofft. Sie sah mich an, und es tat mir augenblicklich leid, dass ich mir solch eine Blöße gegeben hatte, irgendeine Sympathie oder Regung ihr gegenüber auszudrücken. Ich hatte das Gefühl, bei ihr auf der Hut sein zu müssen. Aber der Alkohol hatte auch meine Zunge gelöst, und jetzt sagte ich Dinge, die ich eigentlich für mich hätte behalten wollen.

„Den findest du süß?“ Aylas Frage klang eher neugierig als abschätzig. „Groß, muskulös, braungebrannt. Und ein süßes Lächeln hat er. “„Der sieht aus wie fünfzehn. “„Mindestens achtzehn wird er sein. “„Wie kommst du darauf?“„Sonst hätte er keinen Führerschein. “„Okay“, meinte sie, und ich verbuchte ein kleines Erfolgserlebnis, dass ich sein Alter kombiniert hatte. „Du kannst ihn haben!“„Du bist aber großzügig. Vielen Dank!“„Mein Fall ist er nicht. Ich will mit Typen auch reden können. “„Dicks all the way, aber sie sollten schon intellektuell sein.

Meinst du das?“Sie sah mich trocken an, und ich grinste, als hätte ich einen weiteren Sieg errungen. “„Ein Mindestmaß an Kommunikation fände ich schon nicht schlecht. “„Der hat vermutlich sowieso eine Freundin. “„Glaube ich nicht. Der sieht mir wie der typische Summerboy aus. Der angelt sich alle blonden, hungrigen Touristinnen, die ihm zwischen die Beine laufen. “„Dann bist du ja vor ihm sicher. “„Wieso?“Ich zeigte auf ihre Haare: „Hungrig weiß ich nicht, aber definitiv nicht blond.

Nach deiner Theorie wird der nicht auf dich stehen. “Wieder einen Treffer. Ich hatte einen Lauf. Ich schob meinen Wagen mit meinem Koffer über den holprigen Asphalt, ihren hatte Ayla Marco hingeschoben, der ihn auch brav weiterschob. Er hatte sogar Anstalten gemacht, auch den Wagen von mir und meiner Mutter zu schieben. Aber wir hatten abgewunken. Abgesehen davon, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie ein einziger Junge drei Gepäckwagen schieben sollte, konnte ich mein Gepäck auch selbst schieben.

„Was stellst du dich an? Der wird genau dafür bezahlt, dass er uns fährt. “So fies, wie ich Ayla beschreibe, war sie eigentlich nicht. Genau konnte ich auch nicht sagen, was sie ernst meinte und was nur gespielt war. Ich hatte das Gefühl, dass sie sich oder mir oder Welt irgendwas beweisen musste und sich härter gab, als sie eigentlich war. Es fiel ihr auch selbst auf, und sie riss sich ein wenig zusammen.

Als wir nebeneinander in dem fetten, schwarzen SUV saßen und vom Flughafen auf die Autobahn in Richtung Norden fuhren, erfasste mich so richtig die Urlaubsstimmung. Palmen, diese spanischen Häuser, spanische Ortsnamen, die Wärme des späten Nachmittags, die graubraunen Farben. Aus dem Radio spanische Stimmen, die ich nicht verstand, und diese leichte Popmusik, die mir in Deutschland zu seicht klang, aber genau hierhin passte. Das gleiche Gefühl schien auch Ayla zu haben, denn sie sagte:„Du musst mich für eine ziemliche Bitch halten.

“„Wieso?“„Weil ich hier so ablästere über den Typen. “„Marco heißt er, glaube ich. “„Marco. Genau. Ich bin eigentlich nicht so. Es ist nur, dass ich super viel Stress habe. Das ist echt eine brutale Welt da draußen. “Ich wusste erst nicht, welche Welt sie meinte. Die Autobahn von Malle sicherlich nicht. „Jeden Tag habe ich es mit Leuten zu tun, die das einfach nicht verstehen. Die nichts aus sich machen, aber alles Mögliche verlangen.

Die glauben, dass jeder nur darauf wartet, sie einzustellen. Auch wenn sie nichts können. Und wenn man sie am Hals hat, hat man nur Probleme mit ihnen. “ Ich konnte mir nur vage vorstellen, was sie meinte. Aber sie sprach auch eher zu sich als zu mir, und ich hielt mich zurück mit meiner Meinung oder mit Ratschlägen, denn ich hatte natürlich überhaupt keinen Plan, wie das so war mit der richtigen Welt. Ich wusste nicht, wie es im Callcenter zuging und mit welchen Typen man sich da auseinandersetzen musste.

Ich wusste nur, dass ich keinen Bock hatte, von diesen Leuten belästigt zu werden und meist schnell auflegte. Wer hatte schon Lust auf so einen Job? Leute zu bequatschen und ihnen Sachen aufzuschwatzen, die sie nicht brauchten oder wollten. Wer machte schon gerne solche Jobs? „Ich brauche echt Urlaub und muss abschalten. War echt stressig in der letzten Zeit. Was ich brauche ist ein Pool und einen Cocktail oder zwei und Sonne und andere Gedanken.

Und dann bin ich auch keine Bitch mehr!“„Okay. “„Ich verspreche es dir. “Sie hielt mir ihre Hand hin. Ich schüttelte sie, obwohl ich das alles etwas übertrieben fand. Wir fuhren ungefähr eine Stunde, bis wir endlich ankamen. „Wow!“ war das Wort, das uns allen entfuhr, als wir die Auffahrt hinauffuhren. Die Finca war riesig und super edel, hatte zwei Etagen, alles war edel eingerichtet. Es gab einen fetten Pool, einen riesigen Garten mit allerlei Palmen.

Es war wirklich ein Luxus-Teil. Als wir in der Einfahrt hielten, erwartete uns eine Spanierin mit einem Tablett voller Orangensaft. Frisch gepresst von den eigenen Bäumen, wie sie uns erklärte. Sie sprach ziemlich gut Deutsch, machte nur wenige Fehler und hatte einen weichen spanischen Akzent. Ayla war erleichtert: „Gottseidank versteht die uns!“, flüsterte sie mir nicht ganz so leise zu. „Ich hatte schon Angst, dass wir uns hier nur mit Zeichensprache verständlich machen müssen.

“Die Frau sah Ayla kurz an, aber ich konnte ihren Gesichtsausdruck nicht deuten. Sie stellte sich uns als Maria und als Haushälterin vor. Ich schätzte sie auf Anfang-Mitte dreißig. Sie hatte schulterlange Haare, ein attraktives, aber eckiges Gesicht. Ich fand sie hübsch, auch wenn ihr Gesicht und einige kleinere Fältchen Härte ausstrahlten, was durch ihre großen, warmen Augen ausgeglichen wurde. ihr auffallendstes Merkmal war allerdings die Strähne weißer Haare, die ihr in die Stirn fielen.

Ich wunderte mich ein wenig, dass eine Haushälterin so gut Deutsch sprach. Ihre ganze Ausstrahlung war voller gelassener Souveränität, wie man es vielleicht von einem englischen Butler erwarten würde, nicht von einer Köchin und einem Hausmädchen. Aber ich nahm an, wenn man sich so eine Millionenfinca leisten konnte, dann hatte man auch das Geld, tolles Personal zu bezahlen. „Willkommen auf der Finca Real“, sagte sie lächelnd und reichte uns jeweils ein Glas Orangensaft. Nachdem wir angestoßen hatten, fragte sie, ob wir eine gute Reise gehabt hätten.

Sie entschuldigte sich für die Unannehmlichkeiten, dass wir nicht wie versprochen vom Hausverwalter am Flughafen abgeholt worden waren, aber der hätte ein gesundheitliches Problem und daher wäre Marco dankenswerterweise eingesprungen. Marco war schon dabei, die Koffer aus dem Wagen zu laden, hielt aber inne und nahm das „Muchas Gracias“ meiner Mutter dankend entgegen. „Marco wird Ihnen in den nächsten Wochen behilflich sein. “, erklärte Maria. „Das ist aber nett von ihm!“, meinte meine Mutter in seine Richtung.

Aber natürlich verstand Marco kein Wort. Er lächelte aber nett zurück. Als meine Mutter ihren Fehler bemerkte, wiederholte sie erst noch einmal ihr „Muchas Gracias“ und wandte sich dann an Maria:„Bitte sagen Sie ihm, dass wir ihm sehr dankbar für seine Hilfe sind. “Sie übersetzte es, und Marco lächelte wieder. Maria führte uns durch das Haus und zeigte uns unsere Zimmer. Ayla und ich bekamen jeweils eigene kleine Zimmer, die nebeneinander lagen. Meine Mutter bekam die Suite mit großem Balkon und eigenem Bad und allem Schnickschnack.

Als Marco uns unsere Koffer gebracht hatte, verschwanden wir in unseren Zimmern, um uns frisch zu machen, wie Ayla es ausdrückte, bis zum Abendessen. Mein Frischmachen bestand daraus, dass ich auf mein Bett fiel, die Schuhe von den Füßen kickte und ein Nickerchen machen wollte. Nebenan hörte ich, wie das Wasser der Dusche lief. Mir fiel Aylas Schweißgeruch ein und ihr für den Urlaub unpassendes Businesskostüm, und für einen Augenblick ging mir das Bild durch den Kopf, wie sie unter der Dusche stand, und der Schweiß ihren Körper hinab gespült wurde.

Es war nur ein kurzer Gedanke. Irgendwann klopfte es an meiner Tür. Ich war wirklich eingeschlafen. Meine Mutter fragte durch die Tür: „Kommst du zum Abendessen, Schatz?“Ich stand noch etwas groggy auf, ging in mein Bad, schaute mich im Spiegel an und spritzte mir ein wenig kaltes Wasser ins Gesicht. Dann zog ich meine Schuhe an und ging nach unten. Mittlerweile war es dunkel geworden. Auf einer großen Terrasse am Pool stand ein Holztisch mit drei Gedecken.

In einer Feuerschale loderte ein kleines Feuer. Ich muss gestehen, ich fand mich ein wenig underdressed. Meine Mutter hatte sich ein Sommerkleid angezogen. Ayla trug eine leichte Pluderhose aus Leinen und darüber eine kurze Bluse, die einen Teil ihres Rückens zeigte. Die beiden standen am Pool. Als ich zu ihnen kam, drehten sie sich um, und mein Gefühl, falsch angezogen zu sein, verstärkte sich nur noch. Aylas langen schwarzen Haare glänzten, ihre dunklen Augen wurden durch den Kajal, den sie aufgelegt hatte, noch unterstrichen, und ihre Lippen leuchteten gefährlich rot.

Ihre knappe Bluse entblößte nicht nur ihren Rücken, sondern auch ihren Bauch. Es war unschwer zu erkennen, dass sie sich fit hielt. Ihr Bauch war flach und hart. „Habe ich was verpasst?“, fragte ich. „Wieso?“„Ihr habt euch so rausgemacht, und ich bin hier in Jeans und T-Shirt. Kommt noch wer?“„Wer soll noch kommen?“, fragte Ayla. „Keine Ahnung. Der König vielleicht. “„Was für ein König?“„Der König von Spanien. Immerhin sind wir in seiner Finca. “„Wieso?“ Ayla stand auf dem Schlauch.

„Sie meint, weil das hier die Finca Real ist. Ich glaube, das heißt königliche Finca. “, erklärte meine Mutter. „Dann ist die ja für uns gerade richtig. Ich fühl mich auch so richtig königlich. Wie eine Prinzessin!“Ich bremste mich gerade noch, sonst wäre mir rausgerutscht:‚Du siehst ja schon wie eine aus. ‘Meine Mutter meinte, dass alles in Ordnung sei, niemand würde uns sehen und es sei total egal, wie wir aussähen. Wir wären schließlich im Urlaub.

Aber es störte mich, dass Ayla sich so rausgeputzt hatte und ich neben ihr wie ein deutsches Bauernmädchen aussah. Jetzt fing ich mit dem ‚Deutsch‘ auch schon an!Ich saß ihr gegenüber, meine Mutter am Kopf des Tisches. Ayla sah verdammt gut aus, hatte vielleicht einen Hauch zu viel Make-up, aber sonst konnte man neidisch werden. Es war ungerecht, dass manche Menschen einen geilen Körper, ein wunderschönes Gesicht und dazu noch ein überdimensionales Selbstbewusstsein abbekommen hatten.

Und ich? Ich konnte in keiner Kategorie mit ihr mithalten. Wenn ich mir nur ihre Augenbrauen ansah, die so elegant geschwungen waren. Oder ihren Bauch, der so perfekt gerundet war oder ihre schmale Taille, die so deutlich betonte, dass sie durchtrainiert war. Und ich? Jetzt war es an mir, sauer zu werden. Mit meinem unverdienten Mittelmaß. Aber bevor ich mich in diese, zugegebener Maße, alberne Sache hineinsteigern konnte, passierte etwas Interessantes. Maria kam mit einem Tablett, wünschte uns einen schönen Abend und stellte uns allen Teller mit verschiedenen Tapas hin.

Sie sahen köstlich aus. Maria fragte uns, was wir trinken wollten, und wir entschieden uns für einen Rotwein. Sie wünschte uns einen guten Appetit und war schon fast wieder in der Küche, als Ayla sie zurückrief. „Ist hier Schweinefleisch drin?“ fragte sie und schubste eine Dattel, die mit Fleisch umwickelt war auf ihrem Teller hin und her. Maria lächelte und meinte: „Da wir wissen, dass Sie muslimischen Glaubens sind, habe ich die Datteln in eine würzige Paprikasauce eingelegt und dann mit Rinder-Carpaccio eingewickelt.

Während Ihres Aufenthaltes bei uns, wird es kein Schweinefleisch geben. Wir werden viel mit Huhn und Meeresfrüchten arbeiten. Ich hoffe, das beantwortet Ihre Frage, und es wird Ihnen schmecken. Wir versuchen aber gerne, all Ihren Wünschen gerecht zu werden. “Damit war das Thema eigentlich gegessen. Dachte ich zumindest. Aber Ayla stocherte weiter an ihrer Dattel herum. „Das ist doch alles Quatsch. Woher wollen Sie wissen, dass ich eine Muslima bin?“„Ich habe mit Maria telefoniert.

Vor zwei Wochen ungefähr. Ich wollte sichergehen, dass wir dir gerecht werden. Ich war mir nicht sicher, wie ernst du das nimmst, wollte aber auf Nummer sicher gehen. “Ayla schaute immer noch skeptisch. Sie spießte die Dattel auf, roch daran und rief: „Ich rieche das Schweinefleisch doch! Mich könnt ihr nicht verarschen!“Sie warf ihre Gabel mit der Dattel in hohem Bogen in die Dunkelheit. Es war so still am Tisch, dass wir alle hörten, wie sie in einem Gebüsch landete.

Maria sah sie stumm an. Sie verzog keine Miene, und es war mir unmöglich zu sagen, was sie gerade denken mochte. Meine Mutter versuchte zu vermitteln: „Vielleicht können Sie die Datteln einfach wieder mitnehmen. Ich bin mir sicher, dass Ayla es nicht so meint. “„Ich meine es so, wie ich es gesagt habe!“Ayla war offensichtlich nicht zu einem Kompromiss bereit. Maria wandte ihren Blick von Ayla ab, lächelte meine Mutter freundlich an und sagte:„So machen wir das.

Ich habe noch ein paar eingelegte Champignons. “ Damit nahm sie Aylas Teller. Diese saß aufrecht und stolz da mit verschränkten Armen und sah stumm zu. Mir war das alles super peinlich, und ich wollte zum Frieden beitragen:„Wir werden in der Zwischenzeit die Gabel suchen. “„Machen Sie sich keine Sorgen. Die wird sich morgen schon wiederfinden. In der Dunkelheit wird das schwierig. “Maria verschwand, und für einen sehr langen Augenblick legte sich eine unangenehme Stille über den Tisch.

Schließlich sagte meine Mutter: „Ich wusste gar nicht, dass du deinen Glauben so ernst nimmst. Waren wir nicht schonmal zusammen beim Griechen, und da haben wir uns einen Grillteller geteilt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass da auch Schweinefleisch bei war. “„Auf keinen Fall. Ich habe darauf geachtet. Kein Schweinefleisch!“„Bist du sicher?“„Absolut. Ich kann es einfach nicht ausstehen, wenn Personal sich so benimmt. Was denkt die sich. Wenn ich kein Schweinefleisch will, dann ist das so.

Dann muss ich mich nicht für meine Religion rechtfertigen. “„So war das bestimmt nicht gemeint. “Ich hielt mich raus, stocherte jetzt auch an der Dattel herum. Datteln waren nicht so mein Ding, aber ich war auch neugierig, wie dieser verbotene Snack schmecken mochte. Ich fand es eigentlich überraschend gut. Die eingelegte Dattel hatte eine leichte Schärfe, das Fleisch schien mit Zitronen eine fruchtige Säure erhalten zu haben. Aber ich hielt meine Meinung für mich und schämte mich fremd für diese Szene.

Mama versuchte Ayla immer noch zu beruhigen, und diese regte sich langsam wieder ab. „Wasser?“ Ich goss meiner Mutter und Ayla aus einer Karaffe ein. Ich versuchte das Thema zu wechseln und fragte, was wir am nächsten Tag machen wollten. Doch Mama meinte sofort, dass sie noch einige Dokumente durcharbeiten müsste und entschuldigte sich, und Ayla war nicht in der Stimmung, sich mit dem folgenden Tag auseinanderzusetzen. Und dann war Maria auch schon wieder da mit ihrem Tablett.

Sie brachte Ayla einen kleinen Teller mit gebratenen Champignons, die so lecker aussahen, dass ich ein wenig neidisch wurde. Ayla sagte höflich, aber sehr knapp, danke und begann sofort zu essen. Aber ich erkannte, dass diese Sache noch nicht beendet war, denn auf Marias Tablett stand eine Flasche Wein, aber nur zwei Gläser. Sie öffnete die Flasche und servierte Mama und mir den Wein, hatte aber keinen für Ayla. Ayla war mit ihren Champignons beschäftigt und merkte es erst nicht.

Dann sah sie sprachlos zu, wie Maria sie ignorierte und sah ihr zu, wie sie ohne ein weiteres Wort wieder in der Küche verschwand. Mama und ich saßen stumm da, ich hatte meine Hand schon am Stiel des Weinglases, lies es aber wieder los und zog meine Hand langsam zurück. „Verarscht die mich?“ Mama und sich sahen uns an. „Wer glaubt die, wer sie ist?“Aylas Augen waren jetzt voller Wut. Sie funkelten. Mit einem Ruck schob sie ihren Stuhl zurück, dass Mamas und mein Wein aus den Gläsern schwappte und stürmte ins Haus.

„Das werde ich aber klären!“„Ich glaube, das ist keine gute Idee, Ayla. “, meinte meine Mama nur etwas lahm. Aber Ayla war schon verschwunden. Wir saßen still am Tisch, tranken unseren Wein, ohne anzustoßen. Erst als ich schon einen tiefen Schluck genommen hatte, fragte ich Mama: „Hätten wir den Wein stehenlassen sollen? So aus Solidarität oder so?“Aber Mama hatte damit überhaupt kein Problem. „Lass die das mal unter sich ausmachen. “ Damit nahm sie einen tiefen Schluck.

„Ich brauche jetzt echt meinen Alkohol! Die werden das unter sich auskaspern in einem ernsten Gespräch zwischen zwei erwachsenen Frauen. “„Meinst du wirklich?“, fragte ich, und erst da merkte ich, dass sie das ironisch gemeint hatte. „Ayla ist manchmal ein wenig impulsiv. Vielleicht auch was unsicher. Aber die beruhigt sich auch wieder. “Ich blieb an dem „unsicher“ hängen. So wirkte sie gerade nicht auf mich. Eher im Gegenteil. Mama glaubte wohl, dass Ayla mit ihrem selbstsicheren Auftreten irgendwas kaschierte.

Dass meine Mama das alles gelassen hinnahm, beruhigte mich jedenfalls. Denn ich hatte schon befürchtet, dass diese kleine Fehde zwischen den beiden uns den Urlaub versauen würde, und da hatte ich keine Lust drauf. Meine Mama hob ihr Glas und meinte: „Auf unseren Urlaub!“Wir stießen an und tranken unseren Wein. „Aber trotzdem würde ich gerne wissen, was jetzt gerade in der Küche passiert. “„Ayla war schon ziemlich wütend. “„Die braucht Urlaub. Aber ich bin mir sicher, die wird schon wieder runterkommen.

“ „Das wird es sein. “Schließlich kam Ayla zurück und setzte sich stumm an ihren Platz. Dann aß sie ihre Tapas, während Mama und ich ihr still zusahen. Schließlich konnte ich es nicht mehr ertragen: „Und?“Sie hielt mir ihren erhobenen Zeigefinger ins Gesicht und zischte: „Kein Wort, okay?“„Klar. “ Meine Mutter grinste verschmitzt. „Möchtest du vielleicht was von meinem Wein?“Ihre Augen funkelten vor Wut. „Mir ist die Lust vergangen. “„Verstanden. “Im nächsten Moment kam Maria mit einem Tablett und räumte ab.

„Hat es geschmeckt?“ Marias Stimme war nichts anzumerken. Was immer da gerade in der Küche abgelaufen war, sie ließ sich nichts anmerken. Mama und ich bedankten uns fast überschwänglich, und zu meiner Überraschung presste selbst Ayla ein: „Sehr gut“ hervor. Was war da in der Küche passiert?Mama und ich sahen uns an. Wir waren verblüfft und beobachteten die beiden ganz genau. Aber Maria ließ sich nichts anmerken und Ayla sagte nichts mehr. So verlief das Abendessen in einer seltsamen Stimmung.

Meine Mama und ich unterhielten uns, und Ayla saß still auf ihrem Platz und starrte auf ihren Teller. Wenn Maria kam um abzuräumen, Desserts zu bringen oder zu fragen, ob wir einen Kaffee wollten, veränderte sich unser Gespräch augenblicklich. Ich merkte, wie auch Mama gespannt war und langsamer sprach, ihre Worte suchte, weil sie so genau beobachtete, wie die beiden sich verhielten. Maria blieb professionell und Ayla einsilbig. Sie bat höflich um einen Kaffee, und bekam diesen auch ohne Probleme von Maria serviert.

Was immer da in der Küche vorgefallen war, Maria musste gewonnen haben. Wenig später verabschiedete sich meine Mutter, sie sei müde und würde schlafen gehen. Ich blieb noch ein bisschen sitzen in der Hoffnung, ohne meine Mutter etwas mehr in Erfahrung zu bringen, was in der Küche passiert war. Aber Ayla blieb erst einsilbig, dann merkte sie das scheinbar und bemühte sich um ein wenig Konversation, aber ihre Gedanken waren nicht bei dem Gespräch.

Wir wechselten zäh ein paar Worte, aber eine Konversation kam nicht auf. Schließlich beschlossen wir, ebenfalls schlafen zu gehen. Ich war noch nicht müde, ging noch duschen, um die Reise von meinem Körper zu waschen und legte mich dann ins Bett. Ich war schon fast eingeschlafen, als ich hörte wie die Tür zu Aylas Zimmer geöffnet und geschlossen wurde. Dann hörte ich, wie sich Schritte entfernten und die knarzende Holztreppe hinuntergingen. Interessant, dachte ich, fragte mich, was das auf sich hatte, und kam mir vor wie in so einem Jugendbuch mit Detektiven.

Aber anstatt hinterherzuschleichen, um herauszufinden, was Ayla im Schilde führte, schlief ich ein.   3.     KapitelWas immer vorgefallen war am Abend zuvor, es hatte Aylas Stimmung nicht beeinträchtigt. Sie saß an ihrem Platz, einen Kaffee vor sich und beschäftigte sich mit ihrem Handy. Mama schwamm im Pool einige Bahnen. Ich war amüsiert über ihre Disziplin. So früh am Morgen musste das Wasser eisig sein. Auch Marco war da und kroch in dem Gebüsch herum, in das Ayla ihre Gabel geworfen hatte.

Ich setzte mich zu Ayla und sah meiner Mutter beim Schwimmen zu. Ayla beachtete mich nicht, und so scrollte ich auch lustlos durch Instagram. Schließlich kam Maria heraus, wünschte mir einen guten Morgen und fragte mich, ob ich einen Kaffee oder einen Saft haben wollte. Ich entschied mich für beides. Erst als Maria schon wieder im Haus verschwunden war, fiel mir der Streit zwischen den beiden ein. „Hast du gestern Abend noch was gemacht?“, fragte ich Ayla.

„Gestern?“„Nachdem wir in unsere Zimmer verschwunden sind. “„Nein. Was soll ich gemacht haben?“Sie sah mich nicht an, und ich nahm ihr das nicht übel, sondern betrachtete die Morgensonne, die auf ihr Haar fiel. Sie saß ganz beiläufig auf ihrem Gartenstuhl, die Füße beide auf der Sitzfläche eines zweiten, den sie sich zurechtgestellt hatte. Es sah ganz casual aus, und doch wirkte alles so, als würde sie für einen Fotoshoot posieren. Selbst in ihrer labberigen Sporthose und dem zu weiten und verknitterten T-Shirt.

Wie konnte man so früh am Morgen und so beiläufig schon so gut aussehen?„Ich dachte, ich hätte die Tür nochmal gehört. “„Oh… das. “ Sie starrte auf ihr Handy und wischte auf dem Display herum. Ich rechnete schon nicht mehr mit einer Antwort, als sie meinte:„Ich war noch durstig und habe mir eine Flasche Wasser geholt. “„Ach so… Wasser. “Vielleicht stimmte es ja. Aber die Art und Weise, wie sie mich bei ihrer Antwort ignorierte, kam mir verdächtig vor und begann mich nun doch zu ärgern.

„Ich dachte, du hättest gestern Abend genug Wasser gehabt. “„Wieso?“Sie blickte ganz beiläufig von ihrem Handy hoch, aber nur für einen winzigen Augenblick. Es gefiel mir, die Oberhand zu haben, obwohl ich gar nicht auf Krawall aus war. „Es ist wichtig, immer gut hydriert zu sein. “„Mmh…“ Jetzt war richtig deutlich zu hören, dass sie genervt war, was mich amüsierte. Beim Frühstück machten wir unsere Pläne für den Tag. Es war ziemlich einfach. Mama wollte arbeiten.

Sie erzählte uns in übertriebenem Enthusiasmus von irgendeinem Problem in der Besteuerung von Wohnbesitz bei Unternehmen, das sie näher untersuchen wollte, und deutete enormes Potential an für den Fall, dass sich ihre Vermutungen bestätigten. „Mama, du weißt schon, dass wir hier Ferien machen. Steck deine Unternehmenskacke mal weg!“Sie lächelte mich an und meinte: „Ohne meine Unternehmenskacke wären wir gar nicht hier. Wer hat durch seine großartige Arbeit denn diesen ganzen Urlaub an Land gezogen?“„Du.

“„Ich. Genau. Ich. Und wenn es weiter so gut läuft, können wir uns das hier vielleicht irgendwann mal selbst leisten! Also beschwer dich nicht. “Ich hatte arge Zweifel daran, dass wir uns das hier mal selbst leisten könnten, aber es war ihre Entscheidung. Wenn sie glücklich war, sollte sie sich mit Unternehmenssteuern in ihrem Urlaub beschäftigen. „Wenn das stimmt, was ich vermute, dann bin ich an einem ganz dicken Fisch dran. Dann wird unser nächster Urlaub in einem Penthouse in New York stattfinden!“Meine Mama wollte Anerkennung und dass ich mich für ihre Sache interessierte.

Glücklicherweise kam Maria dazwischen, und das Thema war beendet. Stattdessen verfeinerten wir unsere Pläne für den Tag. Ayla wollte an den Strand, und Maria schlug vor, dass Marco uns fahren könnte. Der hatte mittlerweile die Gabel gefunden, an der die mutmaßliche Schweinefleisch-Carpaccio-Dattel noch steckte, und hielt sie triumphierend hoch. Ich beobachtete, wie die beiden miteinander auf Spanisch sprachen, und da ich nichts verstand, konzentrierte ich mich auf ihre Mimik. Marias Stimme klang freundlich, mit einem kleinen dunklen und etwas herben Ton darin.

Als Kaffeefarben hätte ich ihn bezeichnet. Ihre Augen leuchteten freundlich, aber auch irgendwie gewissenhaft. Ich fragte mich, warum sie diese weiße Strähne auf ihrer Stirn nicht einfach wegfärbte, weil die sie ein paar Jahre älter machte. Aber sie gab ihr auch etwas Besonderes, fast schon Abenteuerliches. Wie eine Piratin, die nach langen Jahren auf hoher See und wilden Abenteuern aus diesem gefährlichen Leben ausgeschieden war und sich nun für ein langweiliges, aber sicheres Dasein entschieden hatte, weil sie sich nichts mehr zu beweisen hatte.

Marco schien sich zu freuen. Er lächelte jedenfalls und sah kurz zu uns herüber, wobei ich mir einbildete, dass er nicht mich, sondern Ayla ansah. Aber ich konnte ihm das nicht übelnehmen. Ich hätte auch lieber sie als mich angeschaut. Er nickte jedenfalls, stellte ein kurze Rückfrage und nickte dann. Er wirkte gut erzogen, respektvoll und ein wenig schüchtern, was ich nett fand, denn wenn man sich seinen muskulösen, gebräunten Körper ansah, hätte man etwas mehr Selbstsicherheit vermutet.

Er nickte jedenfalls, und ich verstand „muy bien“. Sehr gut. Ich würde also meinen Tag verbringen mit einer Türkin, die die Ausstrahlung eines Supermodels hatte, und einem Spanier, der den Körper eines Athleten hatte. Und dazwischen ich, die blonde, etwas zu runde, wenn auch sicherlich nicht dicke, aber deutsche Ella, die sich immer schon vorgenommen hatte, mehr Sport zu treiben und das Abo im Fitnessstudio häufiger zu nutzen als das von Netflix. Ich stellte mir vor, wie die beiden im Meer standen, die Wellen ihre Körper streichelte und sie sich umarmten.

Wie in einem Softporno. Sie würden zueinander passen. Und ich saß am Strand und passte auf, dass unsere Sachen nicht geklaut wurden. Musste ja auch einer machen. Ayla und ich verschwanden auf unsere Zimmer. Abfahrt zum Strand sollte erst in einer halben Stunde sein, aber Ayla meinte, sie bräuchte etwas länger, und so verabredeten wir uns in einer Stunde. Als ich hinunter ging, hatte Marco schon den Wagen geholt und Ayla wartete auf mich.

Sie hatte sich richtig schick gemacht. Während ich der Einfachheit halber ein Polo-Hemd und Shorts angezogen hatte, trug Ayla einen engen sommerlichen Rock, der ihr bis zu den Knöcheln reichte, und eine passende beige Bluse. Etwas unpraktisch fand ich ihre Schuhe, nicht gerade High Heels, aber dennoch mit Absatz. Einige Momente später sollte ich die Funktion ihrer hohen Schuhe herausfinden. „Fertig?“„Total!“ Ich fragte nicht, ob wir unsere Pläne geändert hatten oder warum sie sich so herausgeputzt hatte.

„Dann auf geht’s! Vamos! Andale! Allez!“Ich war mir ziemlich sicher, dass nicht alle ihrer Wörter Spanisch waren, aber der Gedanke verschwand im nächsten Augenblick, denn Ayla machte ein paar Schritte. Sie setzte einfach ein Bein vor das andere und ging. Ich hatte noch nie jemanden so gehen sehen, denn ihr enger Sommerrock war so hoch ausgeschnitten, dass sie mit jedem Schritt für einen kleinen Augenblick ihre langen und unglaublich perfekten Beine zeigte. Dieser Schlitz in ihrem Rock ging fast bis zu ihrem Po, und ich hatte das Gefühl, dass mir bei jedem ihrer Schritte der Atem für einen Moment stehenblieb.

Ich konnte nicht anders, konnte meinen Blick nicht von ihr nehmen. Ich hatte schon Tausende von schönen, weiblichen Beinen gesehen. Als jemand, der auch der Philosophie „Dicks all the way“ anhing, und das ohne den geringsten Hauch eines Zweifels, konnte ich mich nicht von diesem Anblick lösen, der immer nur für einen Augenblick bestand, aber definitiv wiederkehren würde. Was war mit mir los? Woher meine Faszination für Aylas lange, wunderschöne, perfekte Beine?Immerhin war ich nicht die Einzige, die von Aylas Kleiderwahl angezogen wurde.

Marco betrachtete sie mit der gleichen Faszination, allerdings etwas versteckter aus den Augenwinkeln. Ich beschloss, mich auch etwas zurückzuhalten. Aber es war verdammt schwer, ihre Beine zu ignorieren. Marco bedeutete uns einzusteigen, und auf ging es. Wir fuhren allerdings nicht zu einem Strand, sondern in ein kleines Dorf am Meer. „Hat der uns nicht verstanden?“, meinte Ayla. „Beach, Strand, Playa!“ „Si, si!“, verstand ich noch. Seine weiteren Worte allerdings nicht. Fand ich das zunächst noch amüsant, mit jemandem einen Tag zu verbringen, mit dem man kein Wort wechseln konnte, stellte sich das nun schon als Problem heraus.

Ayla versuchte es mit ihren geringen Sprachkenntnissen:„We want vamos a la playa!“Marco parkte den Wagen in einer Nebenstraße, holte aus dem Kofferraum unsere Strandtaschen und einen Picknick-Korb und ging zu dem kleinen Hafen. „Was sollen wir machen?“, fragte ich. „Wir folgen ihm. Was soll’s! Mal sehen, wo er uns hinführt. “Ayla hatte natürlich recht, auf der anderen Seite überraschte es mich, dass sie ihren Willen nicht stärker versuchte durchzusetzen. Als wir zum Hafen gingen, ich blieb immer noch einen Schritt hinter Ayla, um mich sattzusehen an ihren Beinen, stieg der Geruch des Meeres in meine Nase.

Das Salz des Meeres, dazu die aufsteigende Wärme des Vormittags. Es fühlte sich nach Urlaub an. Nicht zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, aber es fühlte sich immer noch schön an, nicht mehr in Deutschland in einer muffigen Uni-Bibliothek zu sitzen. Wir gingen ans Pier und Marco führte uns zu einem kleinen, aber teuer aussehenden Boot aus Holz. „Sollen wir nochmal versuchen, ihm zu erklären, dass wir nur zum Strand wollen? Schippert er uns nach Afrika oder was hat er vor?“ „Ich weiß es auch nicht.

Aber lass ihn doch. Wir gehen einfach mit dem Flow. “„Mit dem Flow?“„Genau. “„Ja, dann machen wir das mit dem Flow. “Ich stellte sicher, dass Ayla vor mir aufs Boot stieg, und war sogar ein wenig enttäuscht, als sie mir für mindestens zwei Sekunden ihren Oberschenkel zeigte und das Mysterium der attraktivsten Beine auf Malle ein wenig verwischte. Als mir einfiel, dass sie mir am Strand doch sicherlich im Badeanzug ihre Beine zeigen würde, hatte ich Hoffnung, diese komische Obsession bald zu überwinden.

Marco zeigte mir in seinen Shorts schon den ganzen Morgen seine Beine, und die waren sicherlich auch nett und wohlgeformt und muskulös, aber sie wurden auch nicht nur für winzige Augenblicke entblößt. Es fühlte sich richtig nach Urlaub an, als wir aus dem Hafen fuhren in einem teuren Boot, das Hafendorf hinter uns ließen und die Küste entlangfuhren. Salzwasser spritzte auf unsere Haut, das Boot schaukelte, als es über die Wellen sprang und der Wind unsere Körper kühlte.

Marco steuerte das Boot die steile Küste entlang, und wir fühlten uns einfach gut und irgendwie wichtig, dass wir so hofiert wurden. Nach einer Weile drosselte er den Motor und steuerte in Richtung Land. Mit einem Schlag wurde uns klar, warum wir nicht mit dem Auto gefahren waren. Wir landeten an einer kleinen Bucht an, die nicht mehr als zwanzig Meter breit war, mit feinem Sandstrand und die von der Küste aus nicht erreicht werden konnte.

Ein Geheimtipp quasi für uns ganz allein. Entlang einiger Felsen am Rand der Bucht war ein alter Steg, an dem Marco anlegte, und etwas wackelig schafften wir es an Land. „Wie Piraten, die eine einsame Insel entdeckt haben!“, meinte ich. Ayla beschränkte sich auf ein: „Sehr geil. “Wir breiteten uns aus, während Marco noch am Boot hantierte. Aus den Augenwinkeln beobachtete ich Ayla, die sich ihres Rockes entledigte und mich nun endlich von ihrer Verzauberung befreite.

Ihre Beine waren perfekt und schlank und toll. Aber ich konnte sie nun endlich so lange betrachten, wie ich wollte, und das Verbotene war verschwunden. Damit auch ihr Reiz. Stattdessen zeigte sie mir ihren Körper, der, wie ich es vermutet hatte, natürlich nahezu perfekt war. Ich schaute zu Marco herüber, ob er auch so fasziniert war, aber der beschäftigte sich noch mit dem Boot. Und überhaupt sah er sowieso vermutlich täglich halbnackte Frauenkörper. Ich brauchte dazu das Internet.

Sie zog auch ihre Bluse aus und darunter kam ihr Bikini zum Vorschein, der super zu ihr passte und teuer aussah. Ich blieb einige Augenblicke auf meinem Badetuch sitzen, um Mut zu fassen. Mit der gleichen Selbstverständlichkeit konnte ich mich nicht meiner Klamotten entledigen, zumal ich meinen Bikini, der definitiv nicht so gut saß, in der Tasche hatte. So elegant wie sie ihre Klamotten ausgezogen und in den Sand hatte fallen lassen, konnte ich es nicht machen.

Ich musste aufstehen, das Handtuch um mich wickeln und mit schrecklichen Verrenkungen erst die Shorts und meinen Slip ausziehen, dann in das Bikinihöschen steigen, ohne die Balance zu verlieren und dann ähnlich herumhampeln, um das Bikinioberteil anzuziehen. Elegant ging anders. Ich hielt immer noch das Badetuch um meinen Körper geschlungen, denn das nächste Problem bestand darin, mich den beiden anderen zu präsentieren. Es war schon etwas her, seit ich mich das letzte Mal so in der Öffentlichkeit gezeigt hatte.

Aber es half ja nichts, und außer Ayla und Marco sah mich auch niemand. Mit diesem Gedanken fiel auch mein Badetuch zu Boden. Es hatte ja keinen Zweck. Ayla war in der Zwischenzeit zum Meer gelaufen und stand nun bis zu den Schenkeln im Wasser, machte langsam einen Schritt nach dem anderen ins kühle Nass. Ich war ein wenig erleichtert, dass das kalte Wasser ihr die Eleganz geraubt hatte und sie nicht super anmutig in die Wellen gesprungen war.

Es machte sie menschlicher. Ich folgte ihr, und in der Tat war das Wasser verdammt kalt. Da ich sie schon nicht in Anmut und Schönheit überholen konnte, zeigte ich ihr zumindest, dass ich härter im Nehmen war, und so überwand ich mich, überholte sie und schwamm bald in dem kalten Meerwasser, während sie sich noch Schritt für Schritt vorantastete. Vielleicht war das der Vorteil ‚deutsch‘ zu sein. Man war härter im Nehmen als diese ganzen mediterranen Schönheiten.

Das Meerwasser auf meinen Lippen, der Anblick des Meeres und der kleinen Bucht, der weiche Sand und die Fische, die um meine Beine schwammen. Was konnte es Schöneres geben?So plantschten wir eine Weile im Wasser, bis uns kalt wurde. Schließlich ließen wir uns auf unsere Badetücher fallen, und die Sonne saugte die Tropfen von unserer Haut. „Du musst dringend was gegen die Sonne tun!“ Ayla zeigte auf meinen Rücken. „So weiß, wie du bist, du deutsche Schönheit!“„Du hast Recht.

“Ich kramte in meiner Tasche nach der Sonnencreme. „Welche hast du?“„Keine Ahnung, Nivea. Faktor 30 oder so. Ich habe nicht so genau geguckt. “„Girl, du musst mehr auf dich achten! Warte mal…“‚Girl‘? Wirklich?Sie holte ihre Sonnencreme heraus. „Die hier ist besonders für besonders helle Haut wie deine gut. Aber ich nehme die auch. “Sonnencreme von Chanel! Keine Ahnung, wie teuer das Zeugs war, aber sicherlich ein Vielfaches von meinem. „Behalt das mal für deinen Luxuskörper.

Mir reicht mein gutes deutsches Nivea. “„Das ist ja Quatsch. So darfst du nicht denken!“Sie nahm mir die Creme aus der Hand, stopfte sie in meine Tasche und rief:„Ola Marco!“Der schaute vom Boot her auf. Ayla wedelte mit ihrer Chanel-Tube. „Crema de la Sol!“„Ich glaube nicht, dass das Spanisch ist. “„Der wird das schon verstehen. Was heißt denn Milch auf Spanisch?“„Keine Ahnung. Irgendwas mit ‚leche‘ oder so. Von wegen Kaffee mit Milch. Da sagt man doch sowas wie ‚con leche‘ oder so.

“„Ich weiß nicht. “ Sie rief noch einmal „Los Molocco a luna!“„Was ist denn ‚Molocco‘?“„In irgendeiner Sprache heißt das Milch. Da bin ich mir ziemlich sicher. “„Aber ‚luna‘ ist der Mond. “„Ist doch egal. “„Was heißt Milch auf Türkisch?“„Ich glaube nicht, dass der Türkisch spricht. “„Das glaube ich auch nicht. Ich will’s nur wissen. “„‘Süt‘, glaube ich. Ich bin nicht so eine Türkin!“„Eine Türkin, die Türkisch spricht?“„Eine Türkin, deren ultimatives Ziel es ist, zurück in ein anatolisches Dorf zu ziehen, um da Ziegen zu hüten und zwölf Kinder zu kriegen.

So lange ich nicht melken muss, brauch ich auch nicht zu wissen, was Milch auf Türkisch heißt. “ Marco stand mittlerweile neben uns. Er hielt den Picknick-Korb locker in der Hand und hatte sich sein T-Shirt ausgezogen. „Findest du nicht, dass der total süß aussieht? Wie so ein junger Ronaldo. “ Ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen, so über ihn zu reden, wo er vor uns stand und uns hören konnte. Was, wenn er doch Deutsch sprach und uns das alles nur vorspielte? Aber warum sollte er uns so reinlegen? Ich sah ihn an, aber er lächelte nur verständnislos.

„Wie gesagt, mir ist der noch zu klein. Aber ihr wärt ein gutes Paar!“„Meinst du? Der hat bestimmt eine Freundin. “„Glaube ich nicht. “„Auf so einen Körper fliegen die Frauen doch! Auch Spanierinnen! Sieh dir mal seine Brustmuskeln an und sein Sixpack!“„Aber guck mal, wie schüchtern er ist. Es geht nicht ums Aussehen, sondern um die Ausstrahlung. Der interessiert sich nur für Fußball. Genau wie Ronaldo. “Bei dem Wort veränderte sich Marcos Miene. Den Namen verstand er also, und er musste nicht so ganz klug sein, um zu erkennen, dass wir über sein Aussehen redeten.

Mir war das peinlich. Schließlich lästerte man nicht über andere in deren Beisein, auch wenn sie einen nicht verstanden. Aber Ayla hatte diese Skrupel offensichtlich nicht. „Ola, Marco: Leche con sola por mon ami ici!”Sie wedelte mit der Flasche und zeigte auf mich. „Warum kannst du mir nicht den Rücken eincremen?“„Dafür ist Marco doch da! Der ist den ganzen Tag dafür abgestellt, uns zu Diensten zu sein. Das macht der bestimmt gerne. “ „Was?“„Weiße Frauen eincremen und so.

“„Meinst du?“„Außerdem, was bist du so scharf darauf, dass ich dich eincreme? Du erinnerst dich noch: Dicks all the way? Ich will nichts von dir. “„Ich will definitiv auch nichts von dir!“„Leg dich auf den Rücken und lass Marco sein Werk verrichten. Du findest den süß, wenn du ihn klarmachen willst, dann musst du ihm auch was bieten. “„Klarmachen, was bieten? Was redest du?“„Jetzt mach schon!“Sie warf ihm die Chanel-Tube zu und bedeutete mir, mich auf den Bauch zu legen.

Was soll ich sagen. Es war mir etwas unangenehm, aber die Situation war auch irgendwie prickelnd. Also gehorchte ich und machte es mir bequem. „Na also. Geht doch. Por favor, Marco. Dawaj!“Wenige Augenblicke später spürte ich seine Hände auf meinen Schultern. Vorrichtig verrieb er die Creme auf meinem Rücken. An seinen Bewegungen spürte man, dass er das nicht oft machte. Sie waren vorsichtig und behutsam. „Wie ist es?“„Wie soll es sein?“Ich fand die Situation auch seltsam.

Meinen Kopf hatte ich zu Ayla gewendet, die neben mir kniete. Auf der anderen Seite war Marco. Ich fühlte mich erst ein wenig wie eine Kranke auf dem Operationstisch, die von allen angestarrt wird. Ayla sah fasziniert zu, und um ihrem Blick zu entgehen, schloss ich die Augen und genoss schließlich auch Marcos Berührungen auf meinem Körper. Ich hatte das Gefühl, dass er ziemlich viel von der sündhaft teuren Sonnencreme auf meinem Rücken verteilte, aber es war mir egal.

Es war schon was her gewesen, dass mich jemand so berührt hatte. Nach einer Weile unterbrach Ayla meinen stillen Genuss: „Ola, aqui!“Wenig später berührten seine Hände meinen Hals, meinen Haaransatz. Ich war da schon immer empfindlich gewesen, und empfand die Berührungen nun zunehmend als Streicheleinheiten. Ayla dirigierte Marcos Hände und bald schon strichen sie über meinen Brustkorb und wanderten meinen Rücken hinunter bis zum Saum meines Bikinihöschens. Für einen kleinen Augenblick verschwanden sie darunter, aber ich konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob es ein Versehen war.

Ich öffnete die Augen. Ayla betrachtete ganz fasziniert, was Marco mit mir anstellte. „Los Legos aussi, por favor!“Ich hörte, wie Marco seine Position veränderte und sich meinen Beinen widmete. Meinen Waden und meinen Füßen. Zunächst war ich enttäuscht, da ich seine Finger gerne noch länger auf meinem Rücken gespürt hätte. Aber dann wurde mir klar, wohin seine Hände ihn führen würden, wenn er weitermachte, und nun breitete sich ein Kribbeln in meinem Unterleib aus.

Ich rutschte etwas auf meinem Bauch hin und her und spürte einen kleinen Sandhügel, der auf meinen Venushügel drückte. Meine Hüften schoben sich hin und her, und dann fiel mir ein, dass ich unter enger Beobachtung stand und musste mich dazu zwingen, still liegenzubleiben, um meine Gefühle nicht zu verraten. Der Gedanke, von Ayla beobachtet zu werden, war seltsam. Seine Finger wanderten höher zu meinen Knien, und ich spreizte ein wenig die Beine, um ihm Zugang zu meiner Haut zu gewähren.

„Gefällt es dir?“Aylas Stimme ärgerte mich zunächst, weil sie mich aus meinen Gedanken riss. Auf der anderen Seite aber erregte es mich auch, dass sie mich ansah, dass ich das Zentrum ihrer Aufmerksamkeit war und sie mit meinem Anblick auch irgendwelche Gedanken, sexuelle Gedanken mussten es definitiv sein, verband. „Ihm gefällt es auch! Guck mal!“Ich drehte meinen Kopf und schaute unauffällig zu ihm. Zwischen Marcos Shorts war definitiv eine dicke Wölbung zu erkennen. „Ist doch schön, dass ich ihm auch gefalle.

“, murmelte ich mehr zu mir als zu ihr. Es war nett, dass ich solch eine Wirkung auf ihn hatte. Dabei tat ich gar nichts. Ich bot ihm nur meinen Körper für seine Berührungen. Er hatte nun meine Oberschenkel erreicht, spritzte wieder einen Klecks der sündhaft teuren Creme auf meine Haut und verrieb sie weich und nun mit festerem Griff, als hätte er seine Scheu abgelegt. Seine Hände verschwanden zwischen meinen Schenkeln und ich musste mich stoppen, weil meine Hüften schon wieder unruhig auf dem Sandhügel hin und her rutschten.

Ich musste mich zwingen, nicht zu verraten, was Marcos Hände auf meinem Körper anstellten. Es war mir peinlich, dass sie solch einen Effekt hatten, und dann aber auch fühlte es sich schön an, dabei beobachtet zu werden, wie ich immer nervöser wurde und mein Atem schwerer ging. Es war dieses Gefühl, seinen Händen ausgeliefert zu sein, als hätten die etwas Magisches, dem ich mich nicht entziehen konnte, als würde ich überwältigt, als gebe es einen Kampf zwischen meinem Willen und meinem Körper, dem mein Wille vollkommen und hoffnungslos unterlegen war.

Seine Finger fuhren an meinem Po entlang, einmal fuhren sie zwischen meine Schenkel und berührten mein Bikinihöschen an meiner heiligsten Stelle, und dies war so unerwartet, dass ich zusammenzuckte. Dann war es plötzlich vorbei, und mein Körper schien zu schreien, dass er weitermachen sollte. Ich versuchte das Gefühl seiner Berührungen zu behalten. Sie sollten sich in meine Erinnerung einbrennen und nicht am Ende sein. „Muchas gracias, Marco!“, meinte Ayla, und ich dachte nur, dass er sich den Dank noch nicht verdient hatte.

Dass er hätte weitermachen sollen, statt mich so frustriert zurückzulassen. Ich sagte nichts, spürte, wie er aufstand, wie Ayla sich von mir abwandte und aufs Meer schaute. Ich drückte meinen Schoß in den Sandhügel, aber es war klar, dass der Augenblick verloren war und er würde auch nicht zurückkommen. So blieb nur die Sonne auf meiner Haut, und ich nahm die salzige Luft des Meeres wieder wahr, statt seine Hände auf meinem Körper. Ayla ließ mich fünf Minuten in Ruhe, in denen ich mit meinen Erinnerungen wegdöste, bis sie mich ansprach:„Kannst du mir auch den Rücken eincremen?“„Ich dir?“„Warum nicht?“„Marco kann das ziemlich gut.

“„Habe ich gesehen. “„Warum genießt du dann nicht auch seinen Service? Er würde das bestimmt gerne machen. “„Weißt du, wenn ich den an meinen Körper lasse, dann ist der für alle anderen Frauen verloren. “„Weil du so schön bist?“„Es ist ein schrecklicher Fluch. Kannst du dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich darunter leide, aber wenn ich ihn an mich ranlasse, dann fällt er vor mir auf die Knie und haut ab, um irgendwelche Drachen für mich zu töten.

“Ich hoffte, dass sie scherzte, aber sie meinte eine ganze Menge von dem, was sie da sagte, offensichtlich ernst. „Der würde nur noch an mich denken. Und wir wollen ja, dass Marco an dich denkt. Ich bin mir sicher, nach seiner gründlichen Massage wird er das auch. Da kannst du drauf wetten. “In diesem Moment dachte ich mir nicht viel dabei, aber später ärgerte es mich schon, dass sie so viel von sich hielt und meinte, sie sei zu sexy für Marco, ich aber nicht.

Vielleicht hatte sie ja recht, aber sie musste das ja nicht so offen sagen. „Also gut“, seufzte ich und richtete mich auf. Marco saß etwas entfernt von uns und spielte mit seinem Handy. „Du bist lieb!“Sie legte sich auf ihr Handtuch, wie ich zuvor dort gelegen hatte. Ich nahm mir die Sonnencreme, drückte einen dicken Klacks auf meine Finger und verrieb ihn auf ihrem Rücken. Ich hätte das alles mit der gleichen Schüchternheit verrichtet, mit der Marco auf meinem Rücken begonnen hatte, aber so wollte ich nicht rüberkommen, und so gab ich mir Mühe, meinen Bewegungen eine größere Selbstverständlichkeit zu geben.

Ich griff kräftiger zu, als wäre es ganz normal, einem anderen Mädchen den Rücken einzureiben. Natürlich war es das eigentlich auch. Ich hatte das schon getan, und da war nichts komisch dran gewesen. Aber in diesem Moment war es eben anders. Ihre Muskeln fielen mir auf, ihr Körper, der härter und modellierter war als meiner. Ich musste mich nicht bitten lassen, sondern rieb ihren Hals ein, schob dabei ihre rabenschwarzen langen Haare aus dem Weg.

Ihren fast schon zerbrechlich dünnen Hals. Mit meinem Zeigefinger strich ich über ihre Ohrläppchen, als wüsste ich, was sich täte. Ich spürte eine unbekannte Aggression in mir aufsteigen. Dass sie mich so manipuliert hatte, dass sie so mit mir spielte. Dass es ihr auch gelungen war. Es fühlte sich wie das dunkle Bordeaux eines Rotweins an, und ich wollte das genießen. Dass meine Finger nun dran waren, dass ich nun dran war und sie zu meinem Objekt reduziert war.

Sie sollte unter meinen Händen schmelzen, wie ich unter Marcos dahingeschmolzen war. Also rieb ich ihr den Rücken ein, wie sie das gewünscht hatte, aber gleichzeitig sprenkelte ich immer wieder kleine Bewegungen einen, ließ meinen Zeigefinger ihr Rückgrat hinabfahren bis zu der kleinen Beugung, an der ihr Po begann. Ich streichelte sie kurz. Mit anderen Worten, ich versuchte sie durchaus anzumachen. In diesem Moment kam mir das auch nicht seltsam vor. Von wegen Dicks all the way.

Ich wollte einfach mit ihr spielen, wie sie Marco angewiesen hatte, mit mir zu spielen. Es war ganz simpel. Ein Blick auf Marco verriet mir, dass der nur noch so tat, als schaue er auf sein Handy. Stattdessen starrte er mit offenem Mund zu uns herüber und erwartete offensichtlich irgendwelche lesbischen Spielchen. Bei dem Gedanken musste ich dann innehalten, denn es war gar nicht meine Absicht, so etwas zu veranstalten. Er hatte sich das so bestimmt auch nicht vorgestellt, als er beauftragt worden war, sich um die deutschen Touristinnen zu kümmern.

Es gelang mir nur nicht, Ayla in der gleichen Weise geil zu machen. Sie murmelte einmal: „Du machst das gut!“, als ich die Tatsache ausnutzte, dass ihr Bikinihöschen so knapp geschnitten war, dass ich ihren Po ausgiebig einreiben konnte. Aber sie machte nicht den Eindruck, dass ich sie mit meinem Einreiben so aus der Ruhe brachte, wie Marco mich aus der Ruhe gebracht hatte. Und warum sollte sie auch? Warum wollte ich sie eigentlich aus der Ruhe bringen? Ich wollte nichts von ihr.

Es kam mir dann doch doof vor. Ich riss mich zusammen und konzentrierte mich auf das Verteilen von Sonnencreme auf ihrer Haut, statt zu versuchen, sie irgendwie anzumachen. Warum sollte mich das überhaupt interessieren? Ich wollte nichts von ihr. Sie hatte einfach einen schönen Körper, den sie pflegte, der weiblich geformt, aber dann auch straff und muskulös war. Er strömte diesen warmen Duft aus, der sich mit dem Meeresduft vermischte und sich mit dem dezenten Geruch ihrer Sonnencreme vermischte.

Also tauchte ich nicht so tief zwischen ihre Schenkel, wie Marco es sich bei mir getraut hatte. Später war es mir sogar peinlich, wie sehr ich mich auf Ayla gestürzt hatte. Und sie ließ keine Regung erkennen. Es war mir nicht gelungen, sie irgendwie zu erregen. Ein bisschen ärgerte mich das schon. Denn jetzt war ich diejenige von uns beiden, die sich nicht unter Kontrolle hatte. Dann ärgerte ich mich über diesen Gedanken, dass wir schon wieder in so einem Wettstreit waren, und dass ich ihn offensichtlich verloren hatte.

Ich legte mich schließlich auf mein Badetuch, und die Sonne machte mich dösig. Aber meine Gedanken blieben bei ihr und Marco, und ich dirigierte sie zu Marcos Massage, wie er mich berührt hatte und dass ich mehr davon haben wollte. Ich richtete mich schließlich auf und schaute nach ihm. Er spielte immer noch an seinem Handy, sah zu mir herüber, und ich winkte ihm verspielt zu. Er lächelte zurück und winkte auch. Aber da mir die Worte fehlten und irgendwie auch das Gesprächsthema, legte ich mich wieder hin.

Wir lagen eine Weile da, bis Ayla sich irgendwann meldete: „Hast du eigentlich auch Durst?“„Absolut. Ich könnte auch eine Kleinigkeit essen. “Ayla rief Marco und zeigte auf den Picknick-Korb. Er sprang pflichtbewusst auf und brachte ihn. Ein Blick hinein zeigte uns ein paar Gläser, kleine Teller und Besteck sowie eine große Kühltasche mit Wasser und zwei kleinen Karaffen mit Wein, die mit Korken verschlossen waren. „Die sind wohl beide für mich!“„Wie kommst du darauf?“„Naja, Maria respektiert deine Religion.

Kein Schweinefleisch und keinen Alkohol. Nett von ihr, findest du nicht?“„Lach du! Wir haben das alles geklärt. “„Erzähl mal, was genau ist denn da passiert?“Ayla wurde augenblicklich mundfaul. „Nicht viel. Wir haben uns ausgesprochen, und jetzt ist alles wieder gut zwischen uns. Eine der beiden Karaffen Rotwein ist für mich. Ganz bestimmt. “„Wie, nimmst du das etwa doch nicht so ernst mit dem Schweinefleisch und dem Alkohol?“„Isst du etwa freitags kein Fleisch, sondern nur Fisch?“„Ich behaupte aber auch nicht, religiös zu sein.

“„Und ich bin auch nicht so super religiös. Nur so ein bisschen. Viele von uns Muslimen nehmen das nicht so ernst. Das nehmt ihr immer nur an. “„Ist mir auch egal. Geht mich nichts an. Aber du hast gestern so darauf rumgeritten. “„Mir ist einfach ihre Art auf den Keks gegangen. “„Welche Art?“„Na diese Art von ihr. Dass sie meint, sie hätte alles unter Kontrolle. “„Ist doch gut, dass sie sich so kümmert. “„Ja, finde ich auch.

Wir haben uns ja auch ausgesprochen, und ich habe ihr das erklärt mit dem Alkohol und dem Schweinefleisch. “„Aber trotzdem hast du gestern keinen Wein mehr getrunken. “„Mir war der Appetit vergangen. “„Aber du darfst jetzt wieder Alkohol trinken?“„Was heißt dürfen? Ich lass mir das doch nicht vorschreiben!“„Wenn du das sagst. “„Was soll das denn heißen?“Ich genoss es, sie so in der Defensive zu sehen. Dass Ayla so rumeierte. Ihre Story stimmte hinten und vorne nicht.

Irgendwas war in der Küche vorgegangen, und es war nicht das, was Ayla mir weißmachen wollte. Irgendwas passierte, und ich wollte herausfinden, was das war. Sie nahm die Gläser aus dem Korb und mischte uns eine Rotweinschorle zusammen, doch bevor wir anstießen, unterbrach ich sie und wandte mich an Marco:„Marco, Vino und Wasser?“„Aqua heißt das, glaube ich. “„Jetzt korrigierst du mich?“, lachte ich. Du wirfst alle Sprachen der Welt zusammen, aber ich werde von dir berichtigt?“„Warum nicht?“Marco zeigte auf den Wein und deutete mit seinen Fingern an, dass er nur ein wenig haben wollte, und Ayla meinte: „Gib ihm bloß nicht zu viel.

Der muss uns noch von hier wegbringen. Wenn er uns besoffen in die Felsen steuert, dann müssen wir hier die Nacht verbringen. “„Wäre doch auch nett. “„So wie du die Sonnencreme auf meinem Körper verteilt hast, habe ich Angst, mit dir allein die Nacht hier zu verbringen. Du besteigst mich doch sofort, nachdem die Sonne untergegangen ist!“„Jetzt bin ich es schuld? Du hast damit doch angefangen!“Wir stießen alle zusammen an, sagten Prost in drei Sprachen, und aßen die kleinen, leichten Snacks, die Maria uns eingepackt hatte.

Sie waren köstlich. Ayla hatte die Idee, etwas mehr über Marco zu erfahren. Aber allein ihr Versuch, sein Alter zu erfragen, scheiterte schon fast, weil sie ihm erfundene Wörter an den Kopf warf, die er nicht verstehen konnte. Am Ende zählte er mit seinen Fingern 19, und wir zeigten ihm mit den Fingern unser Alter, dass wir ein paar Jahre älter waren. Aber das Ganze war so mühsam, dass wir es bald aufgaben. Vielleicht mussten wir auch nicht so viel über ihn erfahren.

Es war irgendwie nett, die Zeit mit jemandem zu verbringen, mit dem man praktisch kein Wort wechseln konnte, sich aber trotzdem irgendwie verstand. Der Tag am Meer plätscherte so dahin. Der Alkohol, auch wenn wir nur wenig tranken, machte uns schläfrig. Ich starrte auf das Meer und genoss, einfach nichts zu tun. Selbst meinen Roman ließ ich in der Tasche. Es war einfach zu schön, nichts zu tun und so weit weg zu sein von dem Rest der Welt.

Es gab nur uns drei. Am Horizont fuhr mal ein Schiff vorbei, aber so weit entfernt, dass wir keine Menschen sehen konnten. Und ich wollte auch keine sehen. Später gingen wir alle drei ins Meer, um uns abzukühlen. Marco hatte einen kleinen Ball dabei, und nachdem wir ein paar Meter geschwommen waren, warfen wir uns den zu. Es war ein harmloses Spielchen, bis Ayla mich auf etwas aufmerksam machte:„Siehst du, wie er sich ins Zeug legt?“Sie warf ihm den Ball zu, aber zu hoch.

Marco streckte sich, sprang, so hoch er konnte. Aber es war offensichtlich, dass er den Ball nicht erreichen konnte. Als sein Körper sich aus dem Wasser erhob, entstand für einen winzigen Augenblick dieses perfekte Bild wie aus einer Werbeanzeige. Das Wasser, das wie Edelsteine um seinen Körper funkelte und seine angespannten Muskeln, die sich deutlich abzeichneten wie bei einer griechischen Statue. Marco warf Ayla den Ball zurück, und sie meinte zu mir:„Versuch auch mal.

“Sie warf mir den Ball zu, und ich warf ihn so schlecht zu Marco, dass der wieder mit aller Kraft aus dem Wasser steigen musste, um ihn doch noch zu fangen. „Süß, nicht?“Sie hatte Recht. Er wollte uns gefallen. „Wir sollten das eigentlich fotografieren. “„Meine Freundinnen würden total neidisch, wenn sie sehen könnten, mit wem ich im Meer rummache. “„Soll ich mein Handy holen?“„Ist das wasserdicht?“„Keine Ahnung. iPhone halt. Das ist bestimmt wasserdicht. iPhone kann alles.

“„Auch Wasser abhalten?“„Theoretisch bestimmt. “„Und praktisch?“„Wir sollten es vermutlich nicht versuchen. “„Vermutlich nicht. “„Er kann sich ja im Sand nach uns strecken, dann lassen wir ihn da das Bällchen holen. “„Okay. “Aylas letzter Satz war wieder so einer, der mir negativ aufstieß. Was sollte das mit „Bällchen holen“? Marco war kein Hündchen, mit dem man spielte, auch wenn ich das vor einem kurzen Moment noch selbst getan hatte. Marco warf ihr den Ball zu, und sie warf ihn zwischen ihn und mir.

Der Ball war näher bei mir, also schwamm ich hin, aber Marco nahm es als Herausforderung. Er warf sich in die Wellen und kraulte auf mich zu. Ich spielte mit, stellte mich etwas ungeschickt an, hatte den Ball haarscharf eher in der Hand, aber er schwamm weiter, fasste mich an der Hüfte, hob mich hoch und warf mich in die Wellen. Und ich spielte mit, quietschte aufgeregt, machte ein wenig auf hilflos, und er schwamm lachend wieder auf mich zu, wollte mir den Ball aus der Hand nehmen.

Aber ich hielt ihn von ihm weg, eng an meinem Körper, dass seine Hände mich umschlangen. Ich wand mich, kämpfte spielerisch gegen seine kräftigen Muskeln, versuchte mich halbherzig zu befreien, aber er hielt mich in seinen Armen und rief etwas, das ich nicht verstand. Ich lehnte mich zurück, presste mich an seine Muskeln. Seine Arme waren um meinen Bauch geschlungen. Ich strampelte und versuchte mich nicht wirklich zu befreien, aber dann presste er sich an mich, und ich glaubte, dass er, als unsere Hüften sich trafen, wieder einen Steifen hatte.

Es störte mich nicht, im Gegenteil. Nun entwand ich mich ihm wirklich, nur um wild mit den Armen zu schlagen, und nicht wirklich zufällig unter Wasser in seinen Schritt fasste. Ich hatte Recht. Er merkte, was ich tat und nun drehten sich die Rollen. Er versuchte gespielt empört von mir wegzukommen, aber nun jagte ich ihn, versuchte ihn an die Shorts zu packen, und er wand sich nun, aber nicht ernsthaft genug, sich meinen Händen zu entziehen.

Er schwamm auch nicht schnell genug, um mir zu entkommen. Ich griff nach ihm, fing seinen Unterschenkel, hangelte mich zu seinem Oberschenkel hoch, griff dann nach seinen Shorts und seinem knackigen Hintern. Mir gefiel die Aufmerksamkeit, die er mir schenkte, mir gefielen seine Muskeln, seine Stärke, seine ganze Energie. Ein wenig kindlich noch und verspielt. Seine Erektion schmeichelte mir. Er wollte mich, und ich musste zugeben, dass ich ihn wollte. Und zwar nicht, weil er nett war, intelligent, aufmerksam, sondern weil er einen geilen Körper hatte.

Kurz fiel mein Blick auf Ayla, die uns still zusah und meinen Blick mit einem süffisanten Lächeln erwiderte. Es fühlte sich an, als hatte sie, was sie wollte. Aber es beschäftigte mich erst später. In dem Augenblick wollte ich nur Marcos Körper fühlen, und wir umschlangen uns, betatschten, berührten, streichelten uns im Wasser. Alles unter dem Vorwand, zu spielen, zu ringen, zu kämpfen, aber es ging uns nur um die Berührungen, unsere Körper und unseren Spaß am anderen Geschlecht.

Schließlich wurde es Ayla zu viel, sie schwamm an den Strand, aber wir folgten ihr erst viel später. Von da an war Marco immer auf mich fokussiert. Es war deutlich zu sehen, als er mir auf das Boot half auf dem Weg zurück. Er deutete auf irgendwas an der Küste und lächelte, und ich folgte seinem Blick, verstand nicht, was er mir zeigen wollte, aber nickte wissend. „Der ist dir verfallen. “„Eifersüchtig?“„Total nicht. Im Gegenteil.

Ich freue mich für euch. Ihr seid ein süßes Paar. “Ich konnte nicht sagen, ob sie das ernst meinte. Ich wusste auch nicht, was ich davon halten sollte. Aber ich beschloss, nicht so viel darüber nachzudenken.   4.     KapitelWir kamen rechtzeitig zum Abendessen zurück, hatten noch kurz Zeit, auf unsere Zimmer zu gehen, und ich beschloss, noch nicht zu duschen. Ich mochte das getrocknete Meersalz auf meinem Körper. Und so zog ich mir nur ein paar frische Klamotten an und bereitete mich darauf vor, wie am vergangenen Abend vollkommen underdressed zu sein im Vergleich zu Ayla.

Als wir zurückkamen, saß Mama am Pool. Sie hielt ein Glas Rotwein in der Hand, aber ihr Laptop war nicht weit entfernt. „Hast du den ganzen Tag gearbeitet?“, fragte ich vorwurfsvoll. „Nicht den ganzen Tag. “ Sie deutete auf das Glas Wein in ihrer Hand. „Doch, ich glaube, du hast den ganzen Tag gearbeitet. Wir sind hier im Urlaub. Im Urlaub arbeitet man nicht. Im Urlaub hängt man ab, faulenzt, ist entspannt. “„Für mich ist das Entspannung.

Hier am Pool zu sitzen und ein bisschen was zu lesen. “„Ein bisschen was zu lesen? Du liest irgendwas über Unternehmenssteuern. Kein Mensch liest sowas aus Vergnügen. “„So lange Achi nicht da ist, habe ich auch nichts anderes zu tun. “Achi war eigentlich Ahmed, ihr Freund. Sie mochte den Namen nicht, und vielleicht war es ihr auch ein kleines Bisschen peinlich, dass sie einen Freund hatte, der so hieß, daher nannte sie ihn nur Achi.

Ich fand das kindisch, sollte sie doch zu ihm stehen! „Hast du was von ihm gehört?“„Er ist immer noch in Indien. Es läuft war ganz gut und sie sind gut im Zeitplan – er sagt immer im „Schedule“, aber es kann sein, dass er ein paar Tage später kommt. “„Probleme?“„Vermutlich irgendwelche Komplikationen. Wir haben nicht drüber gesprochen. Er grüßt dich jedenfalls. “„Nett von ihm. “„Was habt ihr heute gemacht? Wie war der Strand?“Ich erzählte ihr von unserem Tag, ließ aber alles aus, was Marco betraf.

Und natürlich diese Sonnencreme-Orgie. Was dann noch von dem Tag übrig blieb, war ein faules Herumfläzen am Meer, mit am Strand Liegen und ein bisschen Schwimmen. Herrlich unproduktiv. Ich überlegte, ob ich Mama einladen sollte, das nächste Mal mit uns zu kommen. Aber eigentlich wollte ich nicht, dass sie uns drei so zusammen sah. Nach diesem Tag gehörten wir irgendwie zusammen, und was da an diesem Strand passiert war und vielleicht noch passieren sollte, war unser Geheimnis.

Meine Mutter musste nicht zusehen, wie wir uns gegenseitig beim Einreiben anmachten oder wie ich einem Typen, den ich kaum kannte und mit dem ich mich nicht verständigen konnte, zwischen die Beine griff. Trotzdem meinte ich:„Wenn du arbeiten willst, dann tu das, aber ein bisschen Spaß solltest du dir auch gönnen. “„Versprochen!“Schließlich kam Ayla zu uns. Sie sah noch schicker aus als am Tag zuvor, hatte sich geschminkt, trug einen kurzen Rock und eine luftige Bluse, die unter ihrer Brust zusammengeknotet war und ihren Bauch betonte.

Obwohl ich sie an diesem Tag mit weniger Klamotten gesehen hatte, konnte ich meine Augen nicht von ihr wenden, sondern musste einfach ihren Anblick genießen. Aber es war harmlos. Sie war schön anzusehen, und wie sie sich gab, wollte sie angesehen werden. Ich tat ihr den Gefallen. Sie bemerkte meine Blicke, sagte aber nichts, stattdessen räkelte sie sich in ihrem Sessel, streckte sich, um ihre Rundungen zu betonen. Wenn sie den Brustkorb hervorstreckte, schmiegte sich der Stoff um ihre Brüste.

Es schmeichelte mir, dass sie sich so viel Mühe machte, mir zu gefallen. Zumindest deutete ich das so. Schließlich kam Maria mit einem Tablett aus der Küche und servierte uns Longdrinks mit Orangensaft und etwas Rotwein. Schön angemacht mit einem Zuckerrand am Glas, einer Scheibe Apfelsine und Strohhalm. Sie fragte, ob alles in Ordnung sei und wie unser Tag gewesen wäre. Ich hatte eigentlich wenig Lust, noch einmal zu erzählen, was ich Mama schon gesagt hatte, aber das musste ich auch nicht.

Ayla sprang nämlich ein. Mit großem Enthusiasmus erzählte sie von unserem Tag an der geheimen Bucht. Doch wie ich ließ sie all die neckischen Spielereien aus. Ich empfand das als ein Band zwischen uns, dass wir ein gemeinsames Geheimnis hatten und wussten, dass diese Dinge unter uns bleiben würden. Aylas Offenheit gegenüber Maria wunderte mich jedoch. Ayla gab sich Mühe, Maria zu gefallen, sie war höflich, bedankte sich und ließ nichts von der Überheblichkeit erkennen, die sie am Tag zuvor gezeigt hatte.

Maria hingegen schien sich nicht verändert zu haben. Sie war freundlich, interessierte sich für uns, war auf der anderen Seite aber auch ein wenig reserviert. Als kühl hätte ich es nicht bezeichnen wollen. Es war nicht leicht zu erklären. Ich fragte mich, wie Marco mit diesem Tag umgehen würde und stellte mir vor, wie er mit seinen Freunden jetzt gerade in einer kleinen Bar saß, wo sich keine Touristen hin verirrten und ganz stolz erzählte von den beiden deutschen Touristinnen, die er an die Bucht bugsiert hatte und die voll abgegangen waren.

Er würde erzählen, wie er mich eingerieben hatte und mich dabei scharf gemacht hatte. Vielleicht hätte ich vor Lust gestöhnt, vielleicht hätte ich sogar einen Orgasmus bekommen. Einfach nur von seinen Händen, die mich massiert hätten. Und meine Freundin hätte zugeschaut. Danach hätten wir uns gegenseitig eingerieben, und das total ohne Scham, als wäre er gar nicht dagewesen. Weil diese deutschen Touristinnen total schamlos wären. Vielleicht vermutete er gegenüber seinen Freunden, dass wir zwei Lesben wären, dass er es aber geschafft hätte, uns zu bekehren.

Durch seine Männlichkeit und nachher im Meer hätten wir unsere Hände nicht von ihm lassen können. Von seiner Männlichkeit. Vermutlich würde er all die Sachen nicht sagen. Vermutlich würde er sie für sich behalten, weil es ihm zu privat war. Wenn er sich nicht verstellte, sondern immer so war, wie er zu uns war, dann würde er schweigen und genießen. Aber ich gönnte ihm die übertriebene Geschichte und dass seine Freunde ihn beneideten für das, was er mit uns erlebt hatte.

Wir aßen jedenfalls zu Abend und verbrachten eine nette Zeit. Da Mama nicht viel zu erzählen hatte, drehte das Gespräch sich doch wieder um den Tag am Meer, und noch deutlicher spielten wir beide mit dem Geheimnis, das wir teilten, wenn eine von uns etwas erzählte, das definitiv anders passiert war, wir aber die Details nicht teilen wollten. Ayla und ich sahen uns dann verstohlen an und grinsten wissend, und Mama war glücklich, dass wir beiden uns so gut verstanden.

Sie bekam natürlich auch mit, dass wir ihr etwas verheimlichten, aber es störte sie nicht. Sie ließ uns machen. Ich fühlte mich jedenfalls gut, ein wenig an die Mädchenbücher meiner Kindheit erinnert. Ayla und Ella als Hanni und Nanni auf Malle. Verspielt, etwas kindisch, harmonisch. Zumindest für diesen Abend traf das zu. Irgendwann meinte Ayla, sie wäre müde und würde ins Bett gehen. Es überraschte mich, dass sie den Augenblick offensichtlich nicht genauso genoss wie ich, denn es war noch früh.

Sie stand auf, verabschiedete sich und nahm sogar noch ihr leeres Glas mit in die Küche. Wie aufmerksam, dachte ich. Wenig später verabschiedete ich mich auch. Allerdings war mir noch nicht danach, zu Bett zu gehen. Stattdessen beschloss ich, mir das riesige Grundstück anzusehen. Die Sonne war lange untergegangen, aber überall waren Lichter im Boden versenkt, die diverse Wege beleuchteten. Ich gebe zu, dass ich die vage Hoffnung hatte, Marco über den Weg zu laufen.

Ich hätte ihn gerne noch gesehen und herausgefunden, wie er so nach Sonnenuntergang war. Wie es wäre, mit ihm allein zu sein. Den Mond zu betrachten, den Vögeln zuzuhören, die mitten in der Nacht sangen. Waren das Nachtigallen?Ich hatte keine Ahnung, ob er überhaupt auf dem Anwesen wohnte. Am vorherigen Tag hatte Maria uns ganz knapp das Anwesen erklärt und auch darauf hingewiesen, dass sie in einem Haus für die Angestellten wohnte, das etwas versteckt hinter der riesigen Finca lag, in der wir wohnten.

Wen mochte sie außer sich mit den Angestellten meinen? Ich nahm an, dass das Marco sein würde. Das Haus für die Angestellten war klein, hatte zwei Etagen und war in einem ähnlichen Stil gebaut wie das Anwesen. Direkt daran befand sich eine riesige Garage für mindestens zwei Autos. Ich schlenderte hinüber. Vor der Tür war eine kleine Veranda mit einem Tisch und zwei Stühlen. Ein Kaktus stand neben der Tür. Es war idyllisch. Nicht so unübersehbar protzig wie die Finca.

Im Fenster brannte ein Licht, aber es war nur eine kleine Lampe, die es mir erlaubte, in eine kleine Küche zu schauen, die sehr karg eingerichtet war. Die Wände waren weiß und leer. Hier wohnt Maria also, dachte ich. Nur ein einziges Foto hing in einem einfachen Rahmen an der Wand. Darin ein Schwarzweiß-Foto von einer Brücke. Sehr einfach, aber auch künstlerisch, dennoch nicht so perfekt, wie man es kaufen kann. Als hätte sie das selbst gemacht.

Mich wunderte, dass eine Haushälterin sich ein Foto einer Brücke aufhängte. Aber vielleicht war das nicht ihr Foto. Vielleicht hatte der Boss meiner Mama das aufgehangen. Ich kam mir wie eine Detektivin vor, aber ich fühlte mich auch irgendwie schlecht, dass ich so im Leben anderer Leute herumschnüffelte. Ich fand jedenfalls kein Anzeichen dafür, dass Marco hier wohnte. Also schlenderte ich weiter, am Haus vorbei in einen kleinen Wald von alten Olivenbäumen, die ein wenig verkrüppelt aussahen und in der Dunkelheit fast schon unheimlich wirkten.

Da ich den Weg hinter mir gelassen hatte, waren nun auch die Lichter verschwunden. Ich leuchtete mir den Weg mit der Taschenlampe meines Handys. Bald kam ich dann ans Ende des Grundstücks, das durch einen Hügel eingegrenzt war. Es war stockduster, bisher hatte ich nichts Spannendes gesehen, ich ging weiter auf diesen Hügel zu und erkannte in der Dunkelheit Stufen und dahinter leuchtete etwas. Wo ich schon so weit war, wollte ich wissen, was sich hinter dem Grundstück befand.

Was ich fand, war ein Haus. Es war ähnlich groß wie die Finca, bestand aus zwei Etagen, aber dieses Haus sah noch viel teurer aus. Es war praktisch komplett aus Glas gebaut, und da alle Zimmer beleuchtet waren, konnte man wie in ein Schaufenster in die Räume schauen. Jede Etage erstreckte sich über einen Raum. Unten war eine Kombination aus Küche und Wohnzimmer zu sehen, oben ein großer Raum, in dem ein Bett stand, ein Schreibtisch, ein riesiger Fernseher hing an der Wand und eine Hantelbank stand in der Ecke.

Auf beiden Etagen waren noch Türen, die sicherlich zu anderen Zimmern führten wie zum Beispiel dem Bad. Ich fand die Aufteilung der Räume seltsam. Sie schienen nur auf einen Menschen zugeschnitten zu sein. Für solch ein großes Haus erschien mir das eine große Verschwendung. Alles war ziemlich edel. Die Wände waren aus Beton und ganz glatt und leer und die wenigen Möbel sahen richtig teuer aus. Als ich mir das Haus so ansah, kam aus einer Tür ein Mann.

Er war Mitte bis Ende dreißig, ein paar graue Haare machte ich aus der Entfernung aus. Er trug nur eine Trainingshose. Sein Oberkörper war nackt, und er war durchtrainiert. Er hatte einen Laptop in der Hand, den er auf den Tisch stellte. Dann ging er an die Hantelbank, holte sich zwei Hanteln und machte Übungen. Im Licht des Appartements konnte ich alles genau beobachten. Seine Bewegungen waren rhythmisch und kraftvoll. Während er seine Übungen machte, sprach er mit jemandem.

Ich dachte zuerst, dass er vielleicht telefonierte, aber dann vermutete ich, dass er seinem Laptop etwas diktierte, denn er wandte sich manchmal zu dem Bildschirm, wenn er sprach. Es sah aber nicht so aus, als würden er skypen oder so. Es war alles recht mysteriös. Was konnte er seinem Computer diktieren? War er vielleicht ein Schriftsteller? Diktierte er ein Buch, während er seine Übungen machte?Nun legte er seine Hanteln weg und für einen Moment sah er zu mir hinüber.

Mein Herz blieb stehen, da ich Angst hatte, dass er mich entdeckt hätte. Aber das war ziemlich unmöglich, denn ich stand in der Dunkelheit, dazu noch hinter einem Olivenbaum versteckt. Danach nahm er sich ein Springseil, mit dem er ziemlich professionell skippte wie ein Boxer in einem Film. Er machte eine Pause und rief etwas in Richtung des Computers. Er gestikulierte und war ziemlich aufgeregt. Dann nahm er wieder sein Training auf, brach es aber kurz danach wieder ab und rief wieder etwas in den Computer.

Dann lief er hastig auf den Rechner zu und tippte etwas ein. Er zog sich einen Stuhl heran und tippte nun ganz schnell und voller Intensivität. Ich als Voyeurin sah dem Ganzen fasziniert zu, anonym und unentdeckt hinter einem knorpeligen Olivenbaum in der Dunkelheit, und er in einem voll erleuchteten Haus vollkommen sichtbar. Aber natürlich vermutete er nicht, dass er beobachtet wurde. Ein schlechtes Gewissen hatte ich schon, aber es war spannend, ihn zu beobachten.

Immerhin wusste ich nicht, wer das war, und wenn er sich so präsentierte, musste er nicht wundern!Er stand auf, skippte noch einmal kurz und intensiv, dann warf er das Seil ärgerlich in die Ecke des Raumes, rief etwas in Richtung des Laptops und ging dann zu einer Tür. Als er die Tür öffnete, konnte ich sehen, dass es das Badezimmer war. Dann passierte erst einmal nichts. Die Tür war nur einen Spalt geöffnet, und ich konnte nur Schatten sehen, die einmal vorbeihuschten.

Also wartete ich, und je länger ich wartete, desto mehr wuchs mein Unwohlsein, dass ich vielleicht doch etwas Verbotenes und Unmoralisches tat, wenn ich einem Wildfremden so nachspionierte. Ich rang mit mir und war schon fast bereit, zurückzugehen, als er aus dem Bad kam. Er war vollkommen nackt und trocknete sich hastig mit einem Handtuch ab. Zu gleichen Teilen wuchs mein Unbehagen und meine Faszination. Er warf das Handtuch über den Stuhl, auf dem er eben noch gesessen hatte, dann zog er sich eine weite Hose an, wie sie ein Kampfsportler trug, nahm seinen Laptop und legte sich ins Bett.

Gleichzeitig sagte er etwas in Richtung des Fernsehers, und der schaltete sich an. Ich konnte nicht sehen, was da lief, da der Flachbildschirm parallel zu mir an der Wand hing. Vorsichtig schlich ich einige Meter nach rechts, um vielleicht doch etwas erkennen zu können. Dabei stolperte ich in der Dunkelheit über einen Stein, und fiel auf den staubigen Boden. Mein Herz raste vor Angst, dass er diese Bewegung vielleicht gesehen haben könnte. Aber er zeigte keine Reaktion.

Auch an meiner neuen Position konnte ich nicht sehen, was auf dem Fernseher lief. Lange Zeit passierte nichts. Der Mann tippte auf seinem Laptop und schaute manchmal kurz auf den Flatscreen. Es war nicht mehr sehr spannend, trotzdem konnte ich mich nicht aufraffen und meine Observation aufzugeben. Doch dann klappte er den Laptop zu, sagte etwas und augenblicklich gingen alle Lichter im Haus aus. Auch als meine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten, konnte ich nichts mehr erkennen.

Also kraxelte ich den Hügel hinunter und schlich zurück. Allerdings traute ich mich lange nicht, die Taschenlampe des Handys anzumachen, weil ich Angst hatte, dass der Schein des Lichts vielleicht über den Hügel leuchten könnte. Als ich ins Haus zurückkehrte, war ich ziemlich euphorisch. Ich hatte irgendwas Spannendes entdeckt, auch wenn ich nicht wusste, was genau das war oder wer dieser Mann war. Ich nahm mir vor, Maria vorsichtig auszufragen, was sie über diesen Nachbarn wusste.

In der Finca war es still. Ich merkte meine Müdigkeit und ging nach oben in mein Zimmer. Es war schon spät. Als ich im Bett lag, hörte ich Schritte und dann ging die Tür zu Aylas Zimmer auf und zu. Schon wieder passierten merkwürdige Dinge!Wo war sie gewesen? Viele Geheimnisse, die es aufzudecken galt.   5.     KapitelIch freute mich auf Marco und war gespannt, wie er auf mich reagieren würde. In der vergangenen Nacht hatte ich viel an ihn gedacht.

An seine Berührungen, als er mich eingecremt hatte. Seine Hände, seine Muskeln, seine braungebrannte Haut. Seine Natürlichkeit, die so im Gegensatz stand zu meiner Lebensweise. Ich kam mir im Vergleich langweilig vor. Während er seine Zeit am Meer verbrachte, frische Meeresluft einatmete, saß ich in einer Bibliothek und roch den muffigen Staub auf vergilbten Büchern. Mir schien sein Leben so viel wirklicher, und genauso war auch sein Körper: natürlich, stark, gesund. Ich hingegen blass und mir fielen viele kleine Makel an meinem Körper auf, die ich bestimmt nicht hätte, wenn mein Leben so wie seins wäre.

Aber das war, wie mir auch klar war, Unsinn. Stattdessen fabulierte ich darüber, was aus uns beiden noch werden könnte. Natürlich nicht viel. Aber sein Körper, seine Arme, die mich umschlangen, das würde mir reichen. Wir hatten keine gemeinsamen Worte, aber ich wollte auch keine klugen Gespräche von ihm. Ich wollte etwas anderes. Wir frühstückten noch, als er auftauchte. Lächelnd und entspannt stand er auf einmal am Tisch. Wir begrüßten uns mit unserem begrenzten Vokabular, und ich bildete mir ein, dass er sich mehr freute mich zu sehen als Ayla.

Hatte er in der vergangenen Nacht auch an mich gedacht? Hatte er sich auch gefragt, wo das mit uns hinführen könnte? Hatte er sich überlegt, wie er mir näherkommen könnte, so wie? Als wir am Hafen ins Boot stiegen, stellte ich mich ungeschickt an, fiel und ließ mich von ihm auffangen. „Muchas gracias!“„De nada!“ Marco hielt mich fest, und aus den Augenwinkeln sah ich, dass Ayla mich durchschaut hatte. Aber sie sagte nichts. Marco forderte mich auf, zu ihm zu kommen, und er ließ mich das Boot steuern.

Ich hielt das Steuerrad, und er stand hinter mir. Näher, als er es vielleicht müsste. Er legte seine Hand auf meine, um das Steuerrad zu korrigieren. Als das Boot über die Wellen sprang, stellte ich mich wieder ungeschickt an, verlor das Gleichgewicht, ließ mich gegen seine Brust fallen. Seine Arme um meine Hüften, die mich festhielten. Ich machte keine Anstalten, mich von ihm zu lösen. Ich drehte meinen Kopf, sah zu ihm auf. Seine braunen Augen, seine weißen Zähne! Ich roch sein Aftershave.

Es war ein billiges, und für mich hätte er es nicht auflegen müssen. Aber ich fand es nett, dass er für mich Mühe gegeben hatte. Schließlich kamen wir wieder an unserem Strand an. Ayla und ich gingen an Land, während Marco noch auf dem Boot werkelte. Ich entledigte mich meiner Klamotten bis auf den Bikini nun ganz selbstverständlich und setzte mich auf mein Badetuch. Ayla sah ich zu, wie sie ihren Rock und ihre Bluse auszog.

Der Gedanke, wie schön sie war, ging mir auch jetzt wieder durch den Kopf, aber nur kurz. „Mach mal die Beine breit?“„Was?“„Die Beine, damit ich dazwischen kann. “Sie stand vor mir und dirigierte mit ihren Füßen meine Knie auseinander, dann setzte sie sich mit dem Rücken zu mir und rutschte an mich heran. „Kannst du mir bitte den Rücken einreiben? Wie gestern?“„Klar. “Sie drückte mir die Creme in die Hand, und obwohl ich mich ein wenig überfallen fühlte, gehorchte ich und begann mit ihren Armen.

„Wir hatten noch keine Zeit über gestern zu reden. “Mir fiel der Mann in seinem Glashaus ein, von dem ich Ayla noch nicht erzählt hatte, aber sie meinte Marco. „Wie war es?“„Was meinst du?“„Eure kleine Sonnencreme-Orgie. “„Du meinst, wie er mich eingecremt hat? So wie ich dich eingecremt habe?“Ich hoffe, dass es dich nicht so scharf gemacht, mich einzucremen, wie es ihn scharf gemacht hat, dich einzucremen. “Ich hätte zu diesem Vergleich etwas sagen können, ließ es aber.

„Bist du etwa eifersüchtig?“„Überhaupt nicht. Ihr seid ein süßes Paar. “„Das ist nett, dass du das sagst. “„So ein bisschen wie der wilde Tarzan und die weiße Frau. “„Als wild würde ich ihn nicht bezeichnen. “„Ich meine nur, weil der nicht unbedingt nicht der zivilisierteste ist und unsere Sprache spricht. “„Naja, wir auch nicht seine. “„So meine ich’s auch nicht. Aber ihr beide seid nicht unbedingt Seelenverwandte. “„Ich glaube, wir beide sind gar nichts.

“„Gestern ging es aber ziemlich ab zwischen euch. “„Findest du?“„Scharf gemacht hast du ihn schon. “„Kann schon sein. “ Ich grinste und sie lachte. „Das meine ich nur. “Ich sah hinüber zum Boot. „Keine Sorge, Marco ist unter Deck. Meinst du, er würde eifersüchtig, wenn er uns hier so sähe?“„Wie ich dich einreibe? Warum sollte er?“„Genau. Warum sollte er. Hast du schon einen Plan?“„Was für einen Plan?“„Wie es weitergeht. „Brauch ich einen Plan?“„Absolut. Du musst doch wissen, was heute zwischen euch passieren soll.

“„Keine Ahnung. Das wird sich zeigen. Brauche ich dafür einen Plan?“„Vollkommen. Soll ich dir dabei helfen?“„Bei dem Plan, wie es mit Marco weitergeht?“ „Ich sehe total, dass du dabei Hilfe brauchst. “„Ach?“ Ich lachte. „Gleich wirst du zu ihm hingehen, und ihn bitten, dir den Rücken einzureiben. “„So wie gestern. “„Genau. Aber dieses Mal wirst du so sitzen wie ich jetzt. “„Und welchen Vorteil hat das?“„Ihr sitzt viel näher beieinander. Du kannst dich zurücklehnen, wenn du willst, und dann berührt ihr euch.

“Sie machte es vor, lehnte sich zurück, dass ihr Rücken meine Schultern berührten. Sie legte den Kopf nach hinten, und meine Nase steckte quasi in ihren wunderbar warm riechenden Haaren. Sie legten sich sanft auf meine Schulter und kitzelten mich ein wenig. Vor allem aber streichelten sie meine Haut. Ich sah an mir herab und fand den Anblick ihrer schwarzen Haare auf meiner bleichen Haut interessant. Ein schöner Kontrast. Ich sog den Duft für einen Augenblick ein, bevor ich mich zurücklehnte, um ihrer Berührung zu entkommen.

„So wie du jetzt?“„Genau. “„Wenn er so hinter dir sitzt, kann er deinen Rücken betrachten und deinen Hals und deine Haare. Aber du siehst es nicht, und das macht ihn mutiger. “Wo Ayla das so sagte, musste ich natürlich auf ihren Hals blicken, und ich schob mit meinen Händen ihre schwarze Mähne beiseite, um ihren Haaransatz einzucremen, die dünnen Härchen, die sich kräuselten. Ich strich mit meinen Fingerspitzen darüber. “„Genau so wie du bei mir, wirst du das auch tun.

Weißt du übrigens, dass du einen schönen Hals hast?“Ich hatte das noch nie so gesehen, fand ihn eher normal, unscheinbar. Aylas Hals war definitiv schlanker und graziler. Trotzdem gefiel mir das Kompliment. „Danke. “„Keine Ursache. Ich sage es nur so, wie es ist. “„Und wie geht es dann weiter?“„Du lässt dir von ihm den Rücken einreiben. “Sie richtete sich auf, machte ein Hohlkreuz und betonte damit die Rundungen ihres Oberkörpers. „Männer mögen das. Unsere weiblichen Rundungen.

“„Soso. Gut zu wissen. “, meinte ich ein wenig spöttisch. Ein Blick verriet mir, dass Marco immer noch unter Deck war. Ihre Absicht konnte nicht darin liegen, ihn eifersüchtig zu machen. „Und dann dirigierst du seine Hände. “Sie lehnte sich wieder zurück und griff nach meinen Handgelenken. „Als ob du ihm hilfst und ihm zeigst, wo er dich eincremen soll. Beispielsweise an der Seite. Sie zog meine Hände an ihre Taille, und ich ließ mich von ihr führen.

Einerseits war das alles ziemlich komisch, aber es war auch total erotisch. Ich wusste, was sie tat, aber nicht warum. Vielleicht hätte ich unter anderen Umständen etwas gesagt, aber hier in Spanien, allein mit ihr am Strand, da gab es scheinbar andere Regeln. Es störte mich nicht so sehr, wie ich das vermutet hätte. Sie führte meine Hände weiter nach vorne, und ich berührte bald die Unterseite ihrer Brüste. „Wir wollen es aber nicht übertreiben.

“ Ich ließ meine Hände ihren Brustkorb hinuntergleiten. „Ich zeig’s dir ja nur. Das wird er mögen. Wenn du die Initiative ergreifst und ihm quasi Erlaubnis gibst, deinen Körper zu streicheln. Er ist schüchtern, der wird von sich aus nicht so forsch sein und nicht so weit gehen. “„Das weißt du also. “, grinste ich. „Das sieht man doch. “Sie schob ihr Becken zurück, und unsere Körper berührten sich nun. Als sie sich streckte, presste ihr Rücken gegen meine Brüste.

Sie drehte ihre Schultern, und ihr Rücken rieb nun über den Stoff meines Bikinioberteils. Die Innenseiten meiner Oberschenkel berührten ihre Oberschenkel. „Wenn du ihn näherkommen lässt, dann kann er auch deinen Bauch einreiben. “Sie schob meine Finger über ihren Bauch. „Du hast einen schönen Bauch. Einen weiblichen Bauch. Er betont, dass du eine Frau bist, dass du fruchtbar bist. “Ich sagte nichts dazu. Fruchtbar wollte ich definitiv nicht wirken. „Mein Bauch ist flach und durchtrainiert, aber manchmal wünschte ich mir, er wäre etwas runder.

Weiblicher wie deiner. “Sie führte meine Finger, und ich spürte die Muskeln unter ihrer Haut. Es war auch so eine Sache, die ich noch nie gemacht hatte. Ich hatte noch nie den Bauch einer anderen Frau gestreichelt und mich gefragt, wie sich das anfühlte. Jetzt tat ich es. „Der andere Vorteil, wenn ihr so nah aneinander sitzt, ist, dass du ganz einfach herausfinden kannst, welche Wirkung du auf ihn hast. “Sie schob ihr Becken nach hinten, und ihr Po berührte mein Bikinihöschen.

Ich war froh, kein Typ zu sein, denn wenn ich es wäre, hätte ich jetzt eine riesige Latte. Ich fand den Gedanken witzig, aber dann auch wieder seltsam. Warum machte Ayla mich so an, und warum fuhr ich darauf so ab? Wollte ich sie? „Dicks all the way”, fiel mir ein, und das war auch immer noch so. Es hatte sich nichts daran geändert. Ich wollte definitiv nichts von Ayla. Ich wusste gar nicht, was ich mit ihr hätte anfangen sollen.

Aber es gefiel mir, wie sie mich bezirzte und verführte. Ich blieb still und ließ es geschehen. Ihre Finger ließen meine Finger um ihren Nabel kreisen. „Weißt du, dass Männer total auf unsere Bauchnabel stehen?“„Ach?“„Du meinst, den Bauchnabel, aus dem ich immer die Flusen ziehen muss?“„Die sehen das anders. Für Männer ist das ein Symbol unserer Weiblichkeit. Ein Symbol, dass wir die Kinder kriegen und nicht sie. Es ist ein Zeichen, dass wir ihnen überlegen sind.

“Sie schob meinen rechten Zeigefinger in ihren Nabel, und langsam wurde mir die Symbolik etwas zu viel. Ich zog meine Hände weg, war aber immer noch in dem Rausch ihrer Berührungen, ihrer weichen Haut, dem Duft ihrer Haare. Aber dann ziemlich abrupt rückte sie von mir weg, und meine Finger fühlten sich leer an, kalt, verlassen. „Marco kommt. “Ich schaute auf, und im gleichen Moment erschien sein Kopf vom Rand des Bootes. „Ich lass euch dann mal allein.

“„Wo willst du denn hin?“Sie kramte in ihrer Tasche und zog eine Luftmatratze hervor. „Meinst du, Marco bläst die für mich auf? Mit seinem muskulösen Brustkorb?„Kann man mit muskulösen Brustkörben gut Luftmatratzen aufblasen?“„Mit muskulösen Brustkörben kann man alles!“Ayla hielt Marco die Luftmatratze hin und blies ihre Backen auf. Er verstand und begab sich sofort an die Arbeit. Wir sahen ihm zu und feuerten ihn sogar an. Er war bemüht, und er genoss unsere Aufmerksamkeit.

Wir bewunderten seinen Brustkorb, der sich ausdehnte und zusammenzog, seine Muskeln, die sich anspannten. „Hast du was dagegen, wenn ich euch zusehe?“„Bei was?“„Bei euren Sonnencremespielchen. “„Vielleicht gibt es die gar nicht. “„Natürlich gibt es die! Wofür haben wir die ganze Zeit geübt?“„Ich dachte, du wolltest mich vernaschen. “„Dich vernaschen?“ Sie lachte. „Bei aller Liebe. Aber das war wirklich nicht so gemeint. Hast du es so aufgefasst?“„Wie?“„Dass ich dich irgendwie vernaschen wollte. Denn dann hätten wir ein Problem.

Ein Kommunikationsproblem. Denn das war definitiv nicht so gemeint. “Ich ging darauf nicht näher ein, aber da war wieder diese Ayla, die wusste, was sie wollte und keinen Zweifel ließ und gleichzeitig mit mir spielte. Ich war aber nicht überzeugt von ihren Worten. „Du willst zusehen. “„Aber nur ganz dezent. “„Ist das nicht creepy? Uns zuzusehen, wie wir… Dinge machen. Voyeurismus nennt man sowas. “„Ist auch nicht anders als Pornos zu gucken im Internet.

“„Dann wirst du sehr enttäuscht sein. Wir werden hier keinen Porno hinlegen. “„Wer weiß!“Ich schüttelte mich: „Das ist doch eklig. Wir sind vielleicht bald Stiefschwestern! Wir sind verwandt. Wer schaut seiner Schwester bei solchen Sachen zu?“„Wir werden definitiv keine Stiefschwestern. Das kannst du mir glauben. Was immer mein Vater und deine Mutter da miteinander haben, das wird niemals in einer Ehe enden. Mein Vater ist modern und alles. Aber der hat eine Familie in Anatolien, und die ist hardcore anatolisch.

Meine Familie wird deine Mutter niemals akzeptieren. So klein und dick und kopftuchig kann die gar nicht werden. “„Meinst du?“„Absolut. Da kannst du einen drauf lassen. Wir werden keine Stiefschwestern, und mein Vater wird deine Mutter niemals meinen Eltern vorstellen. Ist also nichts dabei, wenn ich euch zusehe. “Mir war das Gespräch unangenehm. Dass wir so über Marco sprachen, der neben uns stand. Es war, als nutzten wir ihn aus, als betrogen wir ihn vor seinen Augen.

Aber vielleicht meinte es Ayla auch nicht so. Marco musste sich nun mehr Mühe geben mit dem Aufblasen der Matratze. Sein Gesicht lief rot an, aber er blieb tapfer. Es war süß, wie er uns beeindrucken wollte, und als er uns stolz die aufgeblasene Matratze präsentierte, war ich auf eine seltsame Weise stolz auf ihn. Es fühlte sich an, als hätte er uns einen Dienst erwiesen, als wäre er ein Gentleman, der den hilflosen Mädchen geholfen hatte.

Ein bisschen altmodisch, aber auch irgendwie süß. Ayla bedankte sich, indem sie eine Umarmung andeutete, und dann nahm sie ihre Luftmatratze und entschwand ins Meer. Und ich war allein mit Marco, mit dem ich kein Wort wechseln konnte, außer:„Gracias Marco!“Er sagte etwas, das sich nicht verstand und lächelte. Ich schüttelte mein Badetuch aus und legte es auf den Strand, dass wir uns beide draufsetzen konnten. Und so saßen wir da und schauten aufs Meer.

Es gab nichts zu sagen, weil wir nichts sagen konnten. Natürlich gab es eine Möglichkeit, mit ihm zu reden. Google übersetzte heutzutage alles. Wir hätten gegenseitig in unsere Handys sprechen und die Übersetzung ablesen können. Vielleicht würden wir das auch irgendwann tun, aber in diesem Moment war es nicht angemessen. Stattdessen schwiegen wir nebeneinander. Aus den Augenwinkeln betrachtete ich seinen Körper. Jung, braungebrannt und so lecker. Wir betrachteten Ayla, die auf ihrer Luftmatratze winkte, und winkten zurück.

Aber schließlich drückte ich ihm die Sonnenmilch in die Hand. Ich spürte die Sonne auf meinen Schultern, stand auf wie Ayla zuvor und dirigierte seine Beine auseinander. Wie ich es nicht verstanden hatte, so verstand er es auch nicht. Ich setzte mich zwischen seine Schenkel, wie es Ayla bei mir getan hatte. Marco spritzte einen Klecks Sonnencreme auf seine Hand, und er begann, wie ich es bei Ayla getan hatte, damit, dass er meine Arme einschmierte.

Ich ließ es eine Weile geschehen, versuchte es zu genießen. Aber was blieb, was alles überschattete, war, dass es sich anfühlte, als würde sich das wiederholen, was Ayla mit mir gemacht hatte. Ich spürte seine Hände auf meiner Haut. Es war schön, Aber es fühlte sich nicht ganz richtig an. Im Hintergrund war immer Ayla. Keine fünfzig Meter entfernt schwamm sie auf ihrer Luftmatratze. Sie trug ihre Sonnenbrille, sodass ich nicht erkennen konnte, ob sie uns beobachtete.

Aber da sie es angekündigt hatte, ging ich davon aus. Marco rieb mir nun die Schultern ein und schob meine Haare beiseite. Er strich über meinen Hals mit kräftigeren Fingern, nicht so sanft, wie ich es getan hatte. Aber ich war mir sicher, dass er sich auch die winzigen Härchen an meinem Haaransatz betrachtete. Er drehte sie zwischen seinen Fingern und kitzelte mich. Ich bekam eine Gänsehaut und schüttelte mich. Wie ein kleiner Stromstoß wurde ich wachgerüttelt.

Ich wollte die Situation in die eigenen Hände nehmen, mich von Aylas Version lösen. Also legte ich meine Hände auf Marcos Oberschenkel und begann sie zu streicheln. Erst so ein bisschen spielerisch, aber nicht lange. Ich wurde ungeduldig. Wir wussten beide, was hier abging. Wir wussten beide, wo es hinführen würde. Meine Hände strichen nun kräftig über seine Schenkel, und sie wollten hoch, zwischen seine Beine, in seine Shorts. Aber so, wie wir saßen, war das unmöglich.

Ich rutschte etwas hin und her, aber dann wurde ich so ungeduldig, dass ich mich zu ihm umdrehte, und über ihn herfiel. Ich drückte seinen Körper in den Sand und warf mich auf ihn. Meinen Mund presste ich auf seinen, und für einen winzigen Moment fühlte ich seinen Widerstand, als wäre er sich nicht sicher, ob er das wollte. Es machte mich etwas wütend. Warum hatte er mich dann so angemacht? Aber dann öffneten sich seine Lippen, ließen meine Zunge in seinen Mund, und er küsste mich zurück.

Meine Hände fuhren gierig über seinen Körper, seine Muskeln. Ich wollte es jetzt. Ich musste ihn haben. Es war so befreiend, dass diese Spielchen endlich beendet waren. Mein Körper auf seinem, meine Lippen auf seinen. Ich drückte ihn in den Sand. Meine Hände wühlten in seinen Haaren, dann im Sand. Ich über ihn gebeugt wie eine Raubkatze über ihre Beute. Was bekam Ayla zu jetzt sehen? Wie ich mich gehen ließ, wie ich zeigte, wie notgeil ich war, wie es mir egal war.

Sie allein auf ihrer Luftmatratze im Meer. Ich mit Marco im Sand. Warum dachte ich überhaupt ständig an sie?Ich schob sie aus meinem Kopf, packte seinen Körper und wälzte mich mit ihm im Sand, bis ich unter ihm lag. Sein schwerer Körper auf meinem, mein Haar, das in den Sand gedrückt wurde. Ich würde den Sand noch Tage in meinen Haaren haben. Ich genoss seinen Körper, seine Berührungen, und ich weiß nicht, wo das alles geendet hätte, wenn ich nicht eine Stimme neben mir gehört hätte:„Tut mir leid Leute, aber mir ist richtig kalt! Sorry!“Ayla stand neben uns, und ich musste den Hals verrenken, um zu ihr aufzusehen.

Ich seufzte. Marco löste sich von mir, sah Ayla an, dann mich vollkommen verständnislos. Ich zuckte mit den Schultern, zeigte auf ihre Gänsehaut. Ich richtete mich auf, schüttelte Sand aus meinen Haaren und atmete tief durch. „Wirklich. Tut mir leid! Es ist richtig kalt im Wasser. Ich wusste nicht, wohin. Ich kann ja schlecht zum Hafen schwimmen oder so. “„Schon gut. Ist ja nichts passiert. “ Natürlich hätte sie sich dezent an den Rand er Bucht setzen können.

Ayla kramte ihr Handtuch hervor und trocknete sich ab. Dann legte sie sich ihr Handtuch um die Schultern und meinte:„Rutscht mal. “Sie setzte sich zu uns auf mein Handtuch mit mir in der Mitte. Es entstand Stille. Ich trauerte dem vergangenen Moment nach und sah meinen Hormonen hinterher, wie sie meinen Körper verließen. Wehmütig. Da saßen wir jetzt und schauten schweigend aufs Meer. Schließlich begann Ayla ein Gespräch: „Wars denn schön?“„Du meinst, bevor du uns unterbrochen hast? Da wars richtig schön.

“„Wie gesagt, es wurde richtig kalt im Wasser. Und ihr habt euch ja auch Zeit gelassen. “„Nicht genug Zeit. “„Bist du sauer? Wie gesagt, tut mir leid…“„… aber das Wasser war kalt. “„Genau. “Während Ayla und ich umständliche Worte wechselten, hatte auf meiner anderen Seite Marco meine Hand gefunden und streichelte sie. Er rückte ein wenig näher, bis unsere Schultern sich berührten. Wie Teenager. Unbeholfen, schüchtern. Ein Flashback zu vergangenen Zeiten. Als ich fünfzehn war und Händchen hielt mit Lars aus meiner Klasse, der sich für mich interessierte und in den ich total verknallt war.

Es war alles komisch, unglaublich dramatisch. Nicht unbedingt Zeiten, die man zurückhaben wollte. Und nun Marcos Hand. Alles ein bisschen verdruckst und versteckt, weil ich nicht wollte, dass Ayla sich weiter lustig machte. Sie mischte sich zu sehr ein, war das dritte Rad am Wagen. Aber es war nicht zu ändern. Und jetzt hielten Marco und ich Händchen. Versteckt, aber auch ein bisschen casual. Nebensächlich. Wie so ein Paar, das sich gerade gefunden hatte, aber das Gefühl hatte, zusammenzugehören.

Dabei hatten wir nur ein bisschen geknutscht. Und nun sprachen wir mit unseren Händen, und Marco zeigte mir, dass er nicht nur einen großartigen Body hatte, sondern auch romantisch sein konnte. Auf der anderen Seite Ayla, die vielleicht nur so tat, als bekäme sie nichts mit von dem, was zwischen uns passierte. Sie ging mir auf die Nerven mit ihren Einmischungen. Ich brauchte eine Weile, bis ich ihr verziehen hatte. „Ich habe übrigens gestern Nacht noch etwas Cooles erlebt.

“„Gestern Nacht? Wo… und wann?“ Ihre Stimme klang misstrauisch. „Gestern Nacht, hinter dem Haus, wo Maria wohnt. “„Was hat du erlebt?“„Ich bin noch was rumgelaufen in der Dunkelheit. Wollte das Grundstück auskundschaften. “„Auskundschaften?“ Der Spott in ihrer Stimme war unüberhörbar. „Und da hast du was entdeckt. “„Ich bin ganz bis zum Ende des Grundstücks gelaufen. Wo die ganzen Olivenbäume stehen. Ganz am Ende ist ein Hügel, dahinter das nächste Grundstück. “„Okay. “ „Ich bin also da hochgekraxelt, weil ich hinter diesem Hügel ein Licht gesehen habe.

Und da ist dieses Haus. Richtig groß und teuer. Mit Glaswänden. Fett luxuriös. Da war dieser Typ, der sich total seltsam verhielt, war so um die vierzig. Er trainierte und gleichzeitig redete er mit seinem Computer. Total seltsam. “„Den musst du mir zeigen!“Ayla war interessiert. „Definitiv. Heute Abend?“Sie zögerte für einen winzigen Moment. „Klar… Heute Abend. “„Oder hast du was vor. “„Was soll ich vorhaben?“„Super!“Wir quatschten noch ein bisschen, während Marco Sand über meine Hand rieseln ließ und Ayla tat, als bekäme sie das alles nicht mit.

Den Rest des Tages verbrachten wir sonnenbadend. Nebeneinander, alle drei zusammen. Mit mir in der Mitte. Ayla kramte ihr Handy heraus, und ich ging mit Marco ins Meer. Er zeigte mir wieder seine Kraft, in dem er mich packte, mich an den Hüften hochhob, ins Meer warf. Und ich quietschte, tat, als kämpfe ich gegen ihn, spielte das kleine Mädchen. Er packte mich, hielt mich fest, und ich tat, als könnte ich mich nicht befreien, als wäre ich schwach und hilflos.

Seine Männlichkeit zwischen den Schenkeln wuchs, und während unserer kleinen Kämpfe berührten meine Hände diese immer mal wieder ganz zufällig. Er presste mich an sich, mein Bauch rieb sich an seinen. Ayla saß am Strand, schaute auf ihr Handy, aber immer wieder hob sie ihren Blick und beobachtete uns. Es war mir egal. Ich packte Marco, umschlang meine Beine um seine Hüften, presste meine Lippen auf seine. Unsere Küsse wie saure Gummibärchen. Süß, aber auch salzig vom Meerwasser.

Die Sonne auf unserer Haut. Und jetzt war ich diejenige, die die Initiative übernahm, die ihn führte, deren Zunge in seinen Mund eindrang. Wieder warf ich ihn auf mich, und er ließ es erst geschehen, sichtlich scheu zunächst, und erst langsam gewann er an Mut. Ich musste seine Hand nehmen und auf meine Brust legen, und da ließ er sie erst liegen, unsicher, was er tun sollte. Erst nach einer Weile strich er über den Stoff meines Bikinis und meine harten Nippel.

Ich genoss es, schaute einmal zum Strand zu Ayla, dann schob ich Marco so, dass er dem Strand seinen breiten Rücken zudrehte und dann hob ich meine Brust aus dem Körbchen. Marco sah sie erst fasziniert an, streichelte sie dann langsam und schließlich nahm er allen Mut zusammen und beugte sich hinunter, um sie zu küssen, und seine Zunge umspielte sie, dann saugte er daran, und ich schloss die Augen und genoss seine Aufmerksamkeit einfach und quetschte ihn wie eine Orange bis zum Letzten aus.

  6.     Kapitel„Sollen wir los?“„Okay. “„Wo wollt ihr hin?“, wollte Mama wissen. „Ach, nur ein bisschen rumlaufen. “„Wo wollt ihr denn hinlaufen? Hier ist doch weit und breit nichts. “„Nirgends. Wir laufen nur hier auf dem Grundstück ein bisschen rum. Ganz normal. “„Ganz normal?“„Ja, ganz einfach, ganz normal. “Es gab eigentlich keinen Grund, meiner Mutter nicht zu sagen, was wir vorhatten. Aber es fühlte sich passender an, wenn es geheimnisvoll war. Also stapften wir los.

Ayla und ich in die Dunkelheit. Bewaffnet mit den Taschenlampen unserer Handys und ganz viel Entdeckergeist. Zumindest ich hatte den. Ayla war zumindest neugierig. Vielleicht fand sie es albern oder kindisch, weil sie immer so souverän auftrat und so eine taffe Ausstrahlung hatte. Aber wenn es sie störte, sagte sie es nicht, sondern folgte mir. Schließlich blickten wir auf das Haus. Alle Zimmer waren erleuchtet wie am Tag zuvor. Der Mann stand in der Küche und kochte.

Er trug nichts als schwarze Shorts. „Wow Du hast mir gar nicht gesagt, wie sexy der ist!“„Findest du? Okay, er sieht ganz gut aus, aber der ist ja auch schon, wie soll ich sagen, reifer. “„Reifer? Der ist noch keine vierzig!“„Aber auch nicht mehr in den Zwanzigern. Guck doch, der kriegt schon graue Haare. “„Aber sein Body! Sieh dir den an. In einem Kampf auf Leben und Tod würde der deinen Marco mit einer Hand zermalmen.

“„Niemals. “„Sollen wir wetten?“„Und wie willst du das herausfinden? Ich glaube nicht, dass wir die beiden dazu kriegen, sich für uns auf Leben und Tod zu bekriegen. “„Da hast du vielleicht recht. Trotzdem sieht der total heiß aus. Graue Haare, aber total durchtrainiert. “„Der kocht in seiner Unterhose. “„Das sind Shorts. “„Unterhose, sage ich. “„Du knutschst mit kleinen Jungen, woher nimmst du den Glauben, irgendeine Ahnung über diesen Mann zu haben?“Ich wechselte das Thema:„Was wissen wir über ihn?“„Er kocht Nudeln und schneidet Tomaten.

“„Ich glaube, das sind Paprika. “„Hinter dem Herd sehe ich Käse. Hartkäse. Parmesan tippe ich. “„Er sieht aber nicht wie ein Italiener aus. “„Definitiv nicht. Obwohl er verdammt braun gebrannt ist. “„Siehst du Fleisch oder Fisch oder so?“„Ne. Meinst du, der ist Vegetarier?“ „Vielleicht sogar vegan?“„Könnte ich mir vorstellen. Wer in so einem Haus wohnt, der ist auch vegan. “„Ist das sein Haus?“„Bestimmt. Der sieht genauso aus wie ein Mann, der sich ein Haus aus Glas und Zement baut.

“„Ich glaube, das ist Beton. Nicht Zement. “„Wo ist der Unterschied?“„Weiß ich nicht, aber Zement ist was anderes als Beton, und bei solchen Sachen sprechen die Leute immer von Beton. Zement kriegt man im Baumarkt. “ Ayla sah mich: „Architektin oder was?“„Ich meine nur. “„Meinetwegen Glas und Beton. Aber es ist definitiv sein Haus. “„Wie kommt der denn in dem Alter schon an so viel Geld?“„Gerade fandst du ihn noch alt. “„Der ist zu alt für uns, aber noch zu jung, um sich so ein Haus leisten zu können.

Das hat doch Millionen gekostet. “„Ja und?“„Vielleicht ist es das Haus von seinem Vater. “„Das ist seins. Typen, die vegane Pasta kochen, bauen sich solche Häuser. Wenn er einen reichen Vater hätte, wäre alles weiß und vergoldet. “„Vielleicht ist es sein Haus, aber er hat das Geld dafür geerbt von seinem reichen Vater. “„Den er selbst um die Ecke gebracht hat, um ans Geld zu kommen?“„Wo du es erwähnst, warum nicht?“„Wenn er ein reiches Söhnchen wäre, würde er gelbe Polohemden tragen.

“Ich lachte. „Wirklich? Tun das alle reichen Söhne, die ihre Väter umgebracht haben, um zu erben?“„Absolut tun die das. “„Ich glaube, dass der sich das selbst erarbeitet hat. Das ist sein Haus, das er sich mit seinem Geld nach seinen Wünschen gestaltet hat. Und weil er so hart gearbeitet hat, sieht es auch so bescheiden aus. “„Das sieht doch nicht bescheiden aus. “„Aber der Stil ist so. “„Wie hat er denn das Geld gemacht?“„Mafia.

Ganz klar. Definitiv. Legal kann man nicht so schnell so reich werden. Der ist Mafiaboss. “„Mafiabosse sind nicht vegan. Die essen viel Fleisch, weil sie männlich sein wollen. Außerdem sind Mafiabosse nicht so gebildet. Die habe sich aus einem Ghetto hochgearbeitet und dabei ihre Feinde gekillt. Die haben keine Schulabschlüsse und keine Ahnung von schicker Architektur. Mafiabosse haben Häuser aus Marmor und alles vergoldet. “„Ja, aber der ist anders. Deshalb ist er auch ausgestiegen.

“„Wieso ist der ausgestiegen?“„Der versteckt sich. Der wohnt allein in einem riesigen Haus hinter einem Hügel. “„In einem Haus aus Glas. So richtig versteckt ist das nicht. “„Wo ist seine Crew? Seine Gang? Wo sind seine Bodyguards? Der hat die Nase voll vom Töten, und deswegen versteckt er sich in seinem Haus vor seiner Familie und seinen Feinden, die ihn fertigmachen wollen. “„Er versteckt sich auf Malle?“In der Zwischenzeit hatte der Mann seine Tomaten oder Paprika angebraten, gewürzt, seine Nudeln abgeschüttet, das ganze vermengt, sich eine Flasche Wein aufgemacht und an einen Tisch gesetzt, der auch aussah, als wäre er aus Beton.

Er schaute beim Essen auf sein Laptop, und gleichzeitig lief das Fernsehen auf dem Flatscreen. Wir konnten nicht genau sehen, was er sich da ansah, aber es sah nach einem Nachrichtensender aus. Am Bildrand liefen Laufbänder, und von Zeit zu Zeit wurden Statistiken eingeblendet. „Der ist Aktienbroker. Ich sag’s dir. Broker haben auch solche Häuser. “„Und er macht seine Geschäfte aus einem Haus am Ende der Welt? Dann wäre er in New York oder London oder so.

Aber nicht auf Malle. “Es war witzig, wie wir da spekulierten über diesen seltsamen Typen, den Ayla attraktiv und ich zu alt fand. Ayla und Ella auf der Jagd nach dem Mafiabroker im Haus aus Glas und Beton. Ich lernte neue Seiten an ihr kennen. „Einen Wein hätte ich jetzt auch gerne. “„Soll ich einen holen gehen?“Ayla sah auf die Uhr. „Lass mal, das ist ja ein ziemlicher Weg. “ „So weit ist das nicht.

Ich geh gerne. “„Nein, schon gut. Außerdem ist mir kalt. “„Ich bringe dir auch eine Jacke mit. “ „Danke, aber lass mal. Außerdem muss ich weg. “„Weg? Hast du noch was vor?“„Ich habe… jemandem einen Anruf versprochen. “„Skype? Mach’s doch hier. In der Zwischenzeit hole ich Wein, Jacken und vielleicht hat Maria noch was Brot mit Aioli für uns. Das klingt doch super oder nicht?“„Klingt gut, aber wie gesagt. Außerdem geht es mir nicht so gut.

“„Hast du was?“„Alles in Ordnung. Ich meine nur. Morgen Abend kommen wir wieder. Versprochen. “„Okay, versprochen. Hoffen wir nur, dass seine Mafiafamilie ihn bis dahin nicht kaltgemacht hat. “„Wenn du willst, kannst du aber gerne noch hierbleiben und ihn weiter observieren. Ich finde auch allein zurück. “„Nee, ist schon gut. Ich komme mit. Mir ist auch kühl. “„Wirklich? Wäre kein Problem für mich. “Wir kletterten gemeinsam den Hügel hinunter und gingen zurück zur Finca.

Ich fragte mich, was in Ayla gefahren war, warum sie so plötzlich zurückwollte und was sie noch vorhatte. Den Anruf nahm ich ihr nicht ab. Sie scherzte auf dem Weg zurück weiter über diesen Mann, und ich spielte mit. Aber es klang nicht überzeugend, was sie so sagte. Bemüht, als wären ihre Gedanken irgendwo anders. Als wollte sie davon ablenken, dass ich ihr auf der Spur war. Ich spielte trotzdem mit, und wir erfanden noch Geschichten, dass er ein Bauunternehmer war, der eine neue Form des Betons erfunden hatte, die so erfolgreich war, dass er sich aus dem Berufsleben zurückziehen konnte, und wie sich herausstellen sollte, waren wir damit sehr viel näher an der Wahrheit, als wir glaubten.

Ich spielte mit, und das Geheimnis um Aylas Termin rückte in den Hintergrund. Warum sollte sie nicht Geheimnisse haben? Ich hatte die ja auch.   7.     KapitelDer nächste Tag brachte eine Abwechslung. „Leider kann Marco euch nicht zum Strand bringen. Er muss arbeiten. Das tut mir sehr leid. Ist das ein Problem?“Ich hatte das Gefühl, dass Maria mit der Frage mich meinte. Natürlich war das kein Problem. Es wurde auch keines, als sie die Frage wiederholte.

Aber es ärgerte mich, dass sie von mir und Marco wusste. Nur Ayla, er und ich wussten davon. Ich hatte Ayla noch extra gebeten, niemandem davon zu erzählen. Vor allem wollte ich nicht, dass Mama davon wusste. Auf ihre Kommentare und Ratschläge konnte ich gut verzichten. Vor allem wusste man nie, was sie einem riet. Es konnte schonmal sein, dass sie mir noch mit solchen Tipps kam wie: Ich soll vorsichtig sein, dass ich mir nichts einfange.

K&K: Krankheiten oder Kinder, im schlimmsten Fall beides! Mama war da unberechenbar. Es könnte auch sein, dass sie mir vorschwärmte, wie toll sie Marco fände und dabei in Zweideutigkeiten verfiel, die ich peinlich fand. Ich wollte mich nicht unbedingt fremdschämen für sie, wenn sie von sexuellen Diensten schwärmte, die sie von ihm gerne empfangen würde. Man konnte nie so genau wissen, welche Reaktion Mama zeigte. Sie hatte mir schon Details über das Verhalten Ahmeds im Schlafzimmer berichtet, die ich nun wirklich nicht wissen musste.

Und als ich ihr das gesagt hatte, hatte sie gelacht und gemeint, ich solle nicht so prüde sein. Daher war es mir relativ wichtig, dass sie nichts von Marco wusste. Aber es war zumindest schon bis zu Maria gedrungen. Die Frage war nur, wie. Marco erschien mir zu schüchtern, um diese Sache heraus zu posaunen. Er war mir irgendwie nicht der Typ, der solche Dinge in der Welt verbreitete. Nicht, dass ich irgendwas Substantielles über seinen Charakter sagen konnte.

Eher hatte ich Ayla im Verdacht. Ich hatte sie gebeten, das alles für sich zu behalten, und sie hatte es mir versprochen. Aber Ayla war nicht der Mensch, dem ich zu hundert Prozent vertraute. Sie war mir immer noch zu mysteriös und durchtrieben. Hatte sie meiner Mama von mir und Marco erzählt? Und die hatte es dann an Maria weitergetratscht? Es wäre eine Kleinigkeit, aber eine, die mich ärgern würde. Aber da ich nichts tun konnte, die Sache nur noch schlimmer machen würde, wenn ich davon erzählte, ließ ich es auf sich beruhen.

Maria versuchte uns zu trösten, obwohl wir gar nicht so enttäuscht waren, und erzählte uns, dass Marco uns eingeladen hatte, am nächsten Abend etwas mit seinen Freunden zu unternehmen. Ayla und ich sahen uns an. Ich konnte nicht sagen, was sie dachte. Ich fand es nett. Marco zu sehen und einen Abend mit seinen Freunden zu verbringen. Wenn sie so alt waren wie er, also ein paar Jahre jünger als wir, dann könnte das spaßig werden.

Ein Sprung in die Vergangenheit mit Partymusik, Alkohol und vielen Hoffnungen, die sich vielleicht nicht verwirklichten. Aber am Ende wäre man doch glücklich. Ein Schritt zurück in die Unbeschwertheit der Jugend. Als man sich noch keine Gedanken machte über seine Zukunft, sondern in den Tag lebte. Ich in den Armen Marcos, der mit mir vor seinen Freunden angab, mich als seine Trophäe herumzeigte. Mir würde das schmeicheln. Er würde mir seine Freunde vorstellen. Niemand würde den anderen verstehen, aber es wäre auch vollkommen egal.

Wir würden lächeln und zusammen lachen. Ayla würde sich auch jemanden angeln, und ich würde zuschauen, wie sie mit einem großen, starken Spanier knutschte, der sie gegen eine graue Wand presste mitten in der Nacht. Über ihr eine Lampe, um die sich die Motten scharten. Ihre Schulter an der Wand gelehnt, ihre Brust nach vorne gestreckt, ihre Hüfte, die sich an seiner rieb. Er würde sie festhalten, und sie würden sich küssen, und ihr Kuss wäre roh und a****lisch, und es schien fast wie ein Kampf um die Kontrolle zu sein, den beide um keinen Preis verlieren wollten.

Die distinguierte Ayla, die sich verführen ließ von einem einfachen spanischen Dorfburschen. Marco und ich würden den beiden zuschauen, und dann würden wir uns einander zuwenden und uns auch küssen. Aber anders. Sanft und gefühlvoll, voller Hingabe und Zuneigung. Ich würde ihn festhalten und von ihm festgehalten werden, und ich würde mir vorstellen, wie meine Liebeshormone in seinen Körper und seine Blutbahn geschwemmt würden, und er würde wissen, wie ich mich fühlte, und ich würde sein Testosteron in meiner Seele spüren.

In so einem Augenblick, den man nie verlieren möchte, und an den man sich noch oft zurück erinnern wird. So stellte ich mir das vor. Kitschig, ich weiß. Ayla hatte allerdings ganz andere Vorstellungen, wie sie mir später erzählte. Sie hatte keine Lust auf diese „Kinderspielchen“. „Kann man vorstellen, wie das wird. Wir mit einem Haufen Kindern an einer Tankstelle. Mit Jungs und Mädchen, die gerade mal ein paar Haare da unten herausgepresst haben und uns ihre Tricks auf dem Skateboard zeigen wollen.

Und wir schauen zu. Riechen den Gestank von Benzin und saugen an unseren Strohhalmen aus Coladosen. “„So schlimm wird es schon nicht werden!“Ich werde mich nicht auf den Gepäckträger eines Fahrrads setzen und von einem fünfzehnjährigen Bubi abschleppen lassen! Hinter ein Restaurant, um mich da zwischen den Mülleimern mit Fischabfällen befummeln zu lassen. “„Musst du ja auch nicht! Wir sehen uns das an, und wenn wir keinen Bock mehr haben, dann machst du einen auf krank und ziehst einen Tampon aus der Tasche, und mit dem fuchtelst du ein wenig vor den fünfzehnjährigen Typen rum, und dann werden die ganz viel Angst kriegen vor so viel Frau, und niemand wird sich trauen mit dir hinter das Restaurant zu den Fischabfällen zu gehen.

“Ich war stolz auf meine Schlagfertigkeit und ein bisschen sauer, dass sie mir meine Vorfreude verderben wollte. „Gute Idee. Ich nehme dich beim Wort! Und das mit den Tampons werde ich durchziehen. Kannst du mir glauben!“„Mach das!“Ich legte mich wieder auf meine Liege und versuchte mir meine Version des Abends ins Gedächtnis zu rufen. Aber irgendwie war das Bild vom Knutschen zwischen den Fischabfällen stärker. Jetzt tauchten in meiner Einbildung auch noch Ratten auf.

Riesige graue Ratten, groß wie kleine Hunde, die von uns aufgescheucht waren und quietschend davonliefen. Bis auf eine besonders große, die sich vor uns drohend aufrichtete und uns anzischte. So viel zu meinen Phantasien. Wir verbrachten also den Tag am Pool. Mama, Ayla und ich wurden von Maria versorgt, die sich rührend um unser Wohlbefinden kümmerte und immer wieder Getränke brachte und Snacks in Form von geschnittenen Früchten und Knabberzeugs. Mama hatte sich zwei Tische zurechtgeschoben, auf denen ihre Bücher, der Laptop und Papiere ausgebreitet lagen.

Sie saß unter einem großen Sonnenschirm wie die große Chefin. Einmal lud Mama Maria ein, sich zu ihr zu setzen, und sie plauderten ein wenig über das Leben in Deutschland und in Spanien. Ich beteiligte mich nicht an dem Gespräch, fand es aber interessant. Es stellte sich schnell heraus, dass meine Mama nicht verstehen konnte, wie man damit zufrieden sein konnte, Haushälterin zu sein. Sie bestand darauf, dass die Arbeit doch eintönig sein müsse.

Maria antwortete freundlich, aber sie hielt sich sehr zurück in ihrer Antwort. Ich konnte erkennen, dass sie nicht die einfache Bedienstete war, die nur putzte und kochte und damit ausgelastet war. So wie die weiße Strähne in ihrem Haar nicht zu ihrem Aussehen passte, ihm aber etwas Besonderes verlieh, so passte sie auch meiner Ansicht nach nicht in diesen Job. Ich hätte sie eher in der Rolle einer Businessfrau gesehen, die ein Unternehmen leitet.

Aber nicht als Haushälterin. Ich hätte sie mir auch gut vorstellen können in Aylas Job. Zumindest besser als Ayla selbst. Wie gut die wirklich im Umgang mit Menschen war, konnte ich nicht mit Sicherheit sagen, aber ich glaube, sie war bei den Mitarbeitern nicht sehr beliebt. Maria sprach sehr gut Deutsch, machte nur selten Fehler und benutzte manchmal erstaunlich komplizierte Wörter. Sie war unglaublich ruhig in ihrer Ausstrahlung. Ihre Bewegungen waren ganz kontrolliert und reduziert, als wäre alles genau überlegt.

Fast wie eine Geisha. Trotzdem strahlte sie Wärme aus über die braunen Augen und die kleinen Fältchen, wenn sie lächelte. Auch wenn Maria es nicht sagte, so konnte ich deutlich erkennen, dass sie Mama für ihren Arbeitseifer kritisierte und es nicht verstand, dass sie in ihren Ferien Tag und Nacht arbeitete. Sie sagte so etwas wie: „Es gibt viele Wege glücklich zu werden, und jeder muss seinen eigenen finden. “Klang ein wenig wie ein Kalenderspruch, aber ich nahm an, dass es ein spanisches Sprichwort war oder so.

Aber sie äußerte diese Kritik so dezent, dass Mama es nicht verstand. Aber ich verstand sie. Es ärgerte mich auch, wie viel Arbeit Mama investierte für nichts. Statt ihren Erfolg zu genießen, wollte sie schon den nächsten. Dabei musste sie sich nichts beweisen. Aber Mama sah das wohl anders. Sie hatte ein schlechtes Gewissen, dass sie so lange Hausfrau gewesen war und mich großgezogen hatte, statt Karriere zu machen. Jetzt wollte sie all das nachholen, was sie versäumt hatte.

Ein neuer Job, ein neuer Mann, ein neues Leben mit neuem Stress. Wir waren schließlich nur hier, weil Mama in ihrem Job dem Chef eine Menge Geld gespart hatte und er uns aus Dankbarkeit seine Finca überlassen hatte. War für ihn sicherlich billiger, als einen fetten Bonus zu zahlen. Ayla hingegen schien kribbelig zu sein. Sie saß zunächst auf der Liege. Vorher durfte ich sie eincremen, und ich war ein wenig traurig darüber, dass ich das ganz nüchtern machen musste, denn ich wollte nun wirklich nicht, dass Mama was davon mitbekam, wie neckisch wir das in den letzten Tagen gemacht hatten.

Trotzdem juckte es mir in den Fingern, und einmal schlüpften sie tiefer in ein Körbchen von Aylas Bikinioberteil als nötig. Ayla atmete tief ein und presste damit ihre Brust gegen meine Hand. Das führte dazu, dass ich ihre Brustwarze berührte, was gar nicht meine Absicht gewesen war. Als ich sie ansah, grinste sie kurz und flüsterte mir gespielt vorwurfsvoll zu:„Na, na, na!“Mama hatte davon nichts mitbekommen. Aber das war nur ein winziger Moment, auch wenn ich noch eine Weile ihre Brustwarze auf meiner Fingerkuppe fühlte.

Und meine Finger erinnerten sich noch lange an die Wölbung ihrer Brust. Klein, aber straff und ein Maler hätte nach Jahrzehnten der Übung keine so schöne Rundung hinbekommen. Die Welt war ungerecht. Als Maria mit kühlen Getränken kam, dirigierte Ayla meine Finger und mich und presste sich gegen meine Finger, wie eine Katze, die ihre Streicheleinheiten genoss. Dabei schaute sie gespielt unbeteiligt zu ihr hinüber. Ich fand es süß, dass sie sich für Maria so ins Zeug legte, wusste aber nicht, ob sie sie provozieren wollte.

Von wegen Muslimas, die was mit Frauen hatten oder so. Nach dem Eklat am ersten Abend war nichts Auffälliges mehr passiert zwischen den beiden. Ayla behandelte Maria besonders freundlich, als wollte sie ihr zeigen, dass sie sich falsch verhalten hatte und um Verzeihung bat. Maria behandelte Ayla vollkommen normal und nicht anders als mich auch. Ayla jedenfalls konnte nicht ruhig auf ihrer Sonnenliege bleiben. Immer wieder stand sie auf, ging ins Haus, holte irgendwas, setzte sich wieder, rückte ihre Liege zurecht, legte sich hin, dann rückte sie sie wieder zurecht.

Vor allem fiel mir auf, dass sie ständig ins Haus ging. Als mochte sie die Sonne nicht. Ich fragte sie, ob alles in Ordnung sei, aber sie meinte, alles wäre großartig. Ich hatte damit keine Probleme, lag in der Sonne, tat nichts, vermisste nichts, dachte hin und wieder daran, was Marco wohl gerade tat und vermisste ihn irgendwie, obwohl ich gar nicht so genau sagen konnte, was ich mit ihm gerne angestellt hätte. Nach dem Abendessen freute ich mich darauf, mit Ayla den Typen im Glashaus zu beobachten.

Aber sie war einfach verschwunden. Wir hatten so etwas wie eine vage Verabredung gehabt. So nach dem Motto: „Gehen wir morgen wieder zu dem Mafiaboss?“ „Total gerne. “Aber als ich loswollte, war Ayla nirgends zu sehen. Weder unten, noch in ihrem Zimmer, auch Mama wusste nichts. Ich textete sie an, aber sie antwortete nicht. Es war seltsam, aber vielleicht wollte sie nur ihre Ruhe haben. Da stand ich nun, wusste nicht so recht, was ich tun sollte und entschloss mich schließlich, allein zu dem Haus zu gehen.

Es war noch relativ hell, und so konnte ich zum ersten Mal mehr von dem hübschen Olivenhain sehen mit den wunderbar verkrüppelten Bäumen. In den Bäumen sangen Vögel, und der Sonnenuntergang tauchte das Ganze in ein angenehmes Licht. Der Mann war zwar da, allerdings tat er nichts Spannendes. Er trainierte. Er lag auf seiner Hantelbank und machte Übungen für den Brustkorb, dann Liegestütze, dann sprang er Seilchen und so weiter. Es war wirklich nichts Interessantes, und doch genoss ich es, an einen Baum gelehnt zu sitzen, und ihm zuzuschauen bei etwas, das ganz offensichtlich verboten und damit spannend war.

Es war besser, als fernzusehen, denn es war real. Auch wenn nichts wirklich Spannendes passierte. Leider war sein Verhalten nicht sehr interessant. Er benahm sich nicht komisch, diktierte nichts in seinen Laptop, war nicht aufgewühlt oder sonst wie auffällig. Ich versuchte das Spielchen mit Ayla weiterzuführen und herumzuspinnen, was es mit ihm wohl auf sich haben könnte, aber ohne ein Gegenüber, mit dem man Ideen austauschen konnte, war das alles nicht das Wahre. Als er fertig war und unter die Dusche ging, brach ich auf und verschwand.

Um genau zu sein, wartete ich noch, bis er wieder rauskam, in der Hoffnung, dass ich ihn vielleicht nackt sehen konnte. Irgendwie war er doch ganz attraktiv, wenn ich es mir genau überlegte. Er war zwar älter und definitiv nicht mein Typ, aber ich fragte mich, ob er nicht vielleicht total viel Erfahrung hatte. Man sagte immer, das ältere Männer besser im Bett wären, weil sie sich nicht nur um sich kümmern würden. In meiner Phantasie hatte er sich drei Jahre vor der Mafia in einem indischen Ashram versteckt und da die Liebeskünste studierte.

Unter anderem, wie man Frauen stundenlang beglücken konnte. Ich sah vor meinen Augen, wie er mit seinen trainierten Armen den schlanken Körper Aylas durch das Haus trug, auf den Boden legte und zwischen ihren Schenkeln verschwand, um zwischen ihren Lippen irgendwelche Kamasutra-Praktiken anzuwenden. ‚Die Brillenschlange hypnotisiert die Lotusblüte‘ hätte mich besonders interessiert. Der Schweiß auf ihrer Haut, der sich langsam an der Brust sammelte, die ich schon berührt hatte, und in einem Tropfen der Erregung ihre perfekte Brust hinunterlief und sie dabei zusätzlich geil machte.

Er würde es sich zwischen ihren Schenkeln beliebt machen und so lange mit ihr spielen, bis sie um Erlösung winselte. Einfach weil er es konnte. Aber als er wieder erschien, hatte er sich ein großes weißes Handtuch um die Hüften gebunden. Ich war enttäuscht. Wenn ich so abgeschieden leben würde, würde ich splitterfasernackt durch mein Haus laufen. Schließlich gab es niemanden, der ihn sehen konnte. Warum also ein Handtuch? Zumindest hätte er mir die Freude machen können, sich mir nackt zu präsentieren.

Auch wenn ich über die Entfernung nicht viel hätte sehen können von seiner Männlichkeit. Damit machte ich mich auf den Weg zurück. Ich war ein wenig enttäuscht, hätte gerne meinen kindlichen Forscherdrang noch weiter befriedigt, und ich sollte noch auf meine Kosten kommen. Denn auf dem Rückweg sah ich Licht in dem kleinen Haus neben der Finca. Also schlich ich hinüber, in der vagen Hoffnung, vielleicht doch noch Marco zu sehen und mit ihm durch die Nacht zu spazieren.

Vielleicht zurück auf den Hügel zu dem Haus aus Glas und Beton. Wir würden stumm nebeneinandersitzen, Händchen halten, dem Mann zusehen. Irgendwann würde es zu langweilig werden und wir würden miteinander knutschen und vielleicht auch mehr tun. Ich schlich mich näher, kroch unter das Fenster, bewegte meinen Kopf langsam hoch, bis ich durch das Fenster schielen konnte, und da bot sich mir ein wirklich seltsames Bild:Am Küchentisch saß Maria und schälte mit einem kleinen Küchenmesser eine Orange.

Auf dem Küchentisch stand eine Schale mit Orangen. Maria schnitt bedächtig und langsam, wie zur Meditation. Als sie sich eine Scheibe abgeschnitten und die weißen Fitzelchen beseitigt hatte, steckte sie sich diese in den Mund, lutschte erst daran, als genieße sie, und zerbiss sie dann. Es sah ziemlich sinnlich aus, fast schon erotisch. Sie lehnte sich zurück, schloss die Augen und schien vor Genuss zu seufzen, was mir seltsam vorkam. So toll war eine Orange ja nun auch wieder nicht.

Sie schnitt eine weitere Scheibe aus der Apfelsine, ließ die Schale aber unter den Tisch fallen. Ich war überrascht darüber. Wer warf denn die Abfälle einfach so unter den Tisch? Sie zupfte die weißen Teilchen säuberlich ab, noch genauer als bei der letzten, und dann ließ sie diese auch unter den Tisch fallen. Was sollte das? Ich hob meinen Kopf, dass ich unter den Tisch schauen konnte, und musste einen Überraschungsschrei unterdrücken. Denn unter dem Tisch hockte Ayla.

Ich konnte gerade noch sehen, wie sie das Stück vom Boden aufhob und in ihren Mund steckte. Neben ihr lagen säuberlich nebeneinander gereiht Apfelsinenschalen. Wie unhygienisch!Ich konnte sehen, dass Aylas Bluse geöffnet war. Allerdings verdeckte der Stoff ihre Brüste. Sie biss in die Orange, dann beugte sie sich hinunter und küsste Marias nackte Füße. Ihre langen offenen Haare hingen ihr ins Gesicht. Was passierte da gerade? Wo war ich hineingeraten? Ich war fasziniert von dieser Szene.

Voller Hingabe, aber ganz sanft küsste sie die Füße. Maria hatte sich wieder nach vorne gebeugt. Bevor sie das nächste Stück aus der Apfelsine schnitt, griff sie unter den Tisch, fand Aylas Kopf, streichelte über ihre Haare, dann griff sie nach einer Strähne, wickelte sie sich um die Hand und zog Ayla zu sich. Die gehorchte, richtete sich auf wie eine Katze und wartete geduldig, wie Maria Aylas schöne lange Haare durch ihre Finger gleiten ließ.

Maria sagte etwas, was ich nicht verstand. Ich sah nur, wie ihre Lippen sich bewegten, und Ayla beugte sich hinunter und ließ ihre Haare Marias Füße streicheln. Sie rieb ihren Kopf an Marias Unterschenkeln, und Maria spreizte ihre Beine ein wenig, dass Ayla zwischen ihre Beine rutschen konnte. Marias einfacher schwarzer Rock war derweil hochgerutscht bis zu ihren Knien. Es war bizarr, aber auch vor allem verdammt erotisch. Maria schnitt zwei weitere Teile aus ihrer Apfelsine, warf die Schalen auf den Boden, und Ayla unterbrach sofort ihre Streicheleien und legte die Schalen säuberlich und geordnet zu den anderen.

Dann aß Maria ihr Stück und warf das nächste Ayla hin, die es sich nahm. Ich wusste, dass ich verschwinden sollte. Das ging mich nichts an. Aber ich konnte meinen Blick einfach nicht abwenden. Und dann bellte plötzlich ein Hund irgendwo. Laut und aggressiv. Ich war in Gedanken. Für einen Moment trafen sich mein Blick und der Marias, die auch aufgeschreckt war und nach draußen schaute. Ich duckte mich sofort und kroch in die Dunkelheit.

Mein Herz raste. Hatte sie mich erkannt?Sie konnte es eigentlich nicht. Ich war im Schutz der Dunkelheit gewesen. Draußen war es stockdunkel. Das Licht der Küche ging nur hinaus in die Dunkelheit. Aber ich war mir auch nicht sicher. Ich hastete ins Haus, die Treppe hinauf und in mein Zimmer. Auf meinem Bett atmete ich tief durch. Mein Herz schlug immer noch. Hatte sie mich gesehen oder nicht? Und was wenn? Viel später hörte ich Schritte auf der Treppe.

Ich löschte schnell das Licht in meinem Zimmer, weil man es unter dem Türspalt sehen konnte, und hielt den Atem an. Es klopfte an meiner Tür. „Bist du noch wach?“Aber bevor ich etwas antworten konnte, ging die Tür schon auf und Ayla kam herein. Ich tat, als hätte sie mich gerade geweckt, aber sie meinte: „Du brauchst mir nichts vorzuspielen. Maria hat dich gesehen. “„Was?“Mir fiel echt so schnell nichts ein. Statt mir irgendwas einfallen zu lassen, bemerkte ich, dass sie nur zwei Knöpfe ihrer Bluse zugeknöpft hatte, die gerade so ihre Brüste bedeckten.

Ansonsten bot sie mir einen Blick auf ihren tiefen Ausschnitt und ihren Bauchnabel. Zudem strahlte sie eine enorme Zufriedenheit aus. „Keine Sorge. Ist alles in Ordnung. Ich bin dir nicht sauer. Maria ist es auch nicht. “„Okay…“Sie legte sich zu mir ins Bett und sah mich an. Ich roch die süßen Orangen in ihrem Atem. „Ich muss mit jemandem reden. Das war wirklich verdammt großartig!“Sie legte ihre Hand auf meine. „Was ist passiert? Warum warst du da unter dem Tisch?“„Sie hat es mir einfach befohlen.

Und ich habe gehorcht. “„Wie? Einfach so?“„Ja. Einfach so. Sie hat es gesagt, und ich bin auf die Knie gegangen und unter den Tisch gekrochen. “„Aber warum sollte jemand sowas befehlen?“„Warum? Weil es geil ist! Du hast es doch selbst gesehen. War das nicht total geil?“„Mmh, na ja. “ Ich wollte es nicht so richtig zugeben, aber sie hatte recht. „Aber warum macht dich das so an?“„Warum? Soll ich dir das sagen? Ich bin eine starke Frau.

Okay? Ich weiß, wer ich bin, und mir macht niemand was vor. Ich bin stark. Aber ich sehne mich manchmal danach, dass mir einer zeigt, wo der Hammer hängt. Dass mich einer runterholt. Dass mir einer sagt, was ich tun soll. Und dann gehorche ich. Verstehst du?“Ich verstand es nicht so richtig, was vor allem daran lag, dass ich mich daran störte, dass sie sich selbst so stark und unbeugsam fand. „Also brauche ich dir nur was zu befehlen, und du tust es?“ Ich lachte.

„Dann los, küss mir die Füße. “Sie lächelte nur spöttisch. „Du hast nicht das Zeug dazu. Vor dir, ich meine das nicht böse, aber es ist so, hat einfach keiner Respekt. Ist nicht böse gemeint, aber jemand muss schon die richtige Ausstrahlung haben. Wie gesagt, nicht böse gemeint. “„Danke. “Ayla hörte wohl die Kälte in meiner Stimme. Sie beugte sich zu mir, strich mir über den Unterarm, als wollte sie mich trösten, und meinte: „Ich mein das ernst.

Ist nicht so gemeint. Aber um mich zu bezwingen, muss man das gewisse Etwas haben. Und das haben echt nur wenige. “Ein richtiger Trost war das nun nicht. „Aber Maria hat das. “„Total. Du kannst dir nicht vorstellen, wie stark die ist. Mental, meine ich. “„Also läuft das schon länger?“„Seit dem ersten Abend. Seit ich ihr blöd gekommen bin. Als ich hinter ihr her in die Küche gelaufen bin. “„Was ist da passiert?“„Ich habe ihr eine Szene gemacht wegen dem Schwein und so.

Aber sie hat sich das nicht bieten lassen. Sie hat echt heftig reagiert. Total cool, aber auch richtig konsequent. “„Was hat sie gesagt?“„Dass ich mich nicht so aufspielen sollte, dass sie ihre Arbeit ernsthaft macht und sich vorher über unsere Wünsche informiert hat und sie ihr Bestes tut und sich das nicht bieten lässt. “„Und dann?“„Ich wehrte mich natürlich, wollte mir das nicht bieten lassen, aber sie hatte einfach immer die richtige Antwort, und am Ende fehlten mir die Worte.

Ich konnte einfach nichts mehr sagen. “„Und dann?“„Das sagte sie auch. So ähnlich: ‚Und jetzt?‘ Was sollte ich machen? Also sagte ich: ‚Entschuldigung. ‘ Aber sie meinte: ‚Man kann sich nicht entschuldigen. Man kann nur um Verzeihung bitten. Und der, dem Unrecht getan wurde, der kann es annehmen oder nicht. ‘ Sie erklärte mir die deutsche Sprache. Eine Spanierin!“„Ich glaube, Maria ist ziemlich gebildet. Hast du um Entschuldigung gebeten?“„Ja klar. Total. Ich habe mir richtig Mühe gegeben.

Und dann hat es irgendwie klick gemacht. Ich bin auf die Knie gegangen vor ihr. Als ob ich um ihre Hand anhalten wollte. Ich wollte echt, dass sie meine Entschuldigung annimmt. Und als ich auf den Knien war, was ich echt noch nie gemacht habe. Vor niemandem – das kannst du mir glauben! Ich knie also vor ihr, und da wurde mir klar, dass das was Sexuelles war. “„Und? Wie hat sie reagiert?“„Total cool.

Sie hat mir ihre Hand hingehalten, als wäre sie ein Mafiaboss. Und ich wusste, was sie von mir wollte. Ich habe mich vorgebeugt und ihre Finger geküsst. Als ob ich irgendwie ihre Dienerin wäre. Kannst du dir das vorstellen?“Ich schüttelte den Kopf. „Und dann?“„Sie meinte, von jetzt an wolle sie nur noch vorbildliches Verhalten von mir. Und ich nickte. Dann nahm sie was von diesen Datteln in Rindfleisch, stellte das vor mich hin und meinte: ‚Iss!‘ Und ich beugte mich auf den Boden und aß die Datteln.

Kannst du dir das vorstellen?“Auch wenn sie die Frage immer wiederholte, konnte ich es wirklich nicht. „Und dann stellte sie ihren Fuß auf meine Hand und presste sie auf den Boden. Langsam, aber immer stärker, bis sie komplett auf meiner linken Hand stand. Nur um zu zeigen, was sie mit mir alles anstellen kann. Ich werde das nie vergessen! Es war super erotisch. Und von da an wollte ich ihr nur dienen. Aber natürlich dezent.

Und sie hat mitgespielt. Von da an bin ich jeden Abend zu ihr gegangen, und wir haben diese verrückten Sachen gemacht. “„Was für verrückte Sachen?“„Naja, was ich dir erzählt habe. Was du gesehen hast. Am ersten Abend hat sie mir eine Leine um den Hals gebunden, und ich bin hinter ihr her gekrochen wie ein Hündchen. Solche Sachen halt. “„Und warum war eben deine Bluse auf?“„Gott, das war so heiß! Als ich zu ihr kam, saß sie in ihrem Stuhl, und ich sollte mich vor sie stellen.

Und dann sah sie mich an und meinte, dass ich gut aussehen würde. Dass ich sexy wäre. Und ich dankte ihr. Und dann befahl sie mir einen Knopf an meiner Bluse aufzumachen. Und dann erzählte sie mir wieder, was sie an mir mochte, und dann sollte ich noch einen Knopf aufmachen und noch einen, und dann waren am Ende alle auf, und dann sagte sie: ‚Du willst, dass ich dir sage, dass du die Bluse ausziehen sollst.

Du willst mir deinen Körper zeigen. Weil du eitel bist. Du bist sehr eitel. ‘ Sie hat ja Recht. Und dann sagte sie: ‚Aber du hast es dir noch nicht verdient. ‘ Kannst du dir das vorstellen?“Sie beugte sich wieder zu mir mit ihrem Orangenatem. „Ich will mich ihr zeigen, und sie meint, ich hätte es nicht verdient. Wie gemein kann man sein?“Ich wusste es auch nicht. Das alles hörte sich erotisch an, aber auch irgendwie krank.

Offensichtlich hatte es Ayla total geflasht. Aber musste man Leute unter den Tisch kriechen lassen? Und was bedeutete das alles? „Also bist du jetzt doch lesbisch?“Ayla lachte. „Wie kommst du denn darauf? Wir haben nichts gemacht. Sie hat mich nicht ein einziges Mal angefasst. “„Du hast ihre Füße geküsst. “„Gott, das war so geil! Ich habe wirklich gehofft, dass das nur der Anfang war. Dass sie mich weitermachen ließ. “„Wie weitermachen?“„Du weißt schon. Weiter.

Du weißt, wo Beine enden! Wo Beine sich treffen!“Ich wusste es. „Also bist du jetzt lesbisch. Sonst kommt man doch nicht auf die Idee, eine Frau da zu küssen, wo sich die Beine treffen. Wenn ich mir das allein vorstelle. Igitt!“„Das sagst du gerade? Du hast mir heute noch an die Titten gegriffen. Und das ist nur ein Beispiel von all deinen Anzüglichkeiten, die ich ertragen muss!“„Was heißt denn hier Anzüglichkeiten? Und überhaupt, das ist doch was ganz anderes!“„Ist es das? Maria hat mir noch nicht an die Titten gegriffen.

“„Dicks all the way! Erinnerst du dich? Das gilt für mich immer noch. Und ich habe es auch schon bewiesen. Im Gegensatz zu dir. “„Weil du dir den einzigen Typen geangelt hast, den es hier gibt!“„Du hast ihn mir hingeschoben. Dir war Marco zu jung!“Sie reagierte nicht darauf, also meinte ich: „Wir finden auch noch einen für dich. “„Wir werden definitiv nicht einen für mich finden. Ich bin nicht diejenige, die auf der Resterampe nach dem letzten Typen auf Malle sucht, der noch keine abgekriegt hat.

“„Wie wäre es mit dem Mafiaboss im Betonglashaus? Sollen wir den für dich klarmachen?“„Ella, ich sag es nur einmal: Lass es. Ich brauche dein Mitleid nicht!“Damit war das Gespräch beendet. Nicht ganz. Sie stand auf und war schon fast aus dem Zimmer verschwunden, da versuchte ich ihr noch einen mitzugeben: „Küss mir die Füße!“Sie drehte sich um und grinste: „Das wünschst du dir! Da kannst du echt lange drauf warten!“Sie warf mir noch einen Kuss zu und war verschwunden.

Ich war glücklich für Ayla, wenn ich das auch alles nicht verstand. Leider sollte das Glück für die beiden nicht mehr lange dauern.   8.     KapitelAm nächsten Abend stand dieser Abend mit Marco und seinen Freunden an. Er holte uns nach dem Abendessen mit einem alten Renault ab, und wir fuhren in ein kleines Dorf irgendwo in den Bergen zu einer Art Familienfeier in einem Restaurant. Draußen standen viele Tische mit sehr vielen Spaniern aller Altersgruppen.

Sie standen zusammen und erzählten und lachten, Kinder rannten zwischen ihnen herum und spielten. Es sah total nett aus, wie man sich eine riesige Familie vorstellt mit vielen Menschen, die alle ihre eigenen Leben leben und dann zusammenkommen und davon berichten. Alle schienen total freundlich und nett, aber wir kannten natürlich niemanden außer Marco, und so konnten wir nur zuschauen, wie die Menschen alle miteinander Spaß hatten und miteinander redeten. Ayla und ich fühlten uns wie Fremde.

Wir wussten nicht, wer da was feierte, und so waren wir mehr Zuschauer als Teilnehmer. Ich hätte dieses Fest wirklich gerne genossen, aber wir gehörten einfach nicht dazu. Zwar kam mal jemand zu uns rüber und versuchte mit uns zu sprechen, aber über ein paar gebrochene Worte Englisch kam unsere Kommunikation nicht hinaus. Wir fühlten uns wie Touristen. Es war mir unangenehm. Als störten wir. Einige der Leute waren gut angezogen. Ich hatte mir nicht so viel Gedanken gemacht und trug einen Rock, was ich sehr selten tat.

Ayla hingegen hatte sich in Schale geschmissen mit schwarzen Schlaghosen und einer weiten weißen Bluse. Dazu ein ziemlich deutliches Makeup. Ich wusste nicht, warum Ayla so einen Hang zu viel zu viel Makeup hatte, wo ihr Gesicht von Natur aus so schön und harmonisch aussah. An ihrer Stelle hätte ich mir das alles aufgehoben für einige Jahrzehnte später, wenn sie vielleicht eher irgendwelche Fältchen unter Makeup verstecken müsste. Aber sie war da anders. Marco brachte uns zu einem Tisch, an dem jüngere Leute saßen.

Leute in Marcos Alter, also ein wenig jünger als wir. Wir stellten uns vor in der Hoffnung, dass irgendjemand mit uns Deutsch oder Englisch reden würde. Wir hörten auch ein paar Worte Englisch, was schonmal gut war. Aber die vielen Namen merkte ich mir nicht, und sie sollten auch keine Rolle spielen. Nur den Namen eines Typen sollte ich mir merken. Carlos war so alt wie Marco, sehr groß, nicht unbedingt sportlich, aber von breiter Statur.

Er hatte ein eckiges Gesicht, eine sehr tiefe Stimme und einen kleinen Schnauzer, der aber nicht sehr männlich aussah und meiner Meinung nach nicht zu ihm passte. Carlos interessierte sich sehr für Ayla. Mir schien, dass Marco sich das so überlegt hatte. Ein Double Date. Ayla und Carlos, Marco und ich. Carlos jedenfalls legte sich bei Ayla schnell ins Zeug. Für meine Begriffe ein bisschen zu aufdringlich. Er stellte sich ganz nah an sie, legte seine Hand auf ihren Arm, auf ihren Rücken, strich sogar einmal über ihre Haare.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Ayla darauf stand, und in der Tat spürte ich kleine Signale, die mir sehr deutlich machten, dass sie nicht darauf stand. Ihr Körper versteifte sich, sie verschränkte die Arme und wich von ihm zurück. Alles nur dezent, aber es fiel mir auf. Ich hätte gerne gesehen, wie sie diesem Carlos zeigte, wie das mit ihr lief, und ich hatte das Gefühl, dass ich das an diesem Abend noch erleben würde, wenn er nicht bald checkte, was sie von ihm hielt.

Nämlich nicht viel. Er kam mir vor wie ein Kaninchen, das nicht merkte, dass es mit einer Schlange spielt. Immerhin sprach er ein paar Worte Englisch und wir erfuhren, dass er DJ war. So stellte er sich zumindest vor. Ich konnte mir nicht so richtig was darunter vorstellen. Das Spektrum dessen, was man unter einem DJ verstand, erschien mir recht groß. Ich kannte jemand, der in Deutschland Platten auflegte für Senioren-Cafés. Der nannte sich auch DJ.

Aber ich hatte das Gefühl, dass Carlos sich mehr als Künstler sah. Jemand drückte uns Weingläser in die Hand, und wir stießen an und tranken. Kaum waren unsere Gläser leer, wurden sie auch schon wieder gefüllt. Es waren ganz kleine Gläser, aber diese Geschwindigkeit würde ich nicht lange aufrechterhalten können. Ich beobachtete das Treiben, und der Alkohol tat sein Übriges, dass ich diese Familienfeier doch irgendwie genoss. Und auch Ayla, die sich mir zuwandte, zu mir rückte und mich berührte, um Carlos zu entgehen, schien ihren Spaß zu haben.

Obwohl ich annahm, dass sie sich lieber von Maria unter dem Tisch herumschubsen lassen und ihre Füße küssen würde. Aber sie hatte mich auch nicht im Stich gelassen, sondern leistete mir Gesellschaft, was ja nett von ihr war. Irgendwann brach unser Tisch dann auf. Da niemand mit uns sprach und Marco und Carlos irgendwie unterwegs waren, blieben wir sitzen, während die anderen Leute alle aufstanden. Schließlich kam Marco und forderte uns auf, mitzukommen. Wir vier stiegen in den alten Renault und fuhren davon, während das Fest noch munter weiterging.

Vielleicht fünf Minuten, aus dem Dorf auf einen Feldweg. Vor und hinter uns andere Leute auf Vespas oder Autos. Es sah irgendwie aufregend aus. Ein kleiner Convoy junger Leute, die noch etwas vorhatten. Ich fragte Carlos, wo es hinginge, aber er antwortete nur: „Not far. Not far!“ Schließlich kamen wir zu einer Bauruine, einem Haus, das nur aus den Grundmauern bestand. Die Autos parkten in einem Kreis drum herum, ließen ihre Scheinwerfer an, sodass ihr Licht ins Innere leuchteten.

Es war wirklich eine Bauruine mit zwei Etagen. Nackte Wände, die mit Graffiti besprüht waren, eine Betontreppe führte in die erste Etage. Das Dach fehlte. Es roch ein wenig muffig nach getrocknetem Urin. Man konnte es aber noch ertragen, und der Geruch von Marihuana verdeckte den beißenden Gestank ein wenig. In der Mitte des größten Raums brannte ein Lagerfeuer, um das eine Reihe von Leuten saß. Ayla und ich schauten uns an. Ich konnte ihr ansehen, dass das alles ihre Sache nicht war.

Man machte uns Platz, und wir vier setzten uns um das Feuer, obwohl es heiß war und die Scheinwerfer der Autos auch genug Licht spendeten. Für meine Begriffe war es zu grell. Wir waren jetzt also Teil dieses Kreises von vielleicht fünfzehn Leuten. Aber auch Teenager waren da mit BMX-Rädern, diesen kleinen Tretrollern und Skateboards. Und sie machten da Tricks, oder vielmehr versuchten sie es. Mir schien, dass die meisten aber nicht viel konnten, denn, was sie zeigten, war ziemlich simpel und meistens schafften sie ihre Tricks nicht.

Aber ich kannte mich da nicht so aus. Carlos hatte ein paar kleine Lautsprecher aufgestellt und sein iPhone angeschlossen, und dann ertönte Party-Musik durch die Ruine. Popmusik. Ich hatte etwas Exotischeres erwartet. Jemand drückte uns Plastikbecher in die Hand, jemand anders schüttete uns Wein ein. Ein Joint kreiste. Ich nahm ihn, steckte ihn in den Mund, zog einmal zaghaft daran und gab ihn Ayla, die ihn aber sofort an Carlos weiterreichte. Der zog dran und blies so etwas Ähnliches wie Rauchringe.

Es war klar, dass er Ayla beeindrucken wollte, und ich schüttelte innerlich nur den Kopf. Er tat mir fast leid, wie falsch er lag. Aber wir tranken, und die Location war exotisch, sodass es mich nicht so störte. Ich hielt Händchen mit Marco, obwohl ich das Gefühl hatte, dass wir nie so weit voneinander entfernt waren wie in diesem Moment, denn ich gehörte offensichtlich nicht hierhin. Marco schon. Der schien in seinem Element. Ich genoss es aber, wie stolz er schien, mich vorzeigen zu können.

Mir gefielen auch seine lachenden Augen und die weißen Zähne, der Schein des Feuers auf seinem Gesicht. Wir waren in einer anderen Welt. In einer, in der ich mich jedenfalls sonst nicht aufhielt. Nicht mehr. In Bauruinen verbrachten nur die ihre Abende, die sonst keinen Platz hatten. Vielleicht keinen brauchten. Was waren unsere Orte? Aylas war vielleicht die Kantine ihres Callcenters. Meine die Mensa. Da war das hier verruchter und romantischer. Die ganzen Jugendlichen, die hier saßen und miteinander quatschten und tranken und rauchten und kifften.

Ich genoss es also. Ayla nicht so. Dann zog jemand drei brennende Holzscheite aus dem Lagerfeuer und begann damit zu jonglieren. Die Funken tanzten durch die Luft. Dann stand Carlos auf, und sie warfen sich die Holzscheite nun gegenseitig zu. Ich fand es cool, aber Ayla meinte nur: „Spastis. “Es ging eine Weile so weiter, und dann stand Ayla plötzlich auf und rief in die Runde:„Courage probe!“Ich war mir ziemlich sicher, dass Mutprobe auf Englisch etwas anderes war.

Ich verstand, was sie meinte, aber die Spanier sicher nicht. Alle sahen sie an, und die beiden hatten aufgehört, ihre Holzscheite zu jonglieren. „You can throw fire. But can you kiss?”Sie zeigte auf die beiden und schürzte die Lippen zu Luftküssen. „Can you do it?“Dann beugte sie sich zu mir, nahm meine Hand und zog mich hoch. Ich stand auf. Es war mir unangenehm, dass alle Augen auf uns gerichtet waren. Ich hatte das Gefühl, dass wir alles kaputt machten, weil wir diese Stimmung zerstörten.

Ayla sah mich an: „Ich will sehen, wie die sich küssen! Die Scheißmachos!“Sie forderte die beiden wieder auf. Aber die standen nur angewurzelt da und taten so, als würden sie nicht verstehen. „Sollen wir?“Bevor ich wusste, wie mir geschah, hatte sie mich zu sich gezogen und presste ihre Lippen auf meine. Ich war ziemlich perplex, aber ließ es geschehen. Dann spürte ich ihre Arme auf meinem Rücken und an meinem Hals. Sie zogen mich zu sich, aber ich ließ es geschehen.

Dann ihre Zunge, die zwischen meine Lippen drängte, ich ließ auch das geschehen. Das war nicht nur ein vorgetäuschter Kuss. Sie gab alles, und ich ließ es geschehen. Ich schmeckte den Wein auf ihren Lippen und fühlte ihre Hände auf meinem Körper und ließ alles geschehen. Ein unverhoffter Kuss. ‚I kissed a girl‘. Es ging alles so schnell, dass ich nicht wusste, was ich davon halten sollte. Ich verlor das Gefühl für die Zeit, aber als sie sich von mir löste, empfand ich es als zu kurz.

Ich öffnete die Augen und starrte in die Gesichter von einem Jungen, der uns entrückt ansah, und einem Mädchen mit lila Haaren, das grinste und zustimmend nickte. Schließlich standen wir da, nebeneinander. Ayla hielt meine Hand in ihrer. Das Mädchen mit den lila Haaren johlte und klatschte laut, und alle anderen stimmten ein. Ich warf einen Blick auf Marco, der auch lachte und klatschte, aber ich bildete mir ein, dass er es etwas gequält tat.

Ich wusste auch nicht, was da gerade passiert war, aber ich weigerte mich, ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich schob es auf den Abend, die verruchte Location, den Alkohol und den Joint, den ich zwischen den Lippen gehabt hatte. Das hier war der Ort für die, die anders waren. Da durfte man auch ein Mädchen küssen. „Now you!“ Ayla hatte ihre Challenge nicht vergessen. Die beiden Typen standen da und sahen sich an. Es war klar, dass sie es nicht tun würden.

„Come on!“ Ayla feuerte sie an, und der Kreis stimmte ein, allerdings nicht so enthusiastisch, wie sie für uns geklatscht hatten. „Come on! Let’s go!“Die beiden standen wie versteinert da. Alle Aufmerksamkeit lag auf ihnen, aber nicht so, wie sie sich das vorgestellt hatten. Carlos handelte dann schließlich. Er warf das brennende Scheit ins Feuer, sagte etwas, das ich nicht verstand, packte seine Lautsprecher und das iPhone zusammen und ging dann weg. Mit ihm verschwand auch die Musik, die langsam in Stille verklang.

Wir schauten auf den anderen, der nun grinste, mit den Schultern zuckte, etwas sagte, was ich auch nicht verstand, aber alle anderen lachten. Er nickte Ayla grinsend zu und rief: „He is gone. How about you and me?”Und Ayla antwortete entspannt und souverän:„No, no, no! Not now. Later! Maybe!”„Okay! Later!”Alle lachten, und wir setzten uns wieder. Die Szene war vorbei. Nach dieser Sache hatte die Stimmung sich aber irgendwie gewandelt. Alle wurden unruhiger, standen auf, verschwanden, kamen wieder.

Die feierliche Stimmung war weg. Ich wandte mich zu Marco, zog seinen Kopf zu mir und küsste ihn. Es war der erste richtige Kuss zwischen uns an diesem Abend, und ich wollte, dass er spürte, dass ich es ernst meinte. Es war mein Kuss, den ich ihm schenkte. Er genoss, dass ich an seinen Lippen saugte, meine Hände durch sein Haar fahren ließ. Er genoss, dass ich an seinen Ohrläppchen knabberte und meine Hände seinen Körper streichelten.

Tiefer glitten und irgendwann zwischen seinen Schenkeln landeten. Ich fühlte die Blicke der anderen auf mir. Hörte ihre Stimmen, die ich nicht vorstand, stellte mir aber vor, wie sie über mich redeten. Die scheue Ella, die nicht so viel von ihrem Aussehen hielt. Ich stellte mir vor, wie sie mich bewunderten. Mich, die mit Ayla und Marco die beiden geilsten Menschen an diesem seltsamen Ort geküsst hatten. Ich stellte mir vor, wie das Mädchen mit den lila Haaren mich ansah, mich bewunderte und mich vielleicht beneidete oder sogar begehrte.

Es spielte an diesem Abend keine Rolle. Als ich mich nach langem Knutschen von Marco löste, quatschte Ayla mit dem Typen mit dem Feuer. Das Mädchen mit den lila Haaren war verschwunden. Der Kreis um das Feuer hatte sich aufgelöst. Ich war betrunken, bildete mir ein, dass der Marihuana-Duft in der Luft mir zusetzte, und was Marco mit mir angestellt hatte, trug zu dem federleichten Gefühl bei. Ayla kam zu mir, und Marco sprach mit dem Feuerjungen.

Sie meinte:„Ich glaube, das löst sich hier auf. Die wollen noch in einen Club fahren. Was sagst du?“Bevor ich antworten konnte, hatte Marco schon meine Hand ergriffen und zog mich fort. Der Feuerjunge rief mir hinterher: „It’s okay, it’s okay! I take care of your friend!”Und dann verschwand er mit Ayla in die andere Richtung. Ich dachte, Marco würde mich zu dem Renault bringen, mit dem wir gekommen waren, aber er ging daran vorbei zu einer verbeulten Vespa.

Er klappte den Sitz hoch und drückte mir einen Helm in die Hand. Es war nur einer da. Ich zeigte auf den Helm und dann auf ihn. Aber er meinte nur:„It’s okay. It’s okay. “Ich zuckte mit den Schultern, zog den Helm an, der mir zu groß war, während Marco die Vespa anschmiss und sich draufsetzte. Er bedeutete mir, mich hinter sich zu setzen, und das tat ich auch. Ich hatte erst einmal auf einer Vespa gesessen, und das war schon etwas her.

Eine willkommene Wiederholung. Ich schmiegte mich an ihn, legte meine Hände um seine Hüften, und dann fuhr er auch schon los. Ziemlich flott raste er über den Feldweg. Ich presste mich eng an ihn und versuchte meine Nervosität herunterzuschlucken. Aber er schien sicher zu fahren, und ich redete mir ein, dass ich nicht gesehen hatte, dass er Alkohol getrunken hatte. In seinem Atem hatte ich keinen gerochen, als wir geknutscht hatten. Wir fuhren auf eine winzige Straße, die in die Berge in einen Wald führte.

Ich genoss die frische Luft und genoss bald sogar die Fahrt, wie wir uns in die Kurven legten, er Gas gab und abbremste, als kenne er die Strecke auswendig. Irgendwann bog er ab auf einen kleinen Feldweg, dem wir aber nur noch kurz folgten. Schließlich hielt er, und ich stieg ab. Wir waren in einem Wald im Nirgendwo. Er ging hinter einen Baum und kam mit dem Korb zurück, den wir beim Strand immer bei uns hatten.

Also hatte er den vorher hier deponiert. Ich fand das süß. Er nahm mich an der Hand und wir gingen einige hundert Meter. Mit einem Mal endete der Wald, und wir waren an einer Klippe angekommen. Unter uns, vielleicht zwanzig Meter tief glitzerte das Meer und ein halber Mond spiegelte sich am Horizont. Es sah atemberaubend aus. Marco breitete eine Decke aus, und wir setzten uns nebeneinander. Er holte eine Flasche Wein aus dem Korb, Gläser und Wasser und wir mixten uns eine sehr leichte Schorle zusammen.

Ich wollte mich nicht besaufen an diesem Ort. Er sagte: „Salud!“, und ich: „Prost!“, und dann wiederholten wir es in der jeweils anderen Sprache, lachten und stießen an. Danach küssten wir uns kurz auf die Lippen. Wir starrten eine Weile stumm auf das Meer. „Beautiful! The sea is beautiful“, sagte ich, und er meinte: „Nice. Nice. “Viel weiter ging unsere Kommunikation nicht. Aber ich brauchte auch nicht mehr. Er hatte diesen tollen Ort ausgesucht, hatte alles vorbereitet und sich Mühe gegeben.

Der Mond über dem Meer, die wenigen Schiffe in der Ferne, die Grillen in den Bäumen und der Geruch der Pinien sagten alles. Wir hielten Händchen, er streichelte über meine Hand, und ich legte meinen Kopf an seine Schulter. Ich fühlte mich wie ein Schulmädchen. Irgendwann wandte ich mich ihm zu, zog sein Kinn zu mir, und ich begann ihn zu küssen. Sanft zuerst, so als wäre es unser erster. Mir war einfach danach.

Es fühlte sich so an. Der Ort, die Situation, der Abend. Einfach alles fühlte sich so an. Wie beim ersten Mal. Wenn man sich das nur für immer bewahren könnte! Dass es sich immer wieder wie beim ersten Mal anfühlte. Bald schon wälzten wir uns auf der Decke. Es war das erste Mal, dass wir so richtig allein waren, und ich fand, dass er sich anders verhielt ohne Zuschauer. Doch er war nicht mutiger, er schien scheuer zu sein.

Ich war diejenige, die sich voll auf ihn einließ, die die Zügel in die Hand nahm und das Tempo vorgab. Der ganze Abend hatte mich in diese Stimmung gebracht. Ich wollte seine Küsse, seinen Körper, ich wollte es. Marco hingegen war schüchtern, traute sich nicht so richtig, mich anzufassen, und ich musste seine Hand unter meinen Rock und unter meine Bluse schieben, und erst dann küsste er meine Brüste und knetete meinen Po. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht viel Erfahrung hatte, und irgendwie machte mich das noch mehr an, dass ich vielleicht sogar diejenige war, die ihm das erste Mal schenkte.

Er würde sich immer an mich erinnern, wie man sein erstes Mal nie vergisst. Es erschien mir zwar vollkommen unerklärlich, dass jemand, der solch einen Körper hatte, der so schön und jungenhaft männlich aussah, noch nie mit einer Frau geschlafen hatte. Es musste doch viele Mädchen geben, die sich nach ihm rissen. Auch Spanierinnen. Wenn ich das Mädchen mit den lila Haaren wäre, hätte ich mich schon längst an ihn rangeschmissen. Seine mangelnde Erfahrung törnte mich an, und ich setzte mich auf ihn und beugte mich zu ihm hinunter, wieder die Raubkatze über der Beute.

Und er spielte mit, ließ mich machen, lag da, reagierte, während ich sein Shirt hochschob und ihm ungelenk über den Kopf zog. Dann öffnete ich seinen Gürtel, seine Hose, spürte seinen Schwanz. Ich rollte von ihm herunter und zerrte seine Jeans von seinen Beinen. Ich war gierig, legte seine Hand zwischen meine Schenkel, und er streichelte mich. Es war gerade die Tatsache, dass er nicht wusste, was er tat, dass seine Bewegungen seine totale Ignoranz verrieten, was mich total anmachte.

Ich wusste, was ich tat, er hatte keinen Plan. Es erinnerte mich an die Vespa, aber nun waren die Rollen vertauscht, und ich hatte den Lenker in der Hand. Ich streichelte seine Männlichkeit, aber nicht lange. Ich konnte es nicht erwarten, ich wollte ihn in mir spüren. Ich kramte aus meiner Tasche ein Kondom, und als ich es aufriss, weiteten sich Marcos Augen, als würden seine Wünsche wahr. Ich zerrte seine Unterhose von seinen Hüften, und seine Männlichkeit sprang mich geradezu an.

Ich stülpte ihm das Kondom über, doch als ich mich wieder auf ihn setzen wollte, bäumte er sich plötzlich auf… und kam. Er schloss die Augen, all seine Muskeln spannten sich an. Das Sixpack trat auf seinem Bauch hervor, und er stöhnte im Rhythmus, in dem seine Hüfte in die Leere stieß. Es war faszinierend, ihm bei seinem Höhepunkt zuzusehen, und es war ebenso frustrierend. Es sah wirklich aus wie ein kleiner Tod, als sein Körper sich aufbäumte und sein Ausdruck sich verzerrte.

Wenige Augenblicke später war es ihm unglaublich peinlich, und er wiederholte immer wieder: „Sorry, sorry!“ und zog sich die Unterhose wieder hoch. Ich wiederholte: „No problemo. No problemo. “, legte mich zu ihm, streichelte ihn in einer Mischung aus Verständnis und versteckter Verärgerung. Er wiederholte sein „Sorry, sorry!“ noch lange, und ich kam mir zwischenzeitlich wie seine Mutter vor, die ihn trösten musste. Ich wollte eigentlich nur zurück in die Finca, damit meine Finger mir das schenken könnten, was Marco mir nicht geben konnte.

Ich werkelte auch schon an meiner Fantasie, in der Marco mich zu mehreren Höhepunkten ritt, mich festhielt, als ich mich aufbäumte in meinem Orgasmus und dabei den Mond sah, der sich im Meer spiegelte. Aber als wir so nebeneinander lagen und ich nicht wusste, wie ich mit seiner Scham umgehen sollte, wollte ich den Abend doch noch nicht so schnell aufgeben. Also zog ich ihm das Kondom an, suchte nach einer Serviette und wischte ihn ab.

Zuerst sträubte er sich ein wenig, aber ich drückte ihn auf den Boden und kam mir ein wenig vor, wie ich mir Maria vorstellte. Ich streichelte ihn also langsam, und bald richtete sich seine Libido wieder auf, und damit wuchs auch wieder sein Selbstbewusstsein. Wir küssten uns wieder, wir liebkosten uns wieder, aber nun sanft und vorsichtig. Wie eine Bombenentschärferin kam ich mir jetzt vor. Keine unbedachten Bewegungen, nicht zu aggressiv. Dafür gab Marco nun mehr Gas.

Schließlich zog ich das zweite Kondom heraus, öffnete es. Marco nickte mich dankbar an, und ich zog es ihm sehr vorsichtig über. Und dann ließ ich ihn in mich gleiten. Langsam füllte er mich aus, als ich auf ihm ritt. Meine Hüften kreisten erst vorsichtig und langsam. Ich versuchte, seinen Rhythmus zu finden und fand dabei meinen. Langsam, wie bei so einem verschlafenen Morgenfick, führte ich ihn heran, verlor mich aber in der Sache und bewegte mich bald zu einem wunderschönen Höhepunkt.

Nur entfernt bekam ich mit, dass er dabei auch kam. Ich genoss die Stille, die Sterne im Himmel, den Wald. Meine Hand auf seiner Brust, seine auf meinem Körper. Neugierig streichelte er mich, spielte mit meinen Brüsten, meinem Bauchnabel, ging tiefer. Ich fühlte mich wie ein Versuchsobjekt, wie im Biologieunterricht, aber war auch irgendwie stolz, dass ich ganz offensichtlich sein erstes Mal war. Sollte er an mir lernen, was eine Frau war. Es war mir eine Ehre!  9.

    KapitelAyla und ich trafen uns am nächsten Morgen am Frühstückstisch. Mama war nicht zu sehen. „Wie war’s bei dir?“„Ganz gut“, meinte Ayla. „Was habt ihr gemacht?“„Wir waren in einem Club irgendwo. Mehr eine Dorfdisco. War ganz nett. “„Mit wem?“„Mit Alonso. “„Wer ist Alonso?“„Der mit dem Feuer gespielt hat. Der Nette. Nicht der Idiot. “„Und, hat er?“„Was?“„Mit dem Feuer gespielt?“„Mit mir? Ist mit dem Feuer spielen gut oder schlecht?“„War es denn gut oder schlecht?“„Ja.

“„Ja, was? Gut oder schlecht?“„Mit dem Feuer gespielt. “Sie grinste. Ich hatte kein Problem damit, dass Ayla nicht groß drüber reden wollte. Ich wollte auch nicht groß über meinen vergangenen Abend reden. Was zwischen Marco und mir passiert war, ging sie nichts an. Auch wenn Marcos erstes Missgeschick eine witzige Anekdote gewesen wäre, hielt ich mich zurück. Zwar hätte ich gerne gehört, was sie mit diesem Feuer-Alonso angestellt hatte, aber dann hätte ich auch was zu Marco sagen müssen.

Wollte ich aber nicht. Also schlossen wir einen Pakt der Verschwiegenheit und redeten nicht mehr drüber. Maria fragte uns, ob wir Lust hätten, auf einen Markt zu fahren, und wir stimmten zu. Wenig später saßen Mama, Ayla und ich mit Maria im Auto. Aber sobald wir über diesen Markt liefen, ging meine Laune dramatisch in den Keller. Es waren einfach zu viele Touristen da. Hässliche deutsche, holländische, englische Touristen. Groß und bleich und hässlich.

Okay, theoretisch gehörte ich auch dazu, aber so fühlte sich dieser Urlaub nicht an. Nach einigen Metern setzte Mama sich ab und in ein Café. Und weil Maria ihre Einkäufe machte, blieb mir nichts übrig, als hinter Ayla herzulaufen, die total im Kaufrausch aufging und an keinem Stand vorbeigehen konnte, ohne stehenzubleiben und sich jeden Ramsch anzusehen. Sie setzte sich in den Kopf, unbedingt eine original geflochtene Tasche aus Malle zu bekommen. Es war schrecklich langweilig, ihr bei ihrem Shoppingwahn zuzusehen.

Vor allem, weil ich ihr mehr Geschmack zugetraut hätte. Wir bekamen ein wenig Streit, als ich meinte, dass ich die original Malle-Tasche aus Palmen bei Amazon billiger bekäme, und sie darauf bestand, dass das alles Handarbeit wäre. Ich beschloss, bei Amazon nachzusehen, vergaß es aber dann. Es war nicht so wichtig. Also trottete ich hinter ihr her wie ein trotziges Kind. Ich hatte keinen Bock auf diesen Markt, und vor allem nicht auf die Touristen.

Auf das Deutsch und Holländisch, was bleiche, hässliche Menschen so ausstießen. Lieber wäre ich wieder allein, vielleicht mit meinem original spanischen Freund, mit dem ich keine drei Worte wechseln konnte, oder am Pool der Luxusfinca. Ich war schon zum Snob geworden. Als ich auf die Uhr sah und meinte: „Wir müssen bald gehen. Die zwei Stunden, die wir mit meiner Mutter verabredet haben, sind bald rum!“, antwortete Ayla zunächst: „Ist doch egal. “„Maria hat auch gesagt, dass wir in zwei Stunden wieder da sein sollen.

Die willst du doch nicht sauer machen oder?“Sie sah mich an, und das Funkeln in ihren Augen verriet mir, dass sie verstanden hatte. Sie sagte allerdings nichts, sondern stöberte weiter in den Schals, von denen es zwölf zum Preis von zehn gab. Acht hatte sie schon in der Hand, die restlichen vier suchte sie schnell zusammen, zahlte und machte sich dann zügig mit mir auf den Rückweg. Sie schaute immer mal wieder auf die Uhr, was mich amüsierte.

Ich war ein bisschen gehässig: „Willst du nicht eigentlich zu spät kommen? Dann kann Maria dich bestrafen. Wäre das nicht gut?“„Nein. “, sagte sie. „Es wäre unhöflich von uns. “„Unhöflich. So so. Das stört dich aber doch sonst nicht. “„Natürlich tut es das. “„Die Schals. “„Was ist mit denen?“„Sind die dafür da, dass Maria dich damit ans Bett bindet?“„Sehr witzig. “Aber so witzig war es dann doch nicht, denn ich beobachtete Ayla im Auto, wie sie in ihren Einkäufen kramte und einen der zwölf Schals zwischen den Fingern rieb und sich um den Zeigefinger wickelte.

Ich hatte sie auf Ideen gebracht. Ich flüsterte ihr so leise zu, dass Maria und Mama auf den vorderen Sitzen uns nicht hören konnten: „Meinst du, dass das Tuch halten wird, wenn sie dich an die Bettpfosten gebunden hat und du dich zum besten Orgasmus deines Lebens aufbäumen wirst? Ich wette, du wirst diese Fesseln zerreißen!“„Das würdest du bestimmt gerne sehen oder? Mich in Fesseln, wie sich mein Körper, mein schlanker, sexy Körper voller Geilheit, aufbäumt.

Das würdest du gerne sehen, oder?“Ich gab zu, wie sie es darstellte, klang es durchaus sehr attraktiv. Zurück auf der Finca half Ayla Maria, die gekauften Lebensmittel in die Küche zu bringen. Ich ging stattdessen auf mein Zimmer, um mich umzuziehen, und um den beiden etwas Zeit für ihre Spielchen zu geben. Als ich wieder am Pool lag, beobachtete ich, wie Maria und Ayla miteinander umgingen. Aber mir fiel beim besten Willen nichts Besonderes auf.

Ich sprach Ayla sogar darauf an. „Was erwartest du denn?“, antwortete sie. „Dass wir vor euren Augen hier irgendwelche Schweinereien abziehen? Maria ist so richtig professionell. Das ist eine Sache zwischen uns beiden, und die machen wir nur in unserer Freizeit. Da muss niemand was von mitkriegen. Oder willst du gerne zuschauen? Ich könnte sie fragen. Sie weiß ja sowieso, dass du uns gesehen hast. Vielleicht lässt sie dich zugucken. Oder willst du sogar mitmachen? Willst du neben mir unter dem Tisch knien und ihre Füße küssen?“„Definitiv nicht!“„Wirklich nicht? Dafür bist du aber sehr interessiert an der Sache.

“„Es interessiert mich halt!“ „Sage ich ja!“„Soll ich sie fragen?“, grinste sie herausfordernd. „Auf keinen Fall!“Ayla stand auf, und ich hielt sie zurück:„Wo willst du hin?“„Aufs Klo. “Ich ließ ihre Hand los und ließ sie gehen, war mir aber ziemlich sicher, dass sie zu Maria ging. Ich war froh, als später Marco vorbeikam. Diese ganzen sexy Gedanken hatten mich wuschig gemacht. Ich zog ihn hinter das Haus, drückte ihn an die Wand und presste meinen nur mit einem Bikini bekleideten Körper an ihn.

Ich rieb mich an seiner Arbeitshose und störte mich nicht daran, dass die dreckig war. Meine Lippen fanden seine, und ich küsste ihn voller Inbrunst. Ich glaube, er war recht überrascht, wie ich mich an ihn ranwarf, und ich gefiel mir, so verrucht und billig. Mein Körper, der weich und warm nach Pool roch und Marcos Körper, der nach Schweiß und Dreck roch. Er ließ es sich gefallen, spielte mit, und ich rieb meinen Bauch bald über seinen harten Schritt.

Ich fühlte mich jedenfalls gut und war mir sicher, was ich tat. Irgendwie hatte es sich in mir aufgestaut, und ich ließ es jetzt heraus. Er stöhnte. Ich war schon wieder auf dem besten Weg, ihn zum Höhepunkt zu bringen. Er sah wunderschön aus, mit seinen geschlossenen Augen, wie sein Gesicht sich verzerrte. Ich empfand das als sein Kompliment für mich, was ich mit ihm anstellen konnte in so kurzer Zeit. Ich griff ihm in den Schritt, öffnete seinen Gürtel, die Hose, den Reisverschluss.

Aber bevor ich richtig zur Sache gehen konnte, kam er wieder zu sich und schob mich weg. Ich sah ihm in die Augen, und nun stand da Sorge, vielleicht sogar Angst, dass ich ihn schon wieder vorzeitig zum Abspritzen bringen könnte. Er lächelte mich nervös an, schob mich aber von sich und verschwand ins Haus. Etwas später erschien er wieder, holte mich ab und gab mir eine Rose. Ich fand das süß, egal wie kindisch es aussah.

Marco wollte den Gentleman spielen, und wie er meine Hand nahm, wollte er mir zeigen, dass er die Initiative übernahm. Auch das fand ich süß. Er führte mich die Treppe hinauf in mein Zimmer, und wir setzten uns auf mein Bett. Es war ein seltsamer Ort, nicht gerade romantisch, aber immerhin einer, an dem man etwas Privatsphäre hatte. Alle waren draußen, und die Küche, in der Maria werkelte, war weit entfernt. Es fühlte sich wie eine Teenagerliebe an, aber ich spielte mit, ließ ihn machen und war gespannt.

Wir wälzten uns in meinem Bett, und Marco dirigierte. Seine Hand schlüpfte unter mein Bikinioberteil, und ich fand es süß, wie er sich mit einem Blick vergewisserte, dass ich damit einverstanden war. Es fühlte sich wie zur Teenagerzeit an, als das alles noch neu und total spannend war. Schließlich zog er mir das Oberteil aus, und ich hatte nur noch das Bikinihöschen an, während er noch all seine Klamotten trug. Ich mochte das, dass ich diejenige war, die vor ihm entblößt war, und ich genoss seine Blicke auf meinem Körper.

Seine Blicke und seine Hände. Während ich eben nur seine Klamotten zu fühlen bekam. Dann streichelte er mich am Bund meines Bikinihöschens, und mein Herz schlug schneller. Er griff mein Höschen an meiner Hüfte und zog es langsam, und ein wenig ungeschickt hinunter. Ich hob meine Hüfte vom Bett, um es ihm leichter zu machen, und mir wurde deutlich bewusst, dass ich komplett nackt vor ihm lag, und es fühlte sich total sexy an, dass ich ihn machen ließ.

Er rutschte an mir hinunter und schob vorsichtig meine Knie auseinander, um sich dazwischen zu legen. Er streichelte über meine Knie, meine Schenkel hinauf, küsste sie, kam meinem Schoß immer näher, und ich war vor Erwartung ganz gespannt, aber vollkommen passiv. Dieses Mal war ich das Kaninchen, das vor der Schlange erstarrte und ich genoss es. Ich lag still da, ließ ihn machen, streichelte nur sein Haar. Aylas Worte fielen mir ein, von wegen der starken Frau, die auch mal gerne die Kontrolle abgab.

Ich schob den Gedanken beiseite. Ich wollte nicht an sie denken, und es war auch nicht so, wie das, was Ayla da veranstaltete. Es war was ganz anderes. Und die Rollen sollten sich auch ganz schnell wieder verändern. Es fühlte sich an, als müsse er Mut fassen, mich zwischen meinen Schenkeln zu küssen. Er legte erst einen scheuen Kuss auf meine Scheide, ohne Zunge, wie ich es mir erhoffte. Es machte mich total an.

Seine Unschuld, seine fehlende Erfahrung. Er musste wohl Mut sammeln, weiterzumachen, denn als nächstes streichelte er mich wieder an meinen Schenkeln. Dann nahm er einen weiteren Anlauf und ließ seine Zunge über meine Schamlippen streichen. Nur einmal und relativ flott. Ein Stromschlag schoss durch meinen Unterleib, weil es einfach so überraschend war. Ich hoffte, dass ich ihm schmeckte. Nach einer Weile traute er sich wieder, und das Gefühl in meinem Unterleib war wieder da.

Er machte es noch einige Male, aber ich merkte, dass er es nicht genoss, und das führte dazu, dass ich es auch nicht tat. Musste er ja auch nicht. Also zog ich ihn zu mir hoch und nahm seine Hand und legte sie in meinen Schoß. Er begann mich zu streicheln, aber er wusste nicht, was er tat, und so sehr ich es genoss, dass er sich so viel Mühe gab, so benahm er sich nicht sehr erregend.

Also nahm ich seine Hand in meine und führte sie zwischen meine Schenkel, und zeigte ihn, was er zu tun hatte. Und er lernte es. Ich schloss die Augen und ließ mich in seine Berührungen fallen. Marco streichelte mich mit seiner anderen Hand, küsste meine Brüste, und ich atmete tiefer, stöhnte, ließ ihn machen. Einmal öffnete ich meine Augen, und ich sah, wie er mich beobachtete. Ich schloss sie wieder, und von ihm beobachtet zu werden, wie er mich zum Höhepunkt brachte, war einfach zu schön.

Und ich lieferte ihm eine gute Show, war lauter, als ich es vielleicht sein musste, aber ich wollte ihm einfach zeigen, dass er gut war. Nachher lagen wir nebeneinander, und er streichelte mich noch lange, als ich wieder in die Realität zurückkehrte, immer noch nackt und entblößt vor ihm, während er seine Arbeitsklamotten trug. Meine weiche Haut gegen den Stoff seiner rauen Hose. Er war süß, wie er sich um mich gekümmert hatte, ohne an sich zu denken.

Schließlich revanchierte ich mich noch, nestelte seinen Schwanz aus seiner Hose und blies ihm einen. Und ich stellte sicher, dass er nicht zu schnell kam, hielt ihn so lange an der Grenze, wie ich nur konnte. Wir schliefen nebeneinander ein. Irgendwann hörte ich Aylas Schritte im Gang, aber es war mir egal. Vor Sonnenaufgang erwachte ich halb, als Marco sich aus dem Zimmer schlich. Er küsste mich auf die Stirn zum Abschied, und ich schlief zufrieden wieder ein.

  10.                   Kapitel„Wir haben dich gestern Abend vermisst. “„Wer ist wir? Maria und du?“„Und deine Mutter. “„Oh. Ich war mit Marco unterwegs. “„Du meinst in deinem Zimmer unterwegs?“„Konnte man uns hören?“„Dich konnte man hören. “„Hat es dich sehr gestört?“Sie schüttelte den Kopf. „Schien so, als hättest du Spaß gehabt. “„Aber nochmal zurück zu gestern. Du hast gefragt, ob Maria und ich dich vermisst haben. “„Und?“„Du denkst an uns. “„Nett von mir, oder nicht?“„Es beschäftigt dich!“„Ich bin eben so richtig mitfühlend.

“„Oder so richtig neugierig. “Ich zuckte mit den Schultern. Sie grinste: „Wie neugierig bist du denn?“„Was meinst du damit?“„So wie du hatte ich gestern einen großartigen Tag. Ich könnte dir davon erzählen. Meine Frage ist, was würdest du tun, um davon zu erfahren?“„Was schlägst du vor?“Sie dachte nach. „Nichts. Nur eine Sache. Eine Sache will ich von dir. “„Was?“„Ich will, dass du zugibst, dass du neugierig bist. “Ich zuckte mit den Schultern. „Klar. Kein Problem.

Kann ich machen. Ich bin neugierig. Gut so?“„Das reicht nicht! Ich will mehr. Ich will ein richtig glaubwürdiges Bekenntnis, dass du über uns nachgedacht hast und dass es dich interessiert und dass du dich fragst, wie es wäre, wenn du mitmachen könntest. “„Was soll ich sagen? Ich finde das interessant, was ihr tut, und es klingt spannend. Aber für mich wäre das nichts. Trotzdem klingt es geil. Reicht das?“Ayla sah mich an und schüttelte den Kopf.

„Du willst es nicht zugeben. “„Habe ich doch gerade!“„Du bist nicht ehrlich. Nicht mit mir und nicht mit dir. “ Sie schüttelte den Kopf. „Ich hätte es dir erzählt. Was wir gemacht haben gestern. Oder besser, was sie mit mir gemacht hat. Aber du hast immer noch zu viel Angst, es zuzugeben. Gib doch einfach zu, dass du darüber nachdenkst! Das ist alles, was ich will!“Da war wieder die resolute Ayla vom Flughafen, die ihren Willen wollte.

Sie hatte einen der Schals, die sie am Tag zuvor gekauft hatte, hervorgezogen und ließ ihn durch ihre Finger gleiten. „Soll ich es dir erklären?“„Bitte?“„Gestern war Marco bei mir, und was wir beide gemacht haben, hat mich so beschäftigt, dass ich echt nicht an dich oder Maria oder eure Perversitäten gedacht habe. Es dreht sich nicht alles um dich!“„Okay. Dann sage ich es dir eben nicht! Obwohl es mit dir zu tun hat! Was gestern zwischen uns passiert ist, hat alles seinen Anfang in einem Satz von dir.

Aber wenn du nicht ehrlich bist, dann sage ich es dir nicht. “„Fein. Lass es einfach!“„Mach ich auch!“„Gut!“Es war kindisch, aber ich wollte auch nicht, dass sie ihren Willen bekam. Also benahmen wir uns wie kleine Kinder. Wahrscheinlich hatte sie recht, dass sie verrücktere Sachen erlebt hatte. Aber es war mir egal. Mein unschuldiger Blümchensex mit Marco bedeutete nicht weniger als ihre verrückten Machtspielchen. Ich stand auf und lief über das Grundstück, um ein wenig Distanz zu bekommen.

Schließlich fand ich den bekannten Weg und wanderte zu dem Hügel, weil ich wissen wollte, was der Mann im Beton-Glashaus so am Tag machte. Das Haus lag still in der Mittagssonne. Die Fenster waren abgedunkelt, aber ich konnte trotzdem hineinsehen. Das Haus schien leer zu sein. Der kleine gelbe Sportwagen, der sonst vor der Garage gestanden hatte, war verschwunden. Noch immer ein wenig sauer von dem Gespräch mit Ayla, kletterte ich auf der anderen Seite den Hügel hinunter auf das Grundstück, ohne mir etwas dabei zu denken.

Wenn Ayla mutig und abenteuerlustig sein konnte, dann konnte ich das auch. Wie eine Detektivin lief ich um das Haus und sah mir alles genau an, um herauszufinden, was es mit diesem Mann nun auf sich hatte. Ich weiß nicht, was ich erwartete, aber ich fand es nicht. Keine Säcke mit Beton, keine Schaufeln oder vergrabene Leichen. Einfach ein Haus eines Mannes, der scheinbar allein lebte und ziemlich reich war. Er hatte eine große Garage, in dem ein dicker BWM stand und ein Motorrad, einen Pool, der sehr lang, aber auch schmal war, als wäre er gebaut für eine Person, die möglichst lange Bahnen schwimmen wollte.

Auf der Veranda war eine Sitzgarnitur, auf dem Tisch lag ein Buch in einer Sprache, die ich nicht kannte. Schwedisch, Dänisch oder Holländisch vermutete ich. Daneben aber auch die Biografie von Steve Jobs in Englisch. Aus dem Buch hingen eine Menge Zettel mit Notizen. Aber ich traute mich nicht, es aufzuschlagen, und hineinzusehen aus Angst, dass die Zettel wegfliegen könnten. Irgendwann, als ich so herumschnüffelte, wurde mir bewusst, wie leichtsinnig ich war, über fremde Grundstücke zu laufen und Hausfriedensbruch oder was auch immer zu begehen.

Und im gleichen Moment war mein Mut verschwunden, entwich meinem Körper wie Luft aus einem Ballon. Ich suchte den nächsten Weg vom Grundstück. Das Tor zur Straße lag ganz nah, und so schlüpfte ich hinaus und atmete tief durch. Die Straße war leer. Nur ein Müllcontainer stand einsam am Straßenrand. Die Straße führte zu riesigen Grundstücken reicher Leute. Keine Geschäfte oder Bars waren in der Nähe. Man ging nur auf die Straße, um wegzukommen oder seinen Müll rauszubringen.

Ich war also die Einzige auf der Straße und fühlte mich immer noch verdächtig. Als der kleine gelbe Sportwagen in die Straße einbog, schlug mein Herz schneller. Ich ging weiter, tat ja nichts Verbotenes, schaute krampfhaft auf die Straße und nur für einen kleinen Augenblick, als er an mir vorbeifuhr, hoch und in seine riesige Sonnenbrille. Es kam mir vor, als sähe er mich auch an, und ich glaubte, einen skeptischen Blick einzufangen. Aber dann war er auch schon vorbeigefahren, und ich traute mich nicht, mich umzudrehen, weil er bestimmt in den Rückspiegel schaute und mich beobachtete.

Schließlich bog er auf sein Grundstück ab und war verschwunden. Ich atmete auf und ging zurück zu unserer Finca. Vor dem Abendessen kam Ayla zu mir:„Du hast gewonnen. Ich erzähl’s dir. “„Was?“„Tu nicht so. Meine Sache mit Maria. “Ich hatte es schon wieder halb vergessen. Ayla stand vor mir mit zwei der Tücher um den Hals, die sie sich auf dem Markt gekauft hatte. „Okay. Na dann los. “ „Nicht hier. Lass uns irgendwohin gehen.

“„Warum so geheimnisvoll?“„Ich will nicht gestört werden. Und vertrau mir, du auch nicht. “„Wieso?“„Was ich erlebt hatte, ist das verdammt geilste Erlebnis, das ich bisher in meinem Leben hatte. Ehrlich. “„Okay. Wohin sollen wir gehen?“„Zu den Olivenbäumen?“„Meinetwegen. “ Ich war zwar gespannt auf ihr verdammt geilstes Erlebnis, aber so viel Geheimnis hätte sie darum nicht machen müssen. Ich wäre gerne sitzen geblieben. Aber ich folgte Ayla, bis sie vor einem kleinen Olivenbaum stehenblieb. „Hier ist es gut.

“„Was ist hier besser als am Pool?“„Hier sind wir ungestört. Setz dich mit dem Rücken an den Baum!“„Warum?“„Willst du die Geschichte oder nicht?“Ich seufzte und gehorchte. „Ganz nah an den Stamm! Und jetzt gib mir deine Hände!“ „Was willst du mit meinen Händen?“„Ich werde dich an den Baum binden. “„Was? Keine Chance!“„Vertraust du mir?“„Willst du eine ehrliche Antwort?“„Scheiße, das war auf jeden Fall die falsche! Natürlich vertraust du mir!“„Muss ich das nicht entscheiden?“„Ja, klar musst du das.

Aber du vertraust mir! Ich weiß es. Komm schon. Ich mache nichts Schlimmes. Versprochen! Aber es muss sein. “„Maria hat dich also an einen Baum gefesselt. “„Nein, hat sie nicht! Komm schon, vertrau mir!“Ich seufzte und nahm meine Hände nach hinten. Denn natürlich wollte ich es wissen. Sie machte einen Knoten um ein Handgelenk und dann einen um das andere. Es war alles ziemlich locker, und ich war mir ziemlich sicher, dass ich mich aus dem Knoten wieder befreien könnte.

Aber ich sagte nichts, zerrte ein wenig an den Fesseln und ließ es gut sein. „Jetzt noch die Augen. “„Muss das sein?“„Auf jeden Fall. Sonst erzähle ich es dir nicht. “„Ich warne dich. Wenn du irgendeinen Scheiß machst, dann ist aber die Hölle los. “„Mache ich nicht. Versprochen!“Sie nahm das zweite Tuch und verband mir damit die Augen. „So war ich gestern auch. Und ich will, dass du das so genießt, was ich dir erzähle, wie ich es genossen habe.

Okay?“Ich nickte. „Aber keine Schweinereien. Ich wills nur hören. Kein Betatschen, kein Begrabschen!“„Schon gut! Ein bisschen mehr könntest du mir schon vertrauen!“„Dafür ist es jetzt zu spät. Dann fang mal an mit deiner Geschichte!“„Gestern Abend bin ich wieder zu Maria gegangen. Wir haben erst nur ein wenig Smalltalk gemacht. Ich habe ihr vom Markt erzählt und von den Tüchern, die ich gekauft habe. Und von dir. Dass du vermutet hat, dass sie mich damit fesseln würde.

Sie fand das witzig. “„Was hat sie gesagt?“„Sie hat mich aufgefordert, die Tücher zu holen. Alle zwölf. Also bin ich gerannt. Ich konnte es gar nicht erwarten. Als ich zurückkam, hatte sie einen Stuhl in die Mitte der Küche gestellt. Ich sollte mich draufsetzen. Dann führte sie das Gespräch fort. Und ganz nebenbei fesselte sie mich an den Stuhl. Erst langsam die Knöchel an das Stuhlbein, dann die Hände an die Lehne und so weiter.

Aber alles ganz langsam und nebenbei. Wichtiger war, dass sie mich ausfragte. Sie wollte wissen, was ich beruflich mache, und ich erzählte ihr, dass ich ein Team in einem Callcenter leitete. Sie fragte mich, was mein Ziel wäre, und ich sagte, dass ich mal selbst ein Callcenter oder eine Personalagentur managen will. Sie meinte, dass ich eine starke Persönlichkeit hätte und dass sie starke Frauen mochte. Und ich meinte, dass ich mir Mühe geben würde, aber es eben nicht einfach wäre.

Sie fragte, ob ich manchmal streng sein müsste mit meinen Untergebenen, und ich sagte ja. Sie fragte mich, ob ich beliebt wäre bei meinen Untergebenen. Ich sagte: ‚Beliebt vielleicht nicht, aber sie respektieren mich. ‘ Sie nickte. “So richtig glaubte ich Ayla nicht, dass das Marias Worte waren. Aber ich hörte gespannt zu. Es war entspannend, nichts zu sehen und nur ihrer Stimme zuzuhören. „Maria meinte dann, dass ich sie an sich selbst erinnere, als sie noch jünger war.

Und sie sagte: Wenn man als Frau erfolgreich sein wolle, müsse man diszipliniert sein und professionell. Ich stimmte ihr zu. Sie hatte absolut recht. Und sie meinte noch, dass Frauen, die so attraktiv sind, es noch viel schwerer haben im Leben. Da stimmte ich ihr auch zu. Jedenfalls hatte sie mittlerweile meine beiden Knöchel und Knie an das Stuhlbein gebunden, ein Tuch hatte sie um meine Taille gebunden. Sie fragte, ob ich Rechts- oder Linkshänderin wäre.

Ich sagte Rechtshänderin, und dann band sie mir den linken Arm auf die Stuhllehne. Das war echt ein krasses Gefühl. Bist du schon mal gefesselt worden? So sexuell gefesselt?“Ich schüttelte den Kopf. „Ich auch nicht. Es fühlte sich total geil an. Sie stellte nur Fragen, aber es klang wie ein Verhör. Wie sie mich so fesselte. Mit ihren weichen Fingern und den zarten Bewegungen. Werde ich bestimmt nie mehr vergessen! Danach wollte sie wissen, ob ich mein Handy dabei hätte.

‚In meiner Hosentasche‘, sagte ich. Sie beugte sich über mich, von links, dass ihr Körper ganz nah an meinem war, und dann griff sie mir in die Hose und zog das Handy raus. Dann fragte sie mich nach der Pin. Ich winkte ein bisschen mit meinem Zeigefinger und meinte, dass ich das auch mit dem Finger entsperren könnte. Aber Maria fragte nur: ‚Vertraust du mir?‘ Und ich nickte und sagte: ‚Ja. ‘ Aber sie war damit nicht zufrieden: ‚So einfach sollte man das nicht sagen.

Vertrauen ist etwas ganz Wertvolles. Das verschenkt man nicht einfach so. ‘ Ich nickte, und sie wiederholte ihre Frage: ‚Vertraust du mir?‘ Und ich nickte wieder und sagte so richtig feierlich: ‚Ja, ich vertraue dir. ‘ Und dann nannte ich ihr meine Pin. Sie tippte die ein und entsperrte mein Handy. Dann sah sie sich den Inhalt an. Ohne was zu sagen, wischte sie herum. Und ich wusste nicht, was sie da tat. Aber ich hatte das Gefühl, dass sie ziemlich genau wusste, was sie tat.

Irgendwann fragte sie nach Namen meiner Kontakte in meinem Telefonbuch. Und ich antwortete, sagte ihr, wer mein Chef war und nannte ihr auch den Namen der WhatsApp-Gruppe meines Teams. Dann fragte sie mich, was ‚Bitch‘ auf Deutsch heiße. ‚Miststück‘ bot ich ihr an oder ‚Schlampe‘. Sie wiederholte die Worte mit ihrem spanischen Akzent. Dann hielt sie mir einen Block hin und meinte: ‚Schreib: Ich bin eine Schlampe. ‘ Ich nahm den Stift und schrieb es groß auf den Block.

“„Hattest du keine Angst? Dass sie dein Handy hat und dich da solche Sachen schreiben lässt?“„Ja klar hatte ich das. Aber es war so verdammt geil! Das hättest du auch gemacht. Ganz bestimmt!“ Ich war mir da nicht so sicher. „Dann band sie meinen rechten Arm an den Stuhl, und dann kam sie ganz nah, und ich dachte, jetzt ist es so weit. Jetzt wird sie mich küssen! Aber machte sie nicht! Sie ist echt brutal.

Ich wollte so gerne von ihr geküsst werden, aber sie tat es nicht. Stattdessen verwuschelte sie meine Haare, bis die total zerzaust aussahen. “ Ich zuckte zusammen, weil Aylas Hände ganz überraschend durch meine Haare fuhren. „Und dann nahm sie ihren Daumen und verschmierte meinen Lippenstift. Danach machte sie zwei Knöpfe meiner Bluse auf und zerrte die auseinander, dass man meinen BH sehen konnte. Ich fand das krass, wie sie mich zurecht machte. Ich hatte mir echt Mühe gegeben, für sie schön auszusehen.

“Ich war froh, dass Ayla das nicht auch bei mir machte. „Maria fragte mich, ob ich ihr immer noch vertraute, und ich sagte: ‚Immer noch!‘ Sie schüttelte den Kopf und lächelte gleichzeitig. ‚Das solltest du nicht. ‘ Sie steckte mir den Zettel mit den Worten ‚Ich bin eine Schlampe‘ in den Ausschnitt und machte dann ein Foto von mir. “„Hast du dich irgendwie gewehrt?“„Konnte ich ja nicht. Ich war doch gefesselt!“„Du hättest dich ja wegdrehen können oder so.

Oder ihr sagen können, dass sie das nicht tun solle. “„Doch nicht in dieser Situation! Nein. Ich habe versucht, sexy zu gucken. Sie zeigte mir das Foto, und ich sah wirklich aus wie so eine durchgenudelte Schlampe. “„Hast du das Foto noch?“„Vielleicht zeige ich es dir später. Wenn du nett bist. Aber dann sagte Maria was total Krasses: ‚Ich will sehen, ob du eine gute Managerin bist. Eine gute Managerin ist diszipliniert und professionell.

Bist du das auch?‘ Und jetzt fasste sie mich doch an. Sie strich mit ihrem kleinen Finger über meine Wange, meine Lippen entlang, das Kinn, den Hals hinunter. Es war so fucking sexy! Alles nur mit ihren Fingern und ganz sanft. Und dann sagte sie: ‚Ich mache dir ein Angebot. Ich bereite dir den schönsten Moment in deinem Leben. Etwas, das du noch nie erlebt hast. Und danach werde ich das Foto an deinen Chef und deine Kollegen schicken.

‘„„Wow. Das ist heftig!“„Nicht wahr? Total heftig!“„Die hat dich erpresst!“„So würde ich das nicht nennen. Ich hatte ja die Wahl. Es war mehr so ein unmoralisches Angebot. “„Aber schon ziemlich unmoralisch. “„Ich fand’s eher ziemlich geil. “„Ich hoffe, du hast nein gesagt. “„Ja klar habe ich nein gesagt! Aber dann hat sie mich wieder gestreichelt, und sie hat mir ins Ohr geflüstert, wie schön ich bin, und dass ich noch viel mehr haben könnte, ich müsste nur ja sagen.

Ich habe den Kopf geschüttelt. Aber es war richtig hart. Ihre Finger überall auf meinem Körper, ihr Atem ganz nah. Hast du ihre Augen gesehen? Die waren so groß und so braun und mir so nah. Es war total wahnsinnig. Ich wollte es so gerne. Und sie wiederholte ihr Angebot immer wieder, und dann gingen ihre Finger unter meinen BH und streichelten meine Titten. Ich war noch nie so geil gewesen. Noch nie im Leben.

Ich war so frustriert, dass ich fast anfing zu heulen. Richtig zu heulen! Ich heule nie! Und dann bettelte ich sie an, dass ich alles tun würde, sie sollte weitermachen. Ich würde echt alles tun. Aber sie sagte nur: ‚Ich gehe jetzt hinaus, und in der Zwischenzeit denkst du darüber nach, was Disziplin und Professionalität bedeuten. ‘ Und dann war sie verschwunden, und ich war super enttäuscht, und ich dachte echt darüber nach: Ob ich es machen sollte.

Kannst du dir das vorstellen? Ich überlegte, ob ich meinen Job verlieren sollte wegen ihr. Oder vielleicht nicht wegen ihr. Vielleicht hatte ich eigentlich einen richtig beschissenen Job, den ich gar nicht machen wollte. Vielleicht wollte ich gar nicht irgendwelche Idioten anmachen, weil sie nicht anständig telefonieren konnten. Oder vielleicht wollte ich mich nicht anmachen lassen von meinen Bossen, weil ich irgendeine Benchmark nicht erreicht hatte. Vielleicht war das echt ein Ausweg aus meinem Kackleben.

Für einmal geilen Sex mit ihr, oder was auch immer sie mit mir anstellen wollte. Ich dachte sogar daran, wie die Idioten mein Foto sähen. Mit mir als Schlampe. Die pickligen, rauchenden, bleichen Untergebenen. Aber das fand ich total abtörnend. Die hatten es nicht verdient, mich so zu sehen. Ich wollte mich nur ihr so zeigen. Nur Maria hatte das verdient. Trotzdem dachte ich darüber nach. Für einmal Sex! Total verrückt!“Es klang erregend, das musste ich zugeben, aber ich wäre nicht auf die Idee gekommen, so viel zu geben.

Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand solch eine Macht über jemanden haben konnte und dass gerade die stolze Ayla sich so gehenlassen würde für so ein Angebot. „Und dann kam sie zurück und bedeutete mir zu schweigen. ‚Ich war unfair. Und ich bitte dafür um Entschuldigung. Ich hätte dich nicht so behandeln sollen, und ich hätte dir nicht so ein vergiftetes Angebot machen sollen. Ich war vor nicht so langer Zeit auch mal so wie du.

Zu stark und zu stolz und zu eitel. Ich habe das teuer bezahlen müssen. Für meinen Stolz und meine Eitelkeit ‘. Ich hatte keine Ahnung, was sie damit meinte. Aber sie redete weiter: ‚Du solltest niemandem glauben, der dir diese Versprechungen macht. Ich kann mein Versprechen nicht halten. Ich weiß nicht, welche Erfahrungen du bereits gemacht hast, wie könnte ich dir dann das Schönste versprechen? Und du solltest nicht darauf reinfallen. Du solltest dich nicht wegwerfen.

Das ist nicht professionell und nicht diszipliniert. ‘ Sie hatte ja Recht. Aber dann auch wieder nicht. Ich wollte das alles gar nicht hören. So eine Philosophie-Scheiße. Ich war wieder was runtergekommen. Aber ich wollte es immer noch. Ich wollte immer noch, dass sie all das mit mir machte. Also fing ich wieder an zu betteln. Aber sie hörte sich das nur stumm an und sagte erst nichts und dann: ‚Du benimmst dich wie ein Kind.

‘ Vielleicht hatte sie sogar Recht. “Sie hatte definitiv Recht. „Aber dann tat sie doch was Nettes. Sie sagte: ‚Weil ich so gemein zu dir war, werde ich dir etwas Gutes tun. Aber du musst auch etwas für mich tun. ‘ Fand ich natürlich super, und ich wollte gar nicht wissen, was das war. Ich wollte einfach mit ihr weiterspielen. Sie nahm das Schild von meiner Brust und zerknüllte es. Dann band sie meine rechte Hand los.

‚Ich möchte, dass du dich selbst befriedigst ‘, sagte sie. Und ich dachte nur: Oh Mann! Sie hob den Zeigefinger und ermahnte mich: ‚Aber du machst es diszipliniert und professionell!‘ Ich dachte nur: Wie kann man sich diszipliniert und professionell einen runterholen? Sie sollte endlich mit diesem ganzen Professionellen und Disziplinierten aufhören! Sie schob ihren Stuhl neben meinen und legte ihre Hand auf meinen Arm: ‚Na los!‘ Hast du dir schonmal vor den Augen von einem anderen, einen runtergeholt?“Ich musste an die vergangene Nacht mit Marco denken, aber das war dann doch anders gewesen.

„Ich schob also langsam meine Hand unter meinen Rock in meinen Slip und fing an. Und sie dirigierte mich: ‚Mach schneller! Langsamer! Sieh mich an!‘ und ich gehorchte. Zumindest am Anfang. Denn das war total geil, was sie mich da machen ließ. Vor ihren Augen, so ein intimer Moment. Irgendwie auch peinlich, aber geil. Also gut. Ich gehorchte. Als ich näher an meinen Höhepunkt kam, schloss ich die Augen. Aber sie pampte: ‚Schau mich an!‘ Versuchte ich auch, aber es war schwer.

Sie immer wieder: ‚Schau mich an!‘ und als ich trotzdem die Augen immer wieder zumachte, zog sie mir die Hand aus dem Höschen! Und ich war total verzweifelt. Ich war so kurz davor! Und ich bettelte, und dann ließ sie mich wieder machen, fragte aber, was ich tun würde, wenn sie mich kommen ließ. Und ich sagte: ‚Alles! Ich würde alles tun!‘ Ich brauchte es echt. Und dann zog sie meine Hand wieder raus, und ich stemmte mich gegen all die Fesseln und fluchte.

‚Das ist nicht professionell! So etwas verspricht man nicht!‘ Und ich dachte nur: Bitch, ich hole mir hier einen runter, wie kann ich da professionell sein? Aber wenn du an einen Stuhl gefesselt bist und nur mit der Hand in dein Höschen willst, dann machst du alles. Also entschuldigte ich mich, und ich versprach das Geschirr zu spülen, so lange wir hier sind, oder irgendwas anderes. Was immer sie von mir wollen konnte. Meine Gedanken waren echt irgendwo anders.

Und sie ließ mich wieder machen, und ich versuchte mich am Riemen zu reißen und ihr in die Augen zu schauen. Als ich kurz davor war, fragte ich, ob ich kommen dürfe. Sie hatte mir das nicht befohlen, aber ich war so klein und unterwürfig, dass ich es einfach wollte. Und insgeheim hoffte ich, dass sie nein sagte. Dass sie es mir verbot und mich weiter erniedrigte. Ich wollte so winzig sein vor ihr! Aber sie sagte nur: ‚Aber sieh mich dabei an.

Die Augen bleiben offen. ‘ Na gut. Versuchte ich. Und dann kam es mir auch schon, und ich sah sie dabei an. Ich hatte echt das Gefühl, dass sie mir dabei in die Seele gucken würde. Dass sie da irgendwas raussaugen würde. Während ich sie ansah und gleichzeitig kam. “Ich saß da, an meinen Baum gefesselt und mit Augenbinde und hörte mir das alles an. Und natürlich erregten mich Aylas Worte auch. Mir allerdings taten auch die Handgelenke weh, die gegen die Rinde des Baumes scheuerten.

Und mein Rücken, der schief am Baum lehnte. Aber ich sagte nichts. Ayla schwelgte offensichtlich in ihren Gedanken, da konnte ich auch mal was leiden. Schließlich sagte sie abschließend sowas wie: „So war das. Sowas habe ich noch nie erlebt. Es war so intensiv!“Ich nahm das als Zeichen, dass sie wieder bei sich war und bat sie dann doch, mich loszubinden. „Oh Scheiße. Klar. Dabei wollte ich, das Gleiche mit dir machen. Ich hab’s wohl verkackt!“„Kein Problem.

Ich hätte mir definitiv vor dir keinen runtergeholt. “„Wieso nicht?“„Weiß auch nicht. Ist nicht so mein Ding! Dicks all the way oder so? Gilt für mich immer noch. “„Meinst du, ich bin irgendwie krank oder so?“„Krank?“„Findest du das pervers?“„Das ist doch nicht pervers. Es ist nur einfach nicht mein Ding. “„Okay, dann bin ich beruhigt. “Was kümmerte es sie, was ich dachte? Warum so unsicher?Sie nahm mir die Augenbinde ab, und ich sah in ihre leuchtenden Augen.

Wir saßen noch eine Weile da. Ich fand diesen einen Satz interessant, dass Maria gesagt hatte, dass sie auch einmal stark und stolz gewesen war und dafür hatte zahlen müssen. Ein weiteres Geheimnis, das es zu lüften galt. Ich erzählte das Ayla und wollte wissen, ob sie noch was anderes gesagt hätte. Ich wollte darüber spekulieren, wie Maria hier als Haushälterin gelandet war, wem sie mal verfallen war und ob das hier ihre Strafe gewesen wäre oder ihr Zufluchtsort dargestellt hätte.

Ich fragte mich, wem sie irgendwelche Versprechungen gemacht hätte und warum ihr das geschadet hätte. Ayla meinte nur, dass sie diese Sache mitgenommen hätte, dass sie sie etwas schroff weggeschickt hatte. „Ich bin mir sicher, die wollte ihre Finger in ihr eigenes Höschen stecken. Deshalb war sie so von der Rolle. Den Job hätte ich gerne für sie übernommen!“Ayla fragte mich noch einmal, ob ich sie für krank hielt. Ich versicherte ihr, dass das nicht so war und dass viele Leute solche Gedanken hatten.

Froh, mal ein wenig Soziologie-Wissen von meinem Studium anzuwenden. Sie meinte, dass sie das nur für Maria tat und nicht für jeden. Dass sie stark und stolz wäre und sich nicht von jedem rumschubsen lassen würde. Hatte ich auch nicht erwartet. Warum erzählte sie mir ihre Story, wenn sie dann Angst hatte, dass ich irgendwas Komisches über sie denken würde? Es war nicht daran zu denken, über etwas anderes als über sie zu sprechen.

  11.                   KapitelIch hatte vermutet, dass Ayla jetzt Tag und Nacht hinter Maria herlief und sie zu ihrer großen Liebe erkoren hatte. Aber das war nicht so. Vielleicht wollte Ayla dann doch nicht zu lesbisch erscheinen. Sie wiederholte ihr Motto: Dicks all the way häufiger, obwohl ich sie gar nicht fragte. Offensichtlich hatte sie damit weniger Probleme als ich. Aber als ich sah, wie Ayla und Maria miteinander umgingen, hatte ich eher das Gefühl, dass Maria Ayla in der Luft hängen ließ.

Wann immer die beiden aufeinander trafen, war Ayla sehr bemüht, und man konnte spüren, wie sie sich freute, auch wenn sie es zu verstecken versuchte. Sie fragte, ob sie Maria helfen könnte, sie bedankte sich. Aber Maria behandelte sie ganz genauso wie Mama und mich. Nett und freundlich, aber auch unverbindlich. Ich war mir sogar ziemlich sicher, dass sie Ayla distanzierter und kälter behandelte. Vielleicht waren die Dinge doch anders gelaufen, als Ayla sie berichtet hatte.

Es war definitiv mysteriös, und Ayla war nun nicht der Mensch, dem man mal einfach so blind vertrauen konnte. Ich hätte es gerne herausgefunden. Ich sprach Ayla darauf an, eher aus Neugier als aus Sorge, aber sie tickte vollkommen aus und sprang mir quasi an die Gurgel: „Du glaubst gar nicht, was die mit mir macht! Dieses Miststück!“„Was ist passiert?“„Sie hat mich fallen gelassen! Kannst du dir das vorstellen?“Ich schüttelte den Kopf. „Mich hat sie fallen gelassen! Mich! Sie meint, ich wäre zu unbeherrscht! Ich wäre zu unkontrolliert, und das wäre nicht gut für uns.

Für sie und mich. Außerdem hätte ich mich nicht im Griff! Ich soll mich nicht im Griff haben!“Ihre Augen funkelten, als hätte sie sich nicht im Griff. „Sie meint, ich hätte auf ihre Befehle nicht gehört. Sie hätte mir mehrmals befohlen, aufzuhören und ich hätte sie ignoriert! Und jemanden, der so wenig Kontrolle hat, wolle sie nicht trainieren! Dabei habe ich echt alles gemacht, was sie wollte. Und was heißt ‚trainieren‘ überhaupt? Ich bin doch kein Hund, den man abrichten muss! Weißt du, was ein Hund in der Türkei ist? Abschaum ist das, der letzte Dreck! Bin ich etwa der letzte Dreck?“Welche Rolle Hunde jetzt gerade spielten, war mir nicht ganz klar, es war aber auch egal.

Ihr Wutausbruch machte sie nur noch schöner, und ich war froh, mal nicht das Ziel ihrer Ausbrüche zu sein. „Hast du nicht gesagt, dass du fast den Verstand verloren hast? Vielleicht hast du ein paar Sachen nicht mitbekommen. “, versuchte ich vorsichtig etwas zur Klärung beizutragen. „Vielleicht hat einer von euch was in den falschen Hals gekriegt. Weiß man ja nicht. “„Verstand verloren? Die hat den Verstand verloren! Wie kann die sowas machen? Mich so zurückweisen? Die spinnt doch! Was glaubt die, wer ich bin?“„Vielleicht ist das auch nur Teil ihres Spiels.

“„Wie?“„Naja, dass sie die Regeln bestimmen will und nicht du. Die will, dass du ihr gehorchst und dass es nach ihren Regeln geht. Wenn du nur mal ganz nett zu ihr bist und vielleicht ein wenig bettelst oder demütig bist oder was ihr da so miteinander treibt, dann lässt sie sich vielleicht umstimmen. “„Bettelst? Demütig? Bist du bescheuert? Was glaubt die, wer sie ist? Ich werde doch nicht betteln!“„Ich dachte, das wäre so das Prinzip eurer Beziehung.

Okay, war ja nur ein Vorschlag!“Ich hätte gedacht, dass das so lief. Eine hat das Sagen, die andere gibt sich hin. Dann wäre betteln und demütig sein doch eine gute Idee gewesen. Aber offensichtlich hatte ich keine Ahnung und wollte auch nicht in diesen Streit mithineingezogen werden. Und ich merkte auch, dass Ayla mich nicht als ihre Therapeutin haben wollte. Sie wollte von mir keinen Rat. Dafür war sie zu stolz und eitel. So wie Maria gesagt hatte.

Ich wollte mich auch nicht mehr einmischen und sprach das Thema nicht mehr an, und auch Ayla tat das nicht. Obwohl es wirklich in mir brannte, herauszufinden, was da wirklich zwischen den beiden passiert war. Ob die Dinge wirklich so waren, wie Ayla sie dargestellt hatte, oder was das Geheimnis war, das Maria da mit sich schleppte und was sie dazu brachte, sich so komisch zu verhalten. Es erschien mir zu gefahrenreich, in dieser Angelegenheit herumzuschnüffeln.

Ayla wollte oder konnte mir die Wahrheit nicht sagen, und ich konnte Maria schwerlich auf ihre Sexspielchen und ihre Vergangenheit ansprechen. In den nächsten Tagen war Ayla jedenfalls ziemlich sauer. Ich ließ sie schmollen. Die Zeit würde das schon richten. Sie war in diesen Tagen nervig, weil ich mir nicht nur ihre miese Stimmung antun musste, sondern auch ihre Kommentare über Marco anhören durfte. Wie jung er war, dass er nur ein Toyboy war, dass wir keine Zukunft hätten.

Ich ignorierte es. Und von Zukunft sprach sowie überhaupt niemand. Sie gönnte mir nicht, was sie nicht haben konnte. Marco hatte mich am vergangenen Abend abgeholt, und wir waren mit dem Boot hinausgefahren, die Küste entlang und hatten irgendwo auf dem Meer angehalten und im Mondlicht Arm in Arm im Boot gesessen und auf die entfernten Lichter des Festlands geschaut. Es war super romantisch in seinen Armen zu schweigen. Nur das Wasser, das sanft gegen die Bordwand schwappte, und die entfernten Lichter.

Wir knutschten ein wenig, aber sehr langsam, süß und romantisch. Es war alles super harmlos. Irgendwann zog Marco sein Handy heraus. Erst dachte ich, es wäre ihm langweilig, und ich war etwas irritiert. Er tippte etwas ein und zeigte es mir. Er hatte die Übersetzungsapp von Google geöffnet und hielt mir das Ergebnis hin: „Ist dir kalt?“ Ich tippte auf das Lautsprecher-Symbol, und eine Computerstimme sprach die Übersetzung mit einer Roboterstimme. Er hätte mir das sicher auch pantomimisch zeigen können.

Im ersten Moment war ich enttäuscht über die Computerstimme mitten auf dem Meer. Es war so schön, nur die Wellen zu hören, die leise an die Bordwand schwappten. Und nun krächzte Frau Google mit ihrer falschen Stimme falsche Sätze in die Nacht. Es war bisher auch ohne Worte gegangen. Aber ich gewöhnte mich dran, und im nächsten Moment unterhielten wir uns über unsere Handys miteinander. Es war irgendwie bizarr. Das Licht der kleinen Bildschirme erleuchtete unsere Gesichter blau, und es passte zum Mondlicht, das sich im Meer spiegelte.

So künstlich die Stimmen waren, so schief und missverständlich klangen manchmal die Übersetzungen. Aber es spielte keine Rolle. Wir mussten nicht alles verstehen, es reichte, dass die Richtung stimmte. Es war kein tiefgründiges Gespräch, und wir erfuhren keine Geheimnisse voneinander. Ich erfuhr nicht, was er beruflich machte, und er fragte nichts über meinen Beruf. Es plätscherte so dahin. Worte waren irgendwie nutzlos, und nun, da war sie hatten, merkten wir, dass sie uns nicht halfen.

Und das war vollkommen in Ordnung. Wir waren uns klar, dass das hier ein Urlaubsflirt war. Wir mussten keine Pläne für die Zukunft machen, und wir mussten nichts über den anderen erfahren. Es ging nur um diesen Augenblick, und deshalb unterhielten sich unsere Handys über das Meer und die Lichter an der Küste und andere banale Dinge. Sachen, die man auch mit Hand und Fuß hätte erklären können. Er ließ sein Handy übersetzen, dass ich schön sei, und ich, dass ich ihn süß fände.

„Du hast schöne blonde Haare. Ich habe noch nie so schöne Haare gesehen. “Ich dankte ihm, und machte ihm einen Kommentar über seine Muskeln. „Ich mag deine Stärke! In deinen Armen fühle ich mich geborgen. “„Ich umarme dich gerne. Du hast einen schönen Körper. “Irgendwie glitt es dann in eine Art ungelenken Telefonsex ab mit seltsamen Übersetzungen:„Ich will dich küssen. “„Deine weichen Lippen und meine sollen sich vereinen. “„Der Mond ist so kalt und blau, aber meine Liebe ist so heiß und rot.

“Wir lachten wie kleine Kinder, wie wir dasaßen, und miteinander per Handy turtelten. Ich tippte ein: „Küss mich!“ und das Handy sagte: „Besame!“Und sein Handy sagte: „Ich möchte deine Brüste streicheln. “Natürlich setzten wir das alles in die Realität um. Ich hatte noch nie Sex in der Nacht in einem kleinen schaukelnden Boot gehabt. Und Marco auch nicht, wie er mir später übersetzte, was mich auch nicht verwunderte. Es wurde irgendwann dann doch ein wenig kalt und ein wenig unbequem, aber es ging.

Wir schmiegten unsere Körper aneinander und hatten schönen, romantischen, langsamen Sex. Später lagen wir noch lange im Boot, starrten in den Himmel auf den Mond, umarmten uns, um uns zu wärmen, und schwiegen gemeinsam. Ich wäre gerne mit ihm auf dem Meer in dem kleinen Boot eingeschlafen, aber sein Handy erklärte mir, dass das zu gefährlich war, und so fuhren wir schließlich zurück.   12.                   Kapitel Da Aylas Abende nicht mehr Marias Abende waren, reformierte sich das Team Ayla und Ella wieder.

Und so gerne ich Marias Geheimnis auf den Grund gegangen wäre, so wenig Interesse hatte Ayla daran. Dabei fand ich ihre Andeutungen, dass sie irgendjemandem vertraut und daran gescheitert war, unglaublich interessant. Irgendwie tragisch. Ich hatte Mama nach Marias vollem Namen gefragt, aber als ich ihn googelte, bekam ich keinen Treffer. Stattdessen stand der Mann im Glas-Beton-Haus wieder auf dem Plan. Ayla hatte vorgeschlagen, oder besser bestimmt, dass wir zu seinem Haus gehen sollten.

Also stiefelten wir durch die Dunkelheit hin zu dem Hügel. Der Mann lag auf seiner Hantelbank und stemmte Gewichte, und gleichzeitig diktierte er wieder irgendwas in sein Laptop. Wie er es getan hatte, als ich ihn das erste Mal gesehen hatte. Ich war nicht so richtig in Stimmung und ein bisschen widerwillig mitgekommen, nachdem ich die Hoffnung, Marco noch zu sehen, aufgegeben hatte. Das Bild, das der Mann uns bot, war jetzt auch nicht so spannend.

Es nutzte sich halt irgendwie ab. Zumindest sah ich das so. Ayla hingegen hatte andere Gedanken: „Der sieht süß aus, nicht wahr?“„Findest du?“„Total. Ein bisschen reifer, hält sich aber in Schuss. Wer meinst du, würde in einem Kampf auf Leben und Tod gewinnen? Dein Marco oder er hier?“„Keine Ahnung. Warum sollten die um Leben und Tod kämpfen?“„Um unsere Ehre vielleicht?“„Um meine Ehre kann ich selbst kämpfen. “„Du hättest keine Chance gegen ihn. “Ich sagte darauf nichts.

„Der ist bestimmt intelligent. “„Wie kommst du jetzt darauf?“„Der sieht so aus. Und das Haus und alles. So was haben keine Idioten. “Ich hatte eigentlich keine große Lust auf neuerliche Spekulationen über seine Herkunft. Wenn Ayla nicht über Maria spekulieren wollte, dann wollte ich nicht über den Typen nachdenken. Wir schwiegen und sahen ihm zu, wie er gleichmäßig in seinem großen Schlafzimmer seine Hanteln stemmte. Es war ungefähr so spannend wie dem Kaminfeuer zuzuschauen.

„Weißt du was? Wir gehen jetzt einfach zu ihm!“„Bist du wahnsinnig? Du kannst doch nicht einfach zu dem gehen!“„Warum nicht? Wir klingeln einfach!“Damit stapfte sie den Hügel hinunter auf sein Grundstück, und ich hinterher. In der Dunkelheit stolperte ich fast und wäre um ein Haar den Hügel runtergekullert. Das konnte ich zwar vermeiden, nicht aber, dass mir Sand und Steinchen in die Schuhe kamen. Als wir uns dem Haus näherten, wurden wir in gleißendes Licht getaucht.

Scheinwerfer, die mir zuvor nicht aufgefallen waren, beleuchteten plötzlich das ganze Grundstück. Der Mann wurde aufmerksam, legte die Hanteln beiseite, schnappte sich ein weißes Hemd, das er sich anzog, ohne es zuzumachen und ein Handtuch, mit dem er sich den Schweiß abwischte, während er die Treppe runterlief. Ich kam mir ziemlich doof und ertappt vor und blieb einige Schritte hinter Ayla, um zu demonstrieren, dass das hier nicht meine Idee war. Ich konnte nicht erkennen, ob er sauer war, aber seinen Gesichtsausdruck konnte ich nicht deuten.

Er öffnete die Tür zum Garten, und bevor er etwas sagen konnte, hatte Ayla schon angesetzt: „Ola, Señor!“„Was kann ich für euch tun?“ Seine Stimme klang ruhig, etwas monoton, vor allem aber hatte er einen Akzent, als käme er aus Skandinavien. Ich musste zugeben, dass er aus der Nähe noch besser aussah. Er war ziemlich braungebrannt und hatte ein hartes, männliches Gesicht. „Du sprichst deutsch?“Ich mochte es nicht, dass sie ihn sofort duzte, auch wenn er angefangen hatte.

Er antwortete Ayla nicht, sondern sah mich an:„Dich habe ich schon gesehen. “Ich war etwas überrascht, dass er mich wiedererkannte. Ich nickte: „Auf der Straße. Ich bin hier spazieren gegangen. “„Auf meinem Grundstück. “ „Was, nein. Wieso?“, stammelte ich. Er zeigte ans Dach. „Kamera mit Bewegungsmelder. “„Ach… das…“ Aber er reagierte nicht mehr darauf, sondern meinte nur: „Kommt rein!“. Ayla ging selbstbewusst vor, und ich schlich hinterher. Wir setzten uns auf seine riesige weiße Couch aus Leder.

In seinem riesigen Haus, das noch viel edler aussah, wenn man drinnen war. „Wollt ihr was trinken?“Er sah mich an, aber Ayla antwortete sofort: „Cognac!“ Er sah mich immer noch an, und ich nickte nur, weil ich keine weitere Arbeit machen wollte und überrascht war von Aylas Wunsch. Er nickte und ging in die Küche, wo er aus einem Schrank zwei riesige Cognacschwenker holte. Ich sah Ayla fragend an, und sie flüsterte: „Wenn er uns das schon anbietet! Der hat bestimmt richtig edles Zeugs.

“Er gab uns diese riesigen Kognakschwenker, und da ich nicht wusste, was ich damit anfangen sollte, schwenkte ich meinen Cognac halt, weil Ayla das auch machte. Sie machte das sehr viel überzeugender als ich, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns zum Idioten machten. Der Mann sah uns amüsiert zu, als würden wir es falsch machen. Er jedenfalls holte sich eine Flasche Bier aus dem Kühlschrank. Die sah leckerer aus als meine Weihnachtskugel mit braunem Schnaps.

Wir stießen an und stellten uns vor. „Mats“ sagte er. „Was ist Mats für ein Name?“„Ein dänischer. “„Du kommst aus Dänemark?“„Ursprünglich. “„Was heißt das?“„Ich habe in vielen Ländern gelebt. “„Auch in Deutschland?“Er nickte. „Und jetzt hier auf Malle. “Er nickte wieder.                                                                                          „Und was machst du so?“„Was meinst du?“„Beruflich. Dein Job. “„Dies und das. Freelancing. “Ich wusste nicht, was das bedeutet. Vermutlich, dass er nichts tat. Aber ich fragte auch nicht nach. Mir war die ganze Situation immer noch so unangenehm, dass ich den Mund hielt, an meinem Cognac nippte und mich dabei fragte, wie ich herausfinden konnte, ob das jetzt ein guter war oder nicht.

Ayla hingegen nickte zustimmend, als hätte sie gerade etwas ganz Besonderes genossen. „Und was macht ihr hier?“„Human Resources, Personalführung in einem großen deutschen Unternehmen. “Es klang vielleicht ein bisschen dick aufgetragen. „Und du?“„Ich studiere Soziologie. “„Wie Menschen miteinander leben und wie die Umstände, unter denen sie leben, sie beeinflussen. Interessant!“Wahrscheinlich hatte er mein Studienfach besser zusammengefasst, als ich das selbst konnte. „Das hat mich immer interessiert. Eine interessante Frage. Wenn man Interfaces designt, muss man sich damit beschäftigen, wie andere Menschen ein System benutzen wollen und was sie erwarten.

“Ich nickte, obwohl das wohl eher eine Frage der Psychologie war. Da ich nicht antwortete, entstand eine kleine Stille. Wir beide harmonierten nicht miteinander. Ayla trank ihren Cognac, ich schaute mir die Einrichtung an und Mats mich. „Was macht ihr hier? Habt ihr Urlaub?“Ayla nickte. Wir sind nebenan in der Finca. „Beim alten Niemeyer. “Ayla nickte, ich musste erst einmal nachdenken, bis mir einfiel, dass das der Name von Mamas Boss war. Mats erzählte uns eine Anekdote, wie sie sich kennengelernt hatten, und wir lachten höflich, obwohl wir diesen Niemeyer nicht kannten.

Mama hatte ihn mir nicht als den lockeren Player vorgestellt, wie Mats ihn charakterisierte, sondern eher wie das komplette Gegenteil. Er fragte uns, was wir hier schon unternommen hatten. Ayla sprang ein und blies das Wenige, das wir vorzuweisen hatten, so auf, dass wir ein wenig interessanter klangen. Sie gab alles, um mit ihm zu flirten, redete viel, und langsam taute er ein wenig auf, und Ayla gelang es, das Gespräch am Leben zu halten.

Schließlich setzte sich zu uns und es wurde weniger steif, weniger wie ein Verhör. Er bot uns nochmal Drinks an, und ich wechselte zu Bier, während Ayla sich von ihm einen Rotwein servieren ließ. Als Mats mir die Flasche in die Hand drückte, prostete er mir zu, knallte seine laut gegen meine und sah mich direkt an und lächelte. Nicht komisch, aber doch einen Augenblick zu lang. Vor allem im Vergleich zu Ayla, der er das Rotweinglas in die Hand drückte, ohne sie anzusehen.

Mir schien, dass er mehr auf mich fixiert war. Wenn Ayla das auffiel, zeigte sie es nicht, sondern bemühte sich um seine Aufmerksamkeit. Sie kam mir jetzt wieder vor wie am Flughafen, als wir uns kennengelernt hatten. Sehr bemüht und anders, als ich sie mittlerweile kannte. Es war offensichtlich, dass sie sich an ihn heranschmiss. Und ich fragte mich, ob ich die beiden allein lassen sollte, eine Ausrede erfinden sollte, um mich vom Acker zu machen.

Mir ginge es nicht gut oder so. Mir würde was einfallen. Aber ich wusste nicht, was Ayla davon hielte, und ich war mir auch nicht sicher, was ich von Mats halten sollte. Er war vollkommen ruhig in seiner Ausstrahlung, aber nicht mehr kalt und abweisend. Er schien interessiert, aber ich konnte nicht sagen, was er wirklich dachte. Und dem Geheimnis um seinen Reichtum kamen wir keinen Schritt näher. Ich wollte ihn auch nicht ausfragen und ihm zeigen, dass ich ihn schon länger beobachtet hatte.

Aber vielleicht wusste er auch das schon. Vielleicht konnten seine Kameras auch in der Dunkelheit sehen. Ich war also immer noch hin- und hergerissen zwischen Sympathie und Skepsis. Die drei oder vier Wörter, die er so herausließ, beschrieben sehr genau die Situation. Er war sehr präzise in seiner Wortwahl, sehr knapp, aber treffend. Nicht gerade angsteinflößend, definitiv kein Mafiaboss, aber doch so, dass ich ihm nicht total vertrauen konnte. Immerhin lockerte er allmählich auf und schien den Abend zu genießen.

Aber vielleicht war das auch nicht so überraschend. Immerhin saßen zwei viel jüngere Mädchen bei ihm, und eine davon legte sich richtig ins Zeug, um ihm zu gefallen. Ayla gab alles. Obwohl Mats durchaus attraktiv war, lag es in erster Linie wohl am vielen Glas und Beton, das er besaß. Ich fragte mich, ob er Ayla durchschaute. Jemand wie er zog ganz natürlich eine spezielle Art von Frauen an, und er musste sich auch seine Gedanken machen, weshalb eine junge Frau, die so makellos aussah wie Ayla, Interesse hatte an jemandem, der so viel älter war.

Ich hielt mich also immer mehr zurück und Ayla gab immer mehr Gas. Und Mats schien das zu verstehen und sich damit zu arrangieren. Warum er sich für mich interessierte, war mir ohnehin ein Rätsel, wenn daneben jemand wie Ayla saß. Als wir uns endlich von ihm verabschiedeten und unseren Hügel hochkraxelten, war Ayla ziemlich zufrieden und ich sehr müde.   13.                   Kapitel„Kannst du mir einen Gefallen tun?“„Sag erst, was es ist. “„Ich will heute Abend nochmal zu Mats.

“Sie sagte, ‚ich‘ statt ‚wir‘. „Und?“„Kannst du auf mich aufpassen?“„Auf dich aufpassen? Wie soll das gehen?“„Ich will, dass du uns beobachtest. Vom Hügel. Dann wäre ich beruhigter. “„Wenn du Sorge hast, allein zu ihm zu gehen, dann geh doch einfach nicht hin. Ich würde nicht zu einem Typen gehen, dem ich nicht vertraue. “„Ich vertraue ihm ja. Aber zur Sicherheit meine ich. “„Zur Sicherheit?“„Wenn du was Besseres zu tun hast, ist das kein Problem.

Ich habe nur gedacht, du würdest das für mich gerne machen. “„Für dich tue ich alles gerne. “„Sehr witzig. “Natürlich hatte ich keine anderen Pläne, und ich würde es auch machen. Aber ich war davon ausgegangen, dass sie selbst auf sich aufpassen konnte. Ich hatte angefangen mit Marco WhatsApp-Nachrichten zu schreiben, die nur aus Emojis bestanden. Es war eine nette Spielerei, weil mir die Google-Übersetzung zu unheimlich war. Viel Sinn machte es nicht. Es war gerade schön, dass es nichts zu bereden gab, dass alles nur auf vagen Zeichen beruhte.

Dass mir die Worte fehlten, um ihm meine Probleme mitzuteilen, führte dazu, dass wir keine hatten. Wenn ich seine Nachricht, die aus Emojis zu Abend, Spitzhacke und traurigem Smilie bestand, richtig gedeutet hatte, dann musste er arbeiten an diesem Abend. Ich sagte Ayla am Ende zu. Ein wenig fühlte ich mich von ihr ausgenutzt, aber ich hatte an dem Abend auch nichts Besseres zu tun. Wir liefen also durch den Olivenhain zum Haus von Mats.

Ayla hatte sich von Maria eine teure Flasche Wein geben lassen, und ich hatte darauf geachtet, dass mein Handy voll war, um Marco zu texten. „Viel Glück!“, verabschiedete ich mir von ihr. „Wir bleiben in Kontakt!“, sie winkte mit ihrem iPhone. „Und wenn irgendwas ist, dann greif einfach ein. “„Alles klar!“„Ich verlass mich darauf, dass du mein Schutzengel bist. “„Okay. “ Ich setzte mich an einen Olivenbaum und sah zu, wie sie zu Mats Haus lief.

Der lag in der ersten Etage auf seinem Bett und kramte in irgendwelchen Unterlagen herum. Als sie näherkam, wurde das Grundstück wieder erleuchtet, und Mats stand auf und ging die Treppe hinunter. Ich duckte mich, denn das Licht der Scheinwerfer reichte bis zum Hügel und raubte mir meine Unsichtbarkeit. Als Mats die Glastür öffnete, fiel Ayla ihm um den Arm zu einer überschwänglichen Begrüßung. Am Tag zuvor hatten wir uns weder zur Begrüßung noch zum Abschied umarmt, was ich eigentlich sehr sympathisch fand, weil ich diese Umarmungen und Küsschen zwischen praktisch Fremden nicht so prickelnd fand.

Aber Ayla gab alles. Sie presste ihren Körper an ihn, Küsschen links, Küsschen rechts, musste dazu auf die Zehenspitzen steigen, weil sie fast einen Kopf kleiner war als er. Als sie sich voneinander lösten, legte sie ihre Hand auf seinen Arm. Mats war erfreut, sie zu sehen, zumindest lächelte er, auch wenn er sie fragend ansah. Sie tauschten ein paar Worte aus, und dann gingen sie in sein Wohnzimmer. Ayla setzte sich so auf die Couch, dass sie mir zugewandt war und zeigte mir den nach oben gereckten Daumen, während Mats den Wein öffnete.

Für meine Begriffe saß sie etwas zu lasziv auf der Couch, die Arme auf der Lehne, was die Kurven ihres Körpers sehr betonte. Es passte zu ihr. Als er ihr den Wein reichte, ließ sie ihn einen Augenblick zu lange warten, bis sie ihm das Glas abnahm. Sie verharrte in ihrer Pose, die mich ein wenig an ein altes Gemälde erinnerte, auf der sich eine junge Frau unbekleidet auf einer Couch räkelte. Er setzte sich, und sie stießen an, wobei sie ihn aufstehen ließ, damit ihre Gläser sich berühren konnten.

Sie spielte also die kleine Dame, die sich hofieren ließ. Ich musste an Maria denken, die ganz anders mit Ayla umgegangen war. Sie quatschten ein wenig, und Ayla gab sich ganz offen, lachte über seine Witze. Ein wenig übertrieben für meinen Geschmack, aber sie schien Erfolg zu haben. Da ich sie kannte, konnte ich sagen, dass ihr Lachen fake war. Ihren Körper setzte sie großartig ein. Ihre Beine lagen auf der Couch übereinander, und sie verschob sie, um ihre Kurven immer wieder zu betonen, ihre Hüften, ihre Oberschenkel.

Sie saß immer noch zurückgelehnt auf der Couch, die Arme auf der Lehne, was ihre Brüste betonte, die sich ihm hingaben, weil sie ihren Rücken zu ihm bog. Als ob sie sich ihm anbieten würde. Fiel ihm das alles auch auf? Dass sie sich ihm so anbot? Ich vermutete es. An seiner Stelle hätte ich auch mitgespielt. Eine so schöne Frau, die sich mir so präsentierte. Sie quatschten eine Weile, und es passierte nicht viel.

Ayla war sehr offen, lachte über seine Witze und räkelte sich auf dem Sofa. Auch Mats bewegte sich zunehmend mehr, beugte sich zu ihr hin, und als er ihr Wein nachschenkte, berührten sie sich und lachten. Nicht verlegen, sie wussten beide, was sie taten. Von da an ging es recht schnell. Er rutschte näher zu ihr, sie zu ihm. Sie öffnete einen Knopf an ihrer Bluse. Wenn sie Scherze machten, legte er seine Hand auf ihr Knie, und sie beugte sich zu ihm, dass ihre langen schwarzen Haare ihn berührten.

Ich war ein bisschen neidisch, wie selbstverständlich sie das machten. Als wären sie beide Profis. Marco und ich waren anders miteinander umgegangen. Es dauerte nicht lange, und Mats hielt sie fest, als sie sich wieder zu ihm beugte. Sie beschwerte sich einmal kurz, dann sahen sie sich in die Augen und versanken in einen langen Kuss. So einfach konnte das gehen. Ich hätte drei Wochen gebraucht, um den Mut aufzubringen, die beiden vielleicht eine halbe Stunde.

Und es war keiner dieser sanften, romantischen Küsse. Es war einer voller Einsatz. Sie pressten ihre Körper aneinander und wälzten sich förmlich auf der Couch, als würden sie miteinander ringen. Und so etwas Ähnliches war es auch, denn Ayla und Mats kämpften darum, oben zu sein, den anderen unter sich zu begraben. Ayla gelang das durch ihre geschmeidigen, katzenartigen Bewegungen. Mats durch seine schiere Kraft. Sie entschlüpfte ihm und rollte sich auf seinen Körper, begrub ihn unter ihren Haaren, und sie öffnete sein Hemd, zog seinen Oberkörper hoch und dann sein Hemd über den Kopf.

Im nächsten Moment hob er sie scheinbar mühelos hoch und rollte sich auf sie, und nun thronte er mit seinen Muskeln über ihrem schlanken Körper, nahm ihren Kopf in seine Hand und küsste sie leidenschaftlich. Ich hatte noch nie jemandem beim Sex zugeschaut und auch nicht so ganz viel Erfahrung mit Pornos im Internet. Aber so etwas hatte ich noch nicht gesehen. Es war wie ein Tango auf dem Sofa. Ich fragte mich, ob ich gehen sollte, denn ich wollte nicht spannen.

Aber Ayla hatte mich ja darum gebeten, auf sie aufzupassen, und auch wenn sie in diesem Moment anderes im Kopf hatte als mich, hätte sie ja irgendwas tun können, um sich meinen Blicken zu entziehen. Mein schlechtes Gewissen wurde von der Faszination dessen, was da gerade passierte, schnell vertrieben. Mats stand auf, hob Ayla mühelos hoch. Die legte ihre Arme um seinen Po, und er presste sie gegen die graue Betonwand. Sie küssten sich und Aylas schwarze Haare schlangen sich um Mats Schultern.

Wie um Luft zu holen, trennten sie sich voneinander, und im gleichen Moment zog er ihr die Bluse vom Leib und dann den schwarzen BH. Aber Ayla wollte nicht so passiv sein, sie nahm ihre Beine von seinen Hüften, stellte sich auf Zehenspitzen, um ihn weiter zu küssen und drehte sich um. Für einen Moment standen die beiden sich gegenüber, berührten sich nicht, sahen sich an wie in einem Western-Duell. Dann drückte sie ihn an die Wand, an der sie eben noch gelehnt war, und stürzte sich auf ihn.

Ich sah ihren nackten Rücken, der sich braun und makellos krümmte. Sie nestelte an seiner Hose und riss ihm die Hose und die Shorts quasi von den Hüften. Wenn es hier um einen Machtkampf ging, dann führte sie, denn er war komplett nackt, sie hatte noch ihren weiten Rock an. Er hob sie hoch, drehte sie um, und nun sah ich aus der Ferne auch seinen Po, dessen Muskeln sich anspannten. Er warf sie fast roh auf die Couch, stand über ihr, und wieder schauten sie sich für einen Augenblick an, dann stürzte er sich auf sie.

Seine Hände auf ihren Brüsten, seine Lippen auf ihren Brustwarzen. Ihre Hände auf seinem Rücken. Ich konnte aus der Entfernung ihre Finger sehen, die sich in seinen Rücken krallten. Ich war neidisch, wie die beiden sich um die Vorherrschaft stritten. Irgendwann gelang es Ayla, Mats von der Couch zu schubsen, sie setzte sich aufrecht, während er vor ihr auf dem Boden lag, und dann spreizte sie ihre Beine grazil, aber auch resolut und er kniete dazwischen.

Sie zog ihren Rock bis zu den Knien und er verschwand darunter, küsste ihre Schenkel. Sein Kopf bewegte sich unter ihrem Rock, aber mein Blick war nun frei auf ihre Brüste, die so perfekt waren, dass man heulen konnte. Ayla atmete schwer, ihr Brustkorb hob und senkte sich, und ich bildete mir ein, dass ich Schweißtropfen auf ihrem Oberkörper sah. Aber ich war zu weit entfernt. Sie schaute hinunter zu ihrem Schoß, dirigierte seinen Kopf und ließ sich dann zurück in die Couch fallen und genoss das, was da gerade passierte.

Und dann schockierte sie mich. Sie richtete sich etwas auf, öffnete ihre Augen und sah direkt in meine Richtung. Ich konnte nicht sagen, ob sie mich in der Dunkelheit ausmachen konnte, aber sie schaute in meine Richtung, grinste und reckte mir dann den erhobenen Daumen entgegen. Was war das? Wie konnte sie mitten im Sex an mich denken? Wie konnte sie mich in ihren Sex einbeziehen? Jetzt war ich irgendwie ein Teil davon, denn ihre Gedanken waren ganz klar auch bei mir.

Sie sollten in ihrem Schoß sein. Sie sollten sich damit beschäftigen, was seine Zunge da mit ihr veranstaltete. Stattdessen sah sie mich an. Im nächsten Augenblick schloss sie die Augen, lehnte sich wieder zurück, und nun bäumte ihr Körper sich auf. Alles wurde rhythmischer, alles wurde schneller. Sie dirigierte Mats, bremste ihn, forderte ihn auf, schneller zu werden, bis sie das richtige Maß gefunden hatte. Was machte sie da? Jeder Mann, mit dem ich bisher zusammen gewesen war, hatte diesen Rhythmus beim Sex.

Er war bei jedem anders, und ich hatte auch meinen. Ich empfand es immer als äußerst intim und geheimnisvoll, wenn ich diesen Rhythmus bei einem Mann herausfand. Denn mit diesem Wissen konnte man etwas anfangen. Es hat keine Bedeutung, außer beim Sex, aber da war es sehr wertvoll. Und jetzt hatte ich ihren Rhythmus gesehen. Mein Zeigefinger tippte ihn auf meinem Oberschenkel. Ich sah ihr zu, wie der Höhepunkt über sie wusch, ihr Gesicht sich verzerrte, fast schmerzhaft, dann fast scheu und verletzlich, was ihr eigentlich nicht stand.

Es war, als schaute ich in ihre Seele. Ich musste mich am Riemen reißen, meinen Zeigefinger stoppen, der immer noch diesen Rhythmus tappte und seinen Weg in meinen Schoß fand. Aber das war nicht richtig. Ich konzentrierte mich auf Mats am Boden, den zu betrachten erlaubt war. Aber er gab kein so gutes Bild ab, wie er da am Boden kauerte, sein Kopf versteckt unter Aylas Rock, immer noch an seinem Werk. Sie war graziler.

Er war stärker. Sein Oberkörper gewölbt, den Hintern hochgeregt. Schließlich richtete sie sich auf, und wieder sah sie mich an und grinste. Ich senkte den Kopf und sah zu Boden. Ich hatte Dinge gesehen, die ich nicht sehen sollte. Sie gingen mich nichts an. Und Ayla hatte mich quasi dabei erwischt. Oder besser mir eine Falle gestellt. Schließlich kam Mats zwischen ihren Schenkeln hervor. Ayla zog ihn zu sich und küsste ihn leidenschaftlich, wie ihm zu danken und um das zu schmecken, was er in ihrem Schoß gekostet hatte.

Ich war froh, dass sein Körper ihren nun wieder bedeckte. Die Stimmung hatte sich etwas beruhigt, der Kampf schien beendet, auch wenn es keinen Gewinner gab. Ayla dirigierte Mats auf die Couch, schwang sich auf ihn, und für einen kurzen Moment sah ich seine steife Männlichkeit. Sie hätte mir diesen Anblick etwas länger gönnen können, aber Ayla ging es nur um sich. Sie küsste ihn, streichelte seine Brust mit ihren schlanken Fingern, fuhr ihm durch die Haare, hielt ihn ein wenig hin.

Ich versuchte mich auf ihn zu konzentrieren, auch wenn er nicht so spannend war wie Ayla zuvor. Ich beobachtete, wie die Muskeln an seinen Rippen sich an- und entspannten und sein Rücken sich wölbte. Schließlich schob Ayla ihre Hüfte zurück und beugte sich über seinen Schoß. Ich konnte nicht sehen, was sie tat, ihre lange schwarzen Haare verdeckten es. Es war schade, denn in diesem Moment hätte ich mir gewünscht, dass sie mal an mich denkt und mir etwas zu bestaunen gab, dass sie ihre Haare zur Seite nahm und mir den Blick auf seine Männlichkeit gewährte.

Ich konnte also nur erahnen, was sie tat. Ich bemerkte nun auch bei Mats diesen Rhythmus. Er war langsamer, tiefer, schneller, vor allem aber war er nicht so spannend. Bei weitem nicht. Aber Ayla spielte mit ihm, ließ ihn manchmal hängen, hielt inne, dass er sich aufbäumte. Dann setzte sie ihre Sache wieder fort. Es war spannend, aber ich empfand es nicht als so verboten. Mats hatte einfach kein Geheimnis zu enthüllen, was mich fesselte.

Irgendwann erlöste sie ihn, und er bäumte sich auf, stieß seine Hüften mit Ayla darauf in die Luft. Als er erschöpft in die Couch sank, drehte sie ihren Kopf noch einmal zu mir und sah mich an. Sie grinste wieder, aber es war ein anderes Grinsen. Das erste während ihres Höhepunktes war anders gewesen, fast schon hämisch. Nun grinste sie triumphierend, als hätte sie ein Ziel erreicht. Es war spät geworden und kalt, obwohl ich mir einen Cardigan mitgenommen hatte.

Aber es war nicht die Temperatur, die mich frösteln ließ. Es war etwas an Ayla. Diese ganze Situation. Als hätte sie das alles für mich getan. Diese ganze Sache mit Mats nur inszeniert, um mich zusehen zu lassen. Ich musste daran denken, wie sie die beiden Jungs zu einem Kuss überreden wollte und mich geküsst hatte, um es ihnen zu zeigen. Ich stand auf, sah ein letztes Mal zurück in den beleuchteten Glasbau. Aylas Kopf lag auf Mats Brust und streichelte ihn.

Sie redeten miteinander. Ich hatte das Gefühl, dass die Worte, die sie jetzt wechselten, vielleicht intimer waren als das, was ich mit eigenen Augen gesehen hatte. Da war die Optimistin in mir, die gerne glauben wollte, dass Ayla das alles nicht nur für mich inszeniert hatte. Manchmal sind es die süßen Worte im Anschluss, die man nicht mehr vergisst. Ich konnte sie nicht hören und sie gingen mich nichts an. Ich ging zurück in die Finca.

In Marias Haus brannte Licht. Ich ging daran vorbei. Ich hatte genug gesehen, was mich nichts anging.   14.                   KapitelIch saß beim Frühstück, als Ayla aus der Richtung von Mats Haus zu uns kam. Sie war ziemlich guter Stimmung. Mama und Maria bemerkten sofort, dass sie die gleichen Klamotten vom vergangenen Abend anhatte, aber sie sagten nichts. Mama sah mich an, aber ich sah nur regungslos zurück, als wüsste ich auch nichts Näheres. Ayla war schließlich alt genug.

Mein Eindruck war, dass Maria Aylas Verhalten ziemlich offen missbilligte. Ayla war ihr gegenüber aber besonders zuvorkommend. Ich war mir nicht sicher, ob das Spott war. Wie um ihr zu zeigen, dass sie nicht auf Maria angewiesen war. Sie setzte sich, zwinkerte mir einmal zu und frühstückte, während ich mein Gespräch mit Mama fortsetzte. Sie erzählte mir, warum Ahmed immer noch in Indien war und wohl auch nicht mehr rechtzeitig zu uns stoßen könnte.

Dieser Satz erinnerte mich daran, dass sich unser Urlaub langsam dem Ende neigte. Ich fragte Mama, ob sie traurig wäre, aber sie meinte nur, dass man halt da nichts machen könne, und dass das im Berufsleben eben so wäre. Ich fragte mich, ob es wirklich so sein müsste. Ob man das hier nicht einfach immer haben könnte. Vielleicht nicht in einer Luxusfinca, aber doch irgendwie anders. Wenig später fuhren Ayla und ich mit den E-Bikes des Chefs meiner Mama in den nächsten Ort und setzten uns in ein kleines Café an einem Platz und tranken Eiskaffee.

Eigentlich hatte sie in eine Shisha-Bar gewollt, aber glücklicherweise hatten wir keine gefunden. Ich wusste auch nicht, ob es dergleichen überhaupt gab. Um das aber zu kompensieren, hatte sie sich billige spanische Zigaretten gekauft, die sie nun rauchte. Ich hatte dankend abgelehnt, genoss die Eleganz, mit der sie die Zigarette hielt, mehr als den Rauch, den sie in meine Richtung blies. Ich musste sie nicht bitten, mir zu erzählen, was zwischen ihnen passiert war.

Nach dem Spiel auf der Couch hatten sie es noch einmal gemacht. Mats hatte vorgeschlagen, ins Schlafzimmer zu gehen, aber Ayla hatte auf die Couch bestanden. Und das alles nur mir zu liebe, damit ich einen besseren Blick hatte. Sie war enttäuscht, als ich ihr sagte, dass ich nach dem ersten Mal gegangen war. „Dabei habe ich mir so viel Mühe gegeben!“ Ich ließ diesen Satz unkommentiert, denn ich wollte wirklich nicht wissen, warum sie mich in ihren Sex miteinbeziehen wollte.

Ich hatte ohnehin schon das Gefühl, dass ich sie mit anderen Augen sah, nun, da ich sie so intim beobachtet hatte. Unbewusst tippte ich häufiger ihren Rhythmus mit meinem Zeigefinger. Auch in diesem Moment. Aber natürlich verstand sie nicht, was ich da tat, und das war auch gut so. Es war also in die zweite Runde gegangen, die, wie Ayla berichtete, auch ganz großartig gewesen war. Sie erzählte mir was von seiner Standhaftigkeit und seinem Durchhaltevermögen.

Ich wollte eher wissen, was sie über Mats herausgefunden hatte. „Ehrlich gesagt hatten wir andere Sachen zu tun, als uns unsere Lebensgeschichte zu erzählen. “„Also könnte der immer noch ein dänischer Mafiaboss sein, der dich zu seiner Sexsklavin macht. “„Meinst du, dass es in Dänemark Mafiabosse gibt? Ich glaube nicht. Außerdem bin ich niemandes Sklavin. Das ist vorbei. Hast du das gestern nicht gesehen?“Ich nickte nur, weil ich nichts zu ihrer sexuellen Performance sagen wollte.

„Also wissen wir immer noch nicht mehr über ihn?“„Ich weiß verdammt viel über ihn, glaub mir!“ Sie grinste. „Aber das bringt uns nicht weiter. “„Du weißt gar nicht, wohin mich das gebracht hat! Wenn du verstehst, was ich meine. “Ich verstand es. „Sollen wir nach ihm googlen?“„Weißt du denn, wie er heißt?“„Na Mats!“„Mats was? Mats aus Malle? Du hast mit ihm gepennt und weißt nicht, wie er heißt?“„Wie heißt denn dein Marco sonst noch?“Ich wusste es nicht.

Wir saßen noch eine Weile da und fühlten uns wie Spanierinnen mit unserem Milchcafé auf dem kleinen Platz. Wir beobachteten die Leute und machten uns über die Touristen lustig, die so anders als wir waren. „Wenn ich dran denke, dass unser Urlaub hier bald schon wieder vorbei ist, könnte ich heulen. Zurück ins dunkle Deutschland mit all den deutschen Vollpfosten, mit Kackchefs und Kackmitarbeitern!“ Sie seufzte. Wir fluchten über die Heimat, ich spöttisch, aber ich hatte das Gefühl, dass Ayla sich wirklich und aufrichtig aufregte.

Ich fragte sie, was mit ihrer Karriere sei, aber sie winkte nur ab. „Ich will einfach hierbleiben. Wir haben hier doch alles. Sonne, Meer, geile Typen!“„Und wie lange dauert es, bis dir das zu langweilig wird?“„Das wird nie passieren. “„Das glaube ich nicht. Du bist doch viel zu modern, um hier auf dem Land zu versauern. “„Mats scheint zufrieden zu sein. “„Aber der flieht auch vor irgendwas. “Es ging noch was hin- und her, aber ohne, dass wir Stress bekamen, und dann machten wir uns wie gute deutsche Touristen auf unseren e-Bikes wieder zurück in die Finca.

Schon vor dem Abendessen verschwand Ayla zu Mats, und ich leistete Mama Gesellschaft, die immer noch Tag und Nacht arbeitete für ihren Boss, der sie in ihrem Urlaub kontaktiert hatte, um irgendein Problem zu lösen. Sie ärgerte sich, aber ich hörte auch Stolz heraus, dass er sie mit diesem Problem beauftragt hatte, weil er offenbar niemandem sonst zutraute, diese Sache zu regeln. Ich merkte, dass sie nach dem Essen unruhig wurde, und so ließ ich sie allein, und sie ging zurück an ihre Arbeit.

Ich lief ein wenig auf dem Grundstück herum, weil ich plötzlich nichts zu tun, aber auch keine Lust hatte, in mein Zimmer zu gehen. Ich machte ein bisschen Smalltalk mit Maria, die spülte. Ich bot ihr an, ihr zu helfen, aber sie lehnte ziemlich resolut ab. Stattdessen quatschten wir ein wenig. Aber alle meine Versuche, etwas über sie herauszufinden, scheiterten. Mein Abend endete damit, am Pool zu sitzen mit den Beinen im Wasser, und mit Marco WhatsApp-Nachrichten auszutauschen.

Er musste wohl arbeiten. Genau verstand ich nicht, was er machte. Die Symbole, die er dazu schickte, waren: Haus, Hammer, Pizza und Mond.   15.                   KapitelIn den nächsten Tagen trennten sich Aylas und meine Wege häufiger. Sie verbrachte ihre Tage mit Mats, und ich meine mit Marco. Ihre Tage waren scheinbar spannender, denn sie ging mit Mats tauchen und Wasserskilaufen. Marco hingegen und ich fuhren auf seiner Vespa über das Land, und ich klammerte mich an seinen Rücken und ließ mir die warme Luft der Insel ins Gesicht wehen.

Er kannte kleine Bars, in der man Tapas serviert bekam, und versteckte Orte, von denen man einen wunderbaren Ausblick auf das Meer oder die Landschaft hatte. Es waren tolle Tage. Wir schwiegen oft, berührten und streichelten uns, und wenn wir glaubten, nicht gesehen zu werden, liebten wir uns an einem dieser geheimen Orte, die er kannte. Langsam und gefühlvoll und zärtlich. Ich zeigte ihm, was ich darüber wusste, wie man eine Frau befriedigt, und wie ich es gerne hatte.

Und er lernte schnell. Aylas Tage vergingen ähnlich, aber auf andere Weise. Da Mats offensichtlich keine Verpflichtungen hatte, waren sie von morgens bis abends zusammen. Am Anfang hatte ich sie einmal begleitet, aber ich kam mir schnell überflüssig und störend vor. Mats und Ayla schienen wunderbar zu harmonieren. Sie hatten diese Selbstverständlichkeit im Umgang miteinander. Mats, der nicht viel, aber kluge Dinge sagte, und Ayla, die sich sehr souverän gab, all die kleinen Spielereien und Kindereien unterließ, die sie zeigte, wenn sie mit mir allein war.

Manchmal kam sie mir vor, als wäre sie in ihrem Job. Kontrolliert und mit guten Manieren. Auf der anderen Seite war sie kokett, entspannt und flirtete mit Mats. Ich konnte sehr gut sehen, dass sie einen guten Eindruck auf ihn machen wollte. Es wunderte mich nicht, dass Mats sich in sie verliebte. Sie war klug und wusste, wie man verführte. Ayla erzählte mir, dass sie ihn davon abbringen musste, ihr eine teure Kette zu kaufen, die sie bei einem Juwelier gesehen hatte.

So wie Ayla es erzählte, hatten sie sich richtig in die Haare bekommen über den Schmuck, der zehntausend Euro kosten sollte. Vielleicht testete er sie damit. Ein alleinstehender reicher und nicht schlecht aussehender Mann hatte bestimmt mit vielen jungen, attraktiven Frauen mit obskuren Absichten zu tun. Ich glaube, es gelang Ayla, diese Zweifel zu zerstreuen. Ich selbst war mir nicht so sicher, was ihr Ziel war. Für mich blieb dieses zwiespältige Bild. Man wusste nie so genau, woran man bei Ayla war.

Natürlich blieb immer noch die Frage, woher Mats sein ganzes Vermögen hatte und warum er nicht arbeiten musste. Als wir beim Essen saßen, fragte ich ihn einfach, da Ayla es auch nicht wusste und nicht das Bedürfnis gehabt hatte es herauszubekommen. „Was machst du eigentlich so?“„Im Moment? Essen. “„Okay, aber wo kommt das Geld her für dieses köstliche Abendessen mit dem tollen Wein und vor allem der großartigen vegetarischen Paella, die du uns gekocht hast?“Er tippte an seinen Kopf.

„Hierher. “„Du bezahlst das mit deinem Hirn?“Er nickte, grinste und aß etwas, um die Spannung zu steigern:„Kennst du Maramba?“Ich schüttelte den Kopf, und auch Ayla zuckte mit den Schultern. „Tut mir leid. “„Muss es nicht. Du kannst es gar nicht kennen. “„Wieso das nicht?“„Maramba ist eine App zum Chatten. “Ayla griff nach ihrem Handy. „Wie heißt die?“„Du wirst sie nicht finden. Es gibt sie nicht. “ Wir sahen ihn fragend an. „Es ist eine großartige App.

Man nimmt sich auf, wie man in die Kamera spricht, und die App erkennt die Gesichtszüge und macht daraus eine Animation. Sehr realistisch. “„Und warum gibt es die nicht? Funktioniert sie nicht?“„Funktioniert super. “ „Aber?“ Ayla wurde ungeduldig. „Ich habe sie verkauft. “„Die App?“„Die ganze Firma. An ein großes Unternehmen. Den Namen darf ich nicht verraten, aber ihr kennt es. “„Und jetzt arbeitest du für dieses große Unternehmen?“Er schüttelte den Kopf. Es wurde ein bisschen nervig, dass er mit der Sprache nicht herauskam, aber offensichtlich war ihm das Thema wichtig, und entweder hatte er die Geschichte schon häufiger erzählt, oder er hatte das alles lange einstudiert.

Ich ließ ihn machen. Es störte mich nicht. Warum sollte er nicht seine Biographie ein bisschen aufmotzen. „Sie haben mir einen Scheck geschickt und meine Firma zugemacht. “„Warum?“„Hat ihnen die App nicht gefallen?“„Zombie-Aquisition. “„Was?“„Man nennt das so: Zombie-Acquisition. “Ayla und ich sahen uns verständnislos an. „Hat Acqui was mit Wasser zu tun?“Er schüttelte den Kopf. „Man kauft ein Unternehmen, nur um es zu schließen. “„Warum sollte man sowas tun wollen?“„Gibt viele Gründe. Konkurrenz ausschalten, Features für sein eigenes Unternehmen übernehmen.

“„Und was war es bei deiner Firma?“Er schüttelte den Kopf. „Sie haben es mir nicht gesagt. Müssen sie auch nicht. Sie können ja mit ihrer Firma machen, was sie wollen. “„Und all die Arbeit war umsonst?“Er nickte. „Alles umsonst. Außer, dass ich jetzt Millionär bin. “„Kannst du nicht eine neue Firma aufmachen?“„Ich müsste was ganz anderes machen. Die Patente habe ich ja verkauft. “„Und was hindert dich daran?“Er lachte. „Meine Millionen. Warum sollte ich noch einmal neu anfangen, wenn ich mir schon bewiesen habe, dass ich Erfolg haben kann?“Wir schwiegen.

Ich konnte mich nicht so richtig in die Lage eines Millionärs hineinversetzen, dem die Motivation fehlte, noch einmal neu zu starten. Was ich aber herauszuhören glaubte, war, dass er nicht sonderlich glücklich war als Einzelgänger auf Malle.   16.                   KapitelSchließlich war der Tag der Abreise gekommen. Ich glaube, Mama war froh, dass ihr Urlaub vorbei war. Sie hatte die meiste Zeit gearbeitet. Als ich sie fragte, ob sie ihrer Firma jetzt Millionen gespart hatte, damit wir bald wiederkommen könnten, druckste sie nur herum.

Ich interpretierte das als ein Nein, wollte sie aber auch nicht ausfragen, weil sich dann die Frage gestellt hätte, ob das alles umsonst gewesen wäre. Wahrscheinlich hätte sie gesagt, dass sie sich in ein wichtiges Thema eingearbeitet hätte und davon profitieren würde. Ahmed war nicht mehr gekommen, weil sich sein Auftrag verzögert hatte und er aus Indien nicht weggekommen war. Es war traurig, und ich hoffte nur, dass ich selbst nicht einen ähnlich beschissenen Job machen müsste.

Auch Ayla war unzufrieden. In der kurzen Zeit, die wir hier waren, hatte sie sich nicht nur nicht erholt und sich wieder aufgetankt für die Arbeit, sie schien die Arbeit nun noch viel mehr zu hassen, da sie wieder in die Heimat musste. Sie spielte mit dem Gedanken, bald zurückzukommen und Mats bei einer neuen Karriere zu helfen. Quasi als Managerin. Als ich sie fragte, was denn mit ihrem Job sei, da sagte sie nur, dass der nicht der Rede wert wäre und sie den liebend gern in den Wind schießen würde.

Ich hielt mich mit Ratschlägen zurück. Es kam mir alles sehr plötzlich vor und passte nicht zu der Ayla, die ich am Flughafen auf dem Hinweg kennengelernt hatte. Aber ich sagte dazu auch nichts. Wir verabschiedeten uns von Maria, und Mama überlegte, ob sie ihr ein Trinkgeld geben sollte. Wir wussten es nicht. Ayla hielt sich aus der Diskussion heraus, meinte nur einmal, dass sie ja nur ihre Arbeit gemacht habe. Ich hätte vermutet, dass sie zu stolz für ein Trinkgeld war und wollte nicht dabei sein, wenn Mama es übergab.

Ich fand Trinkgelder immer seltsam und irgendwie erniedrigend. Keine Ahnung, ob sie gemacht hatte. Marco fuhr uns zum Flughafen, und als wir uns verabschiedeten, fing ich noch an zu heulen. Er hatte mir zum Abschied eine rote Rose geschenkt. Ich fand es fürchterlich peinlich, denn was war Marco anders als eine Urlaubsliebe? Es war mir bewusst und ihm auch. Da musste man nicht heulen. Aber ich bin eben nah am Wasser gebaut. Es war einfach nur Mist, dass jetzt alles vorbei war.

Wir versprachen uns, dass wir uns wiedersehen würden, aber das waren alles Pläne, die so vage waren, dass man sie nicht erwähnen musste. Natürlich sahen wir uns nie wieder. Wir schickten uns noch ein paar Nachrichten hin und her, aber irgendwann vergaß ich, ihm zu antworten, und er meldete sich auch nicht wieder. Und es war in Ordnung so. Er hatte sein Leben und ich meins. Als das Flugzeug startete, fiel mir der Hinflug ein, mit Ayla und ihrer Flugangst.

Aber sie war vollkommen entspannt. „Sag mal, müsstest du nicht eigentlich Angstzustände haben?“„Wieso?“„Aus Angst vorm Fliegen?“„Wieso?“„Erinnerst du dich an den Hinflug?“„Oh, das. Ich habe gar keine Flugangst. Aber was du für ein widerlicher Mensch bist, dass du mich daran erinnerst! Wenn ich wirklich Flugangst hätte, hätte ich ganz entspannt fliegen können… bis du mich dran erinnert hast!“„Wieso hast du gar keine Flugangst? Das ist die viel wichtigere Frage. “„Ich wollte dich nur verarschen und dich ein bisschen betatschen.

“„Mich betatschen?“Sie legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel. „Ja, du warst süß. Ich meine, bist du immer noch, aber ich fand dich süß, als ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Ich konnte spüren, dass du mich nicht ausstehen kannst. Aber du hast dich total rührend um mich gekümmert. Und dann deine militante Heterosexualität. Die fand ich auch rührend. “„Meine militante Heterosexualität?“„Dicks all the way? Was für ein Quatsch! Das ist doch albern!“„Das war dein Spruch!“„Habe ich für dich erfunden.

“Was sollte ich dazu sagen? „Du bist jetzt sauer. “„Meinst du nicht, dass ich einen Grund dazu habe?“„War nur ein kleiner Spaß. “„Aber jetzt muss ich mich fragen, ob nicht alles, was du sagst, gelogen ist. “„Könnte ich mit leben, aber ich kann dich beruhigen, das meiste war nicht gelogen. “„Also war alles irgendwie gelogen? Diese Sache, als du die Jungs herausgefordert hast, dass sie sich küssen, die war nur dafür da, mich küssen zu können?“„Hat dir aber doch gefallen oder nicht? Du küsst gut.

Und mir hat es auch gefallen. Und du hast mitgemacht. “„Du meinst, mit meiner militanten Heterosexualität?“Sie lachte, und ich nahm es ihr nicht so ganz übel. „Wenn wir schon bei der Wahrheit sind, dann sag mir noch, was mit Maria war. “Sie sah mich an, und ich merkte, dass ich einen wunden Punkt getroffen hatte. Ayla wimmelte mich ab, und ich fragte nicht nach. Wir quatschten über die letzten Tage, bis Ayla anfing zu gähnen.

„Boah, du kannst dir gar nicht vorstellen, wie kaputt ich bin. Mats hat mich heute Morgen so richtig rangenommen. “„Richtig rangenommen?“„Mindestens zwei Stunden lang. Mindestens!“„Was hat er gemacht?“„Hingehalten hat er mich! Bis ich gewinselt habe!“„Was hast du gewinselt? Sag mal, geht’s nicht ein bisschen zusammenhängender? Gib dir mal ein bisschen Mühe!“Sie seufzte. „Was willst du von mir?“„Ich will einen Wortporno!“„Heute Morgen im Bett, vor dem Aufstehen, hat er mich massiert. Ich sollte mich nicht bewegen.

“„So als Befehl?“„Wie man sich bei einer Massage nicht bewegen soll. “„Okay. Er hat mich eingerieben mit einem Massageöl. “„Warst du nackt?“„Ja klar. “„Und du hast nur so dagelegen?“„Er wollte das so. Es ginge nur um mich, sagte er. “„Und dann?“„Dann hat er mich massiert. “„Lagst du auf dem Bauch oder auf dem Rücken?“„Er auf dem Rücken. Und er hat mir ins Ohr geflüstert. Geile Sachen. “„Zum Beispiel?“„Weiß ich doch nicht mehr! Wie sexy ich wäre, wie geil er meinen Hals fand und meine Möpse.

“„Deine Möpse. “„Möpse hat er nicht gesagt. Brüste, glaube ich. Ist nicht so meine Wortwahl. Brüste klingt so nach Frauenarzt. “„Findest du?“„Dann hat er mich umgedreht und weitergemacht und mich geedget. Aber ganz übel. “„Was ist geedget?“„Wenn man einen immer so ganz kurz vor dem Orgasmus hält. “„Und dann?“„Dann hat er mich irgendwann doch gelassen. Als ich quasi geheult habe vor Geilheit!“Ich schüttelte den Kopf. „Du bist die schlechteste Porno-Erzählerin, die ich mir vorstellen kann!“„Kannst du es besser?“„Definitiv!“„Dann mal los!“Ich atmete einmal durch, dann schnallte ich mich ab, drehte mich zu Ayla, um eine knisternde Stimmung zu erzeugen, aber auch, weil ich nicht wollte, dass unsere Sitznachbarn mithörten.

Ich legte meine Hand auf ihren Oberschenkel. Nicht nur sie konnte mich betatschen, ich konnte es auch. Ich lehnte mich ganz nah an sie heran und flüsterte in ihr Ohr:„Heute Morgen hat Mats mir den wunderschönsten Höhepunkt geschenkt. Ich war noch halb am Schlafen und total erschöpft von der vergangenen Nacht. Wir beide splitterfasernackt. Nur bedeckt von den unschuldigen, weißen Laken, die unseren Körpern schmeichelten. Auf einmal spürte ich ganz zart seine Finger auf meinem Rücken.

Erst dachte ich, ich bildete mir das alles ein, weil es so zart war. Aber dann kamen seine Küsse hinzu. Er erforschte mit seinen Lippen meinen weichen, schönen Körper, und seine Zärtlichkeiten entfachten das Feuer in meinem Heiligtum. Ganz langsam, aber unaufhaltsam. Mein Körper wurde zu einem Vulkan der Begierde. Ich wurde rasend vor Lust und stöhnte unkontrolliert. Seine Hand war längst an den perfekten Hügel meines Pos angelangt und seine Lippen erklommen ihn, um an der anderen Seite hinabzusteigen, unaufhaltsam in Richtung meiner Lustgrotte!“„Deiner Lustgrotte?“„Still! Aber als es schon schien, dass seine und meine Lippen sich vereinigen sollten, da hielt er inne und schalt mich mit seinem weichen dänischen Akzent: ‚Noch nicht! ‘ Und dann drehte er mich um, auf den Rücken, und ich präsentierte ihm meinen entblößten Körper voller Stolz und bebender Erwartung.

Doch statt weiterzumachen, wo er begonnen hatte, küsste er meinen Mund, meine Lippen öffneten sich seiner Zunge und sie tanzten einen Tango der Sinnlichkeit. Ich ließ mich führen, ließ ihn gewähren. Seine Hände hingegen hatten anderes im Sinn, sie strichen um meine harten, aufgereckten Brustwarzen, rieben sanft darüber, dass es fast schon wehtat. Aber was sollte ich machen? Ich wollte es so. Ich wollte es, also bettelte ich. Ich war mir dazu nicht zu schade.

Ich überwand meinen Stolz und flehte ihn an. Aber er sagte nur: ‚Sei nicht gierig!‘ Und dann wanderten seine Lippen hinab zu meinen Brüsten, saugten an meinen Brustwarzen, und seine Hände strichen um meinen Bauch, umkreisten meinen Nabel wie ein Raubtier, um dann tiefer zu gehen, wo sie schon einmal gewesen waren, wo ich sie ersehnte. Und wieder schwoll mein Atem an im Wellengang meiner Lust. Doch als die Flut über mich spülen wollte, da nahm er sie weg, und seine Finger verschwanden wie fortgezaubert.

Stattdessen sagte seine Stimme nur: ‚Warte!‘„ Ich machte eine Pause. Mittlerweile war ich ihr so nah gekommen, dass der Hauch meines Atems auf ihrem Ohr ihr eine Gänsehaut bereitete. „Aber ich wollte nicht warten. Ich schrie quasi vor Lust und Schmerz. Ich wollte es. Ich brauchte es so sehr. Aber dann war wieder Hoffnung da, denn er bewegte sich wieder hinunter. Seine Lippen glitten über meine Brüste hinweg zu meinem Bauch, und seine Finger trieben weiter ihr liederliches Spiel um meinen Schoß herum.

Aber wie ein Rudel Wölfe blieben sie ihrer Beute fern umkreisten es nur und trieben mich in den Wahnsinn. Mal kamen sie meinem Venushügel nah, schlichen sich heran, aber wenn ich den Atem anhielt in der Erwartung meiner Erlösung, dann drehten sie sich wieder um, als wären sie nicht interessiert, und ich war wieder frustriert und fühlte mich allein und leer. Ich hob meine Arme, wollte ihn zu mir ziehen, aber er streifte meine Hände von seinem Körper und befahl mir fast schon, mich nicht zu berühren.

Also gehorchte ich ihm. Denn er drohte mir, dass ich mich am Riemen reißen müsste. Sonst… Er sprach es nicht aus, und ich wollte es mir nicht vorstellen. “ Ich machte wieder eine Pause, um mir zu überlegen, wie es weitergehen sollte, aber ich schnappte auch einmal spielerisch nach Aylas Ohrläppchen und zog sanft daran. Wenn sie meinte, mich auf dem Hinflug aufgeilen zu müssen, dann tat ich das jetzt auf dem Rückflug. Ayla legte ihre Hand auf meinen Oberschenkel, und ich meine Hand auf ihre, als ob ich ihr meine Erlaubnis erteilt hätte.

„Er kam dem gelobten Land nun näher, auch mit seiner Zunge. Ich richtete mich auf, sah sein kurzes, struppiges Haar. Die grauen Strähnen auf meinem braungebrannten Bauch. Meine Hände kraulten sie und drückten sie sanft hinunter in die Richtung, in die er gehen sollte. Aber er tat es nicht. Er tat es einfach nicht. Er wählte seinen eigenen Weg, der mich immer schärfer machte und mich in immer kürzeren Abständen bis an den Rand des Höhepunktes brachte, und wenn ich kurz davor war, dann hielt er inne, und vor lauter Frust war ich außer mir und bettelte.

Aber er sagte nein. Ich solle es genießen. Aber da war kein Genuss mehr. Da war nur noch Begierde und Ungeduld. Am Ende war ich ein Wrack. Zerzaust vor Geilheit, wusste nicht mehr, was ich tat oder redete. Ich glaube, ich habe ihn ganz übel beschimpft. Als er es mir dann schließlich erlaubte und mich über die Klippe schubste in die Brandung meiner Lust, war es wie eine göttliche Erlösung. Ich war hin und weg, ich glaube, ich war sogar weggetreten.

Ich hatte jedenfalls einen totalen Blackout. Doch als ich wieder bei mir war, ging es weiter. Er wollte mehr, wollte mich vollkommen auslaugen, auswringen wie ein nasses Handtuch, und seine Zunge spielte nun und spielte und spielte ohne Unterbrechung. Und ich wurde zu weiteren Höhepunkten getrieben und getrieben wie ein wildes Tier auf der Flucht vor den Wölfen. Ich konnte nichts dagegen tun, mich nicht wehren. Er hörte nicht auf, und ich kam und kam und auch, als ich es nicht mehr wollte, kam ich weiter.

Ich weiß nicht, wie oft. Ich kann es nicht mehr sagen, aber am Ende winselte ich, dass er aufhören solle, und er tat es dann auch!“Ich biss noch einmal in ihr Ohrläppchen, und dann stieß ich meine Zunge noch einmal aus Übermut in ihr Ohr. Dann setzte ich mich wieder gerade hin, als wäre nichts passiert. Im nächsten Moment hatte Ayla sich zu mir gebeugt. „Wo hast du das gelernt?“„Was?“„So zu erzählen!“„Keine Ahnung. Das kommt einfach so.

“„So wie ich gekommen bin?“Wir lachten. „Ernsthaft. Du solltest das aufschreiben. Damit wirst du reich. Und ich werde deine Managerin!“„Du spinnst. Das ist doch peinlich! Wer liest denn so eine Pornographie?“ „Tausende von Leuten lesen sowas!“„Das ist doch irgendwie eklig. Kannst du dir vorstellen, dass Leute so was lesen, was man da geschrieben hat und sich dabei einen runterholen?“„Da ist doch nichts Schlimmes dran! Wenn ich mich wieder erholt habe, dann denke ich an deine Story und hole mir auch einen runter.

“„Ich will nicht, dass du dir zu meinen Worten einen runterholst!“„Da kannst du wohl wenig gegen tun. “Ich dachte eine Weile nach. Irgendwie gefiel mir der Gedanke. „Meinst du wirklich, dass irgendwer so was liest?“„Total! Schreib doch einfach die Geschichte unseres Urlaubs!“„Wie, diese hier?“„Was du und ich erlebt haben. Und du und Marco und ich und Mats. “„Aber da ist doch gar nichts Spannendes passiert. Du meinst außer dem ganzen Schweinkram?“„Das reicht doch! Es gibt genug Leute, die sowas lesen wollen.

“  17.                   EpilogDas ist das Ende meiner kleinen Geschichte, in der nicht viel Dramatisches passiert ist. Ich habe sie schließlich doch geschrieben. Manche Dinge sind so passiert, wie sie hier beschrieben sind, andere haben sich vollkommen anders oder vielleicht auch gar nicht zugetragen. Aber was wahr und erfunden ist, ist dabei auch nicht so wichtig. Natürlich werde ich nicht reich damit. Ich will es auch gar nicht werden. Ich studiere weiter, weiß aber immer noch nicht, ob das das Richtige für mich ist.

Kurz nach unserer Rückkehr hat Ayla ihren Job gekündigt und ist zu Mats gezogen. Sie war so etwas wie seine Managerin, denn er hatte angefangen, irgendwas Neues zu entwickeln. Allerdings durfte sie mir nicht sagen, was es war. Am Anfang ging es wohl ganz gut, aber bald schon war Mats frustriert, und die beiden fingen an sich zu streiten, und Ayla konnte damit nicht gut umgehen. Sie wollte sich nicht mehr unterordnen. Schließlich haben sie sich getrennt.

Ayla ist wieder in Deutschland. Sie sucht sich im Moment einen neuen Job. Meine Mutter und Ahmed haben dann doch noch geheiratet. Es war was ganz Heimliches. Nur Ayla und ich waren darüber informiert. Wir habe eine Videonachricht aus Las Vegas erhalten. Seiner und meiner Familie haben sie nichts gesagt, und wir haben versprochen, es nicht weiterzuerzählen. Ayla und ich nennen sie nur noch Romeo und Julia wegen ihrer verbotenen Liebe. Mit Marco habe ich keinen Kontakt mehr.

Wir haben noch einige Male Nachrichten hin und her geschickt, aber irgendwann habe ich dann vergessen, ihm zu antworten, und er hat sich auch nicht mehr gemeldet. Wir hatten uns auch nicht viel zu sagen. Es war lediglich eine Urlaubsliebe, aber eben eine, die jetzt für immer festgehalten ist, und an die ich mich immer gerne zurück erinnern werde.  ENDE.


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